Wissenschaftsjahr Bioökonomie für Mikrobiom-Forschung nutzen

Berlin, 27. Mai 2020 – Die aktuelle Forschung am Mikrobiom und die Verwendung von Mikroorganismen in verschiedenen Industrie-Prozessen sind ein wesentlicher Bestandteil der Bioökonomie. Das erklärte Prof. Dr. Christine Lang, Vorstand Forschung und Entwicklung der BELANO medical AG, in einem Interview zum Wissenschaftsjahr 2020. Sie betonte unter anderem die Bedeutung des Mikrobioms für Umwelt und Gesundheit von Menschen und Tieren. "Ich finde es faszinierend, wie sehr wir und unsere Gesundheit beeinflusst sind durch die Mikroorganismen in uns und um uns herum."

Auch für die Bodengesundheit sei ein funktionierendes natürliches System von Mikroorganismen entscheidend. Christine Lang: "Das Thema ist ziemlich vernachlässigt worden, weil man in der Landwirtschaft vorwiegend durch externe Düngemittel und Nährstoffe eine hohe Ausbeute erzielt hat." Hier müsse dringend ein Umdenken stattfinden.

Mit dem Wissenschaftsjahr rückt das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit der Initiative "Wissenschaft im Dialog" jedes Jahr ein wissenschaftliches Thema in den Fokus öffentlicher Wahrnehmung, in diesem Jahr ist es die Bioökonomie. Christine Lang, von 2012 bis 2019 auch Vorsitzende des Bioökonomierates der Bundesregierung, erklärt: "Der Begriff Bioökonomie beschrieb vor 20 Jahren zunächst die Nutzung der modernen Biotechnologie und ihrer Methoden, um den Herausforderungen schwindender Erdöl-Reserven zu begegnen." Man müsse aber unterscheiden zwischen Erdöl als Energiequelle und als Rohstoff für Materialien.

Das Hauptthema der Bioökonomie sei nicht die Energie-Gewinnung, sondern verstärkt Biomasse wie Pflanzenmaterial und Holzprodukte als natürliche Rohstoffe zu nutzen. Bei der BELANO medical AG geschieht das unter anderem durch die Erforschung und Verwendung natürlicher Milchsäure-Bakterien als Wirkstoffe für Medizinische Hautpflege oder Mittel gegen Erkältungen und damit oft als Alternative zur herkömmlichen Gabe von Antibiotika. Andere Industrie-Branchen entwickeln zum Beispiel Kautschuk für Reifen aus Löwenzahn oder Motorabdeckungen aus Biokunststoffen.

Gesellschaftliche Diskussion notwendig

Bioökonomie könne weitere positive Auswirkungen für die Umwelt und gegen den Klimawandel haben, so Prof. Lang. Das sei aber nur durch ein Umdenken in der Gesellschaft möglich. "Wir können unseren Lebensstil, unseren Konsum auf Dauer so nicht aufrechterhalten. Unser Konsum übersteigt das, was wir auf unserem Planeten zur Verfügung haben." Insbesondere der hohe Fleischkonsum sorge für einen enormen Verbrauch von Energie und Rohstoffen.

"Wir sind Teil der Natur", betont Prof. Lang. Daher müsse man darüber nachdenken, "wie man seinen Konsum gestaltet, wie man die Wirtschaft gestaltet in den Grenzen, die uns die Natur gibt". Jeder Mensch habe die Verantwortung, aber auch die Möglichkeit daran etwas zu ändern, das sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. "Bioökonomie muss etwas sein, das wir diskutieren. Das kann nicht irgendeine technische Innovation sein, die im Elfenbeinturm stattfindet und die ausgegossen wird auf die Gesellschaft", so Lang.

Wichtig sei es, ein Bewusstsein für eine Kreislauf-Wirtschaft zu entwickeln. Was bislang nur einmal genutzt, verbraucht und als Abfall deponiert oder vernichtet werde, könne ein neuer Ausgangs-Rohstoff sein. So könne zum Beispiel aus Abfall Biogas gewonnen und als natürlicher Kraftstoff für Fahrzeuge verwendet werden. Prof. Dr. Christine Lang verweist in dem Interview auch auf die besonderen Eigenschaften von Pilzen. "Sie bilden lange Fäden, mit denen man neue Materialien herstellen kann. Es gibt schon Start-ups, die Möbel aus Pilzen herstellen." Auch beim Bauen mit Holzmaterialien gebe es bereits positive Entwicklungen, denkbar sei auch eine Entwicklung anderer Beton-Materialien.

Für diese zumeist biotechnologischen Entwicklungen und für die Wissensvermittlung in der Gesellschaft müsse "sehr viel in Aus- und Weiterbildung investiert werden", so Prof. Lang. Das Wissenschaftsjahr zur Bioökonomie biete dafür eine große Chance.

Das Interview von Prof. Dr. Christine Lang zum Wissenschaftsjahr Bioökonomie 2020 ist abrufbar unter https://www.youtube.com/watch?v=VbVDeXG-i-Y.

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Die BELANO medical AG nutzt für Medizin- und Pflegeprodukte Forschungsergebnisse aus der Mikrobiologie, basierend auf positiv wirkenden Mikroorganismen (sogenannten probiotischen Kulturen). Dabei werden neuartige Therapieansätze für Hautpflege, zur Prävention von Krankheiten und zur Unterstützung von Heilungsprozessen entwickelt und vermarktet. Auf diese Weise sollen neue Therapieoptionen für bisher nicht befriedigend behandelbare Indikationen entstehen. BELANO hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die patentgeschützten Wirkstoffe und deren Produkte für jeden Menschen verfügbar zu machen. Das Unternehmen setzt dabei auf die nationale und internationale Zusammenarbeit mit größeren Partnern und Distributoren.

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