Urlauben Sie mal in Deutschland

Müller und Schmitz verreisen gerne, egal ob Thailand, Domrep oder Malle, immer muss es das Ausland sein. Schon eigenartig, oder? Zugeben muss man allerdings die mögliche Störung durch schlechtes Wetter im Heimatland. Sieht man allerdings davon ab, ist Deutschland ein richtig schönes Urlaubsland mit einer Menge an Sehenswürdigkeiten. Dabei meine ich nicht einmal bekannte Dinge wie: Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald, Rattenfängerstadt Hameln, Externsteine oder gar die bayerischen Naturschönheiten (sorry Zenzi, Du net), nein, es geht um besonders eindrucksvolle Urlaubserlebnisse mit Bildungsfaktor.

Nehmen wir mal München als Beispiel!

Natürlich denkt der Pauschaltourist an das Hofbräuhaus, das Oktoberfest, original bayerische Stammestänze oder gar an Hubsi, dem Politiker mit dem lustigsten Englisch überhaupt. Aber wussten Sie auch, das München eine Stadt der Erfinder ist? Der Kühlschrank, der Airbag, Gehörimplantate, MP3 als auch köstlicher Humor (Karl Valentin & Co.), alles durch Münchner entstanden. Aktuell lebt ein weiteres Genie in München, nämlich Anton Hofreiter, er gilt als Erfinder der maskulinen Dauerwelle! Böse Zungen behaupten zwar, er wollte nur Prinz Eisenherz imitieren, doch das ist sicherlich nur ein dummes Gerücht.

Wenn Sie nun an Hamburg denken, fällt der Name Störtebecker, oder? Dabei ist Hamburg auch die Stadt, die in jüngerer Vergangenheit das Startbrett für König Olaf war, seines Zeichens oberster Geldbeschaffer der Republik. Gehen Sie auch einmal im Dunkeln durch das Schanzenviertel, erleben Sie spannende Abenteuer. Wer ist zuerst da, der Anarchist oder ein Dealer, ein Straßenräuber oder gar die Polizei? Danach finden Sie die Tatort-Filme langweilig.

Auch der Harz ist sehr, sehr schön. Nicht nur die wirklich gelungenen Aufführungen auf dem Brocken, oder eine Fahrt mit der Schmalspurbahn. Herrliche Fachwerkhäuser, schmackhaftes Harzer Höhenvieh, alles da. Wem das nicht genügt, der reist nach Goslar, denn dort wohnt Siggi, ebenso das vermeintliche Pack! Sie erinnern sich doch? Immer wieder spannend.

Hauptstadt! Ein Thema der Extraklasse. Für einen kleinen Aufpreis können Sie eine Audienz bei Klarabella Plumms erwerben. Der Name sagt Ihnen nichts? Die Dame ist die Klofrau im Bundestag. Also was die so alles zu erzählen hat, obwohl sie es nicht tut, Verschwiegenheit bleibt ihr oberstes Gebot. Man muss auch sagen, sie hat einen beneidenswerten Job. Zu ihr kommt jeder Politiker und wenn er mal Dampf ablässt, in allen denkbaren Tönen, dann ist das halt so. Ihr Motto: Bei mir kann jeder Gast seinen Scheiß ungeniert ablassen, ohne am nächsten Tag von der Presse zerrissen zu werden.

Neulich kam ein Vertreter einer französischen Parfümerie zu ihr, bot ihr ein speziell für die Belange des Facility Managements entwickeltes Duftwässerchen an. Hat sie angelehnt, begründete es so: In Punkto Duft bin ich verwöhnt!

Waren Sie schon mal in der Lüneburger Heide? Gönnen Sie sich einen Spaziergang, lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Schon kommen Gedanken wie: Peter und der Wolf, der Wolf und das Lamm … Huuurtz …, vielleicht denken Sie aber auch nur an Horst Schlämmer und die Hasenpartei, falls Ihnen mal ein Häschen über den Weg hoppelt … Geht es jedoch um Gastronomie, so kann ich mich nur lobend äußern. Geheimtipp: Müden an der Örtze, den Rest müssen Sie schon selbst erkunden. Wer einmal dort war, kommt gerne wieder.

Weserbergland fällt mir spontan in. Ehrlich wunderschön! Ein Teil davon gehört zum Bundesland Hessen, DEM Märchenland überhaupt. Die Gebrüder Grimm reisten seinerzeit dort umher, fanden die Themen ihrer berühmten Märchen und Sagen. Grund genug für eine Forschungsexpedition, man will ergründen, ob vielleicht dort ursprünglich die Wiege der Politik stand, Verhaltensauffälligkeiten sind ja vorhanden. Forschen Sie mit, der Baum der Erkenntnis will gepflückt werden.

