Schüleraustausch und Gap Year: 6 Erlebnisse im Freiwilligendienst in Bolivien – Schule bis Karneval

Tim aus Schleswig-Holstein hat ein Auslandsjahr im Freiwilligendienst mit einem Stipendium der BürgerStiftung Region Ahrensburg in Bolivien verbracht. Er berichtet hier über die Erfahrungen. Alles zu seinem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern kann man im Schüleraustausch Blog sehen (https://www.schueleraustausch-portal.de/freiwilligendienst).
1 Freiwilligendienst im Gap Year: Arbeitsbeginn nach den Schulferien. Nach zwei Monaten Ferien hat die Arbeit für mich wieder begonnen. Das Schuljahr in Bolivien beginnt nach den Sommerferien. Somit ist der Beginn in Bolivien und Deutschland um ein halbes Jahr versetzt. Die Klassen wurden neu eingeteilt, in paar Schüler*innen sind gegangen und neue sind dazu gekommen. Zwei haben es sogar geschafft auf eine Regelschule zu wechseln.
2 Freiwilligendienst im Gap Year: Rettungsaktion für ein Hundewelpen. Doch ganz so normal ging es nach den Ferien nicht weiter. Mei Gastbruder hat nach der Schule ein Hundebaby rufen hören. Die Hündin war in einen zwei Meter tiefen Schacht gefallen. Häufig läuft das Regenwasser in Rinnen neben den Straßen. Es gibt jedoch auch Kanäle und Röhren, in denen das Wasser weitergeleitet wird. Ein Schacht dafür war nicht richtig mit Betonplatten geschlossen. Es gab einen ausrechend großen Spalt für die kleine Hündin, doch wir konnten nicht hinein. Mit viel Hilfe konnten wir die Betonplatten so bewegen, dass man in den Schacht hineinkam. Doch die Hündin war nun vor Angst in eine Röhre hineingelaufen. Einer der Helfer ist der Hündin in der sehr engen und dreckigen Röhre gefolgt. Beim nächsten Schacht sind beide wieder aufgetaucht, doch die Hündin ist in die nächste Röhre gelaufen. Doch diesmal habe ich am anderen Ende warten können, um die Hündin einzufangen. So haben wir alle zusammen es nach längeren und unterschiedlichsten Versuchen geschafft. Da ich dabei von der Hündin gebissen wurde habe ich sicherheitshalber eine Verstärkung meiner Tollwutimpfung machen lassen. Doch ich musste mir keine großen Sorgen machen, denn die Hündin war gesund, nur ein bisschen abgemagert. In Bolivien sollte man grundsätzlich mit den Straßenhunden aufpassen. Nachdem die Hündin geimpft wurde und auch ein bisschen zugenommen hatte, haben wir ein neues zuhause für sie gefunden.
3 Freiwilligendienst im Gap Year: Winter mit Regen in Bolivien. Es hatte in letzter Zeit viel geregnet. Regen ist der einzige Unterschied, den ich in Bolivien zwischen Sommer und Winter gemerkt habe. Somit führen auch alle Flüsse Wasser. Das tun sie nicht das ganze Jahr. So gibt es auch einen Fluss, der übersetzt „Trockener Fluss“ heißt. Als ich auf dem Heimweg vom Fechttraining war hat mich die eine Trainerin gefragt, ob alles in der Gegend in Ordnung ist wo ich wohne. Denn vor zwei Jahren habe es einen Erdrutsch gegeben, bei dem mehrere Häuser weggespült wurden und auch Menschen ums Leben kamen.
Ich habe geantwortet dass bis jetzt alles in Ordnung sei. Doch ich konnte mit den öffentlichen Verkehrsmitteln irgendwann nicht weiter fahren. Die Polizei hatte die Straßen gesperrt, denn es gab wieder einen Erdrutsch. Nach längerem Suchen habe ich ein Taxi gefunden, das mich nach Hause fahren konnte, jedoch war ein riesiger Umweg nötig. Nach viel Stau und zweieinhalb Stunden später bin ich dann zuhause angekommen.
4 Freiwilligendienst im Gap Year: Zum Carnaval in Bolivien. Meine Gastmutter hatte mir vorgeschlagen, dass wir zum Carnaval in Oruro fahren – um fünf Uhr morgens. Wir waren beide ein bisschen später aufgestanden als geplant, somit kamen wir erst mittags an. Als wir dort waren haben wir erfahren, dass es am Morgen noch einen Erdrutsch gegeben hat. Zum Glück ist dieses Jahr niemand bei den Erdrutschen gestorben, doch es wurden viele Häuser zerstört. Nach mehreren Wochen Aufräumarbeiten waren auch die Straßen wieder frei geräumt. Der Fluss wurde auch wieder frei gegraben. Es war krass zu sehen wie viele große Steine mit Leichtigkeit angespült wurden.
5 Freiwilligendienst im Gap Year: Bolivianer Kennenlernen ist einfach. Zuerst haben wir uns in Oruro Mittagessen gesucht. Während des Karnevals gibt es in Oruro nicht genügend Restaurants und Hotels. Mehr würde sich wirtschaftlich nicht lohnen. Dies nutzen jedoch sehr viele aus und eröffnen kurzerhand Restaurants oder Hotels. Wir waren dort gemeinsam mit einer Nachbarin und zwei Schwestern von ihr dort. Eine davon wohnt in Oruro. Wir haben dort schnell auch andere Menschen kennen gelernt, die hinter uns saßen. Die Atmosphäre war ziemlich nett, obwohl oder gerade, weil alle so eng zusammen sitzen mussten. Für den Karneval werden dort überdachte Tribünen aufgestellt. Meistens ist es so, dass es Holzplanken in Treppenform mit Sitzplatznummern sind. Wenn man mehr bezahlt kann man auch Sitzplätze mit Stühlen haben. Die Kostüme, Tänze und große Gruppen mit Tänzer und Tänzerinnen sind beeindruckend. Und auch die Musikbands haben viel Respekt verdient. Manche Band spielen drei oder sogar viermal am Tag und das drei Tage lang. Es werden viele unterschiedliche Tänze mit entsprechender Musik und Kostümen, aus unterschiedlichen Regionen aus Bolivien aufgeführt. Jede Tanzrichtung hat seine eigene Geschichte. Es gibt welche die auf indigene Gebräuche zurück zu führen sind und andere sind stark durch die spanische Kolonialzeit geprägt. Wenn gerade einmal keine Gruppen in einem Straßenabschnitt tanzen, sind sofort kleinere Kinder dort und Spielen mit Schaum. Da wegen Verletzungsgefahr Wasserbomben verboten wurden, Wurde auf Sprühschaum umgestiegen. Mir macht dies auch mehr Spaß als Wasserpistolen. Als wir Karneval auf meiner Arbeit in der Schule gefeiert haben wurde natürlich auch mit Schaum rumgesprüht.
6 Freiwilligendienst im Gap Year: Mein neues Fahrrad. Ich habe schon vor längerer Zeit überlegt mir ein Fahrrad zu kaufen. Im Urlaub in La Paz waren wir häufiger mit Fahrrädern unterwegs. Nach dem Urlaub ging mir die Idee nicht mehr aus meinem Kopf selbst ein Fahrrad zu kaufen. Deshalb habe ich eines Tages nach der Arbeit bei einem Fahrradladen angehalten, um mir die Fahrräder anzugucken. Sie hatten ein sehr gutes Mountainbike im Angebot, das im Vergleich zu deutschen Preisen. nur die Hälfte kosten sollte. Daher habe ich es mir sofort gekauft. Leider gab es in diesem Laden kaum Zubehör für Fahrräder zu kaufen. Doch bei einem anderen Fahrradladen, bei dem ich ebenfalls auf dem Weg zur Arbeit vorbeikomme, bin ich fündig geworden. Für mich ist es interessant, dass in Bolivien viele Menschen mit älteren Fahrrädern auf den Straßen zu sehen sind. Alte Fahrräder werden auch in speziellen Läden restauriert und weiterverkauft. Doch insgesamt sind es nicht viele Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind.
Schüleraustausch und Gap Year: Wie man die gute und günstige Organisation findet. Wer ins Internet sieht, stellt fest: Es gibt sehr viele Anbieter für Freiwilligendienst. Wichtig ist, nur solche Anbieter anzusehen, die sowohl leistungsfähig als auch seriös sind. Am einfachsten und sichersten ist es, wenn man eine vor-geprüfte Anbieter-Auswahl nutzt. Dafür gibt es die Anbieter-Suchmaschine auf dem Schüleraustausch-Portal, das unabhängig informiert: www.schueleraustausch-portal.de/organisationen. Dort gibt es auch die Stipendien Datenbank mit mehr als 1.000 seriösen Stipendien. Vor der Entscheidung sollte man zusätzlich mit mehreren guten Anbietern persönlich sprechen. Dafür gibt es die bundesweiten AUF IN DIE WELT-Messen, die deutschen Spezialmessen für Schüleraustausch und Gap Year der gemeinnützigen Stiftung Völkerverständigung, die nur seriöse Anbieter zulässt. Orte und Termine: www.aufindiewelt.de/messen. Der Eintritt ist kostenfrei.

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