Schüleraustausch und Gap Year in der Corona-Krise: Das Ende des Freiwilligendienstes von Tim in Bolivien

Tim aus Schleswig-Holstein hat ein Auslandsjahr im Freiwilligendienst mit einem Stipendium der BürgerStiftung Region Ahrensburg in Bolivien verbracht. Er berichtet hier über die Erfahrungen. Alles zu seinem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern kann man im Schüleraustausch Blog sehen (www.schueleraustausch-portal.de/freiwilligendienst).
1 Freiwilligendienst im Gap Year: Der vorzeitige Abschied aus Bolivien wegen Corona. Inzwischen bin ich wieder zurück in Deutschland. Leider musste ich auf Grund der Corona-Pandemie Bolivien frühzeitig verlassen.
2 Freiwilligendienst im Gap Year: Erste Berichte zu Corona in Bolivien. Als ich im Urlaub in La Paz war habe ich das erste Mal von Covid-19 erfahren. Als noch mehr dort zu Besuch waren hat eine das Thema angesprochen, doch ich war der Einzige, der davon gewusst hat. Eine gewisse Zeit später meinte eine Lehrerin, dass die Welt untergehen würde, wenn eine Corona-Pandemie ausbrechen würde. Diese Lehrerin hat die Welt häufiger extrem dargestellt. Danach wurde längere Zeit lang nicht mehr