All dies spricht Sie nicht an? Sind Sie vielleicht ein Nostalgiker? Dann empfehle ich Gommern zu Sachsen-Anhalt. Schlendern Sie durch uralte dörfliche Ortsatmosphäre, bewundern Sie alte Inschriften auf den Häusern. Beispielsweise: HO-Feinkost, Haus des Volkes usw., tauchen Sie ein in eine vergangene Welt. Vor dem Bahnhof steht eine süße alte Dampflok. Eisenbahnerherzen schlagen höher, wäre da nicht unübersehbar ein Zeichen von Übereifer gesetzt worden. Wie das? Ein rot überlackiertes Gestänge, nicht metallisch glänzend, soll trotzdem den Eindruck von Betriebsbereitschaft vermitteln. Recht schade!

Ganz in der Nähe gibt es Zerbst. Von dort kommt nicht nur Katharina die Große, nein, auch ich!!! Zerbst wollte sein Image vor einiger Zeit angemessen aufpolieren, indem man den alten Militärflughafen zum Drehkreuz für die Welt ausbaut. Dumm nur, dass man dies von höherer Stelle unterbunden hat. Zerbst wäre eine unangemessen heftige Konkurrenz geworden, nicht nur BER, FRA oder MUC liefen Gefahr bedeutungslos zu werden. Jeder will zuerst nach Zerbst. Sowas geht überhaupt nicht. Kleiner Trost für die Zerbster, es gibt es immer noch den Marktplatz mit dem Roland vor einem riesigen Plattenbau. Romantisch … kein Zweifel! Tierfreunde kommen auch auf ihre Kosten, ein ganzes Bahnhofsgebäude ist aktuell ein Heim für Tauben. Wenn so etwas nichts ans Herz geht, was denn dann?

Entgegen dem Trend unserer Zeit bleibt Thüringens Räuchermännchen ein Reisegrund. Der darf weiterhin rauchen. Kunstfertigkeiten, nicht nur in der Schnitzkunst, machten Thüringen berühmt. Die schmackhaftesten Würste, besonders die Bratwürste (sorry Frankenland), kommen fast immer aus Thüringen. Große Namen gibt es dort auch. Denken Sie nur an Weimar und Goethe. In der Neuzeit gibt es ein Hotel, dort war Putin schon zu Gast. Wenn man sich nun vorstellt, man nächtigt in einem Zimmer wo „ER“, der Genosse Wladimir Wladimirowitsch, vielleicht schon mal gepupst hat …, wahrhaft historische Momente.

Ein verborgenes Highlight (Kenner ausgenommen) gibt es in Schleswig-Holstein. Dort können Sie nämlich mit dem Fahrrad von Brasilien nach Kalifornien fahren. Ehrlich wahr. Sind so um die drei Kilometer auf dem Deich. Einfach mal die Suchmaschine anschalten. Sollte das nicht ausreichen, besteht noch die Möglichkeit mit dem Auto von jedem beliebigen Ort in Deutschland aus nach Texas zu fahren. So nennt sich nämlich ein Ort Nähe Bückeburg. Alternativ für Hundeliebhaber bleibt Hundeluft (Sachsen-Anhalt) sicherlich reizvoll. Und das Lederhose nicht unbedingt was mit Bayern zu tun hat, merkt man an jener gleichnamigen Autobahnausfahrt (Thüringen). Für Exzentriker gibt es Rundreisen, von Aua über Petting nach Linsengericht oder gar Kuhfraß. Manche Namen wurden leider getilgt, heutzutage gibt es kein Blödesheim mehr, das nennt sich seit 1971 Hochborn. Nicht einmal den liebevollen Namen Deppenhausen wollte man behalten. Total unverständlich …

Reisen Sie durch Deutschland, sehen Sie es mit anderen Augen, erleben Sie täglich nüchtern mehr lustige Dinge an einem Tag als in vier Wochen auf Malle im Dauersuff.

Oh, fast vergessen. Hohnstein, die Geburtsstätte des Hohnsteiner Kaspers. Dennoch eine sehr einseitige Schnitzerei, wie ich so finde. Stets der gleiche Kasper. Liebe Hohnsteiner, schnitzt uns doch mal ein bekanntes Staatsoberhaupt!!! Wäre doch DIE Ergänzung in jeglicher Hinsicht. Die Pappnase darf er natürlich aufbehalten und die Ähnlichkeit mit einem Kasper muss nicht zwangsläufig immer falsch sein.

Summa summarum: Man kann ein Leben lang durch Deutschland reisen und immer noch gibt es etwas zu entdecken, nur zu!!!

 

Veröffentlicht von:

Ulli Zauner

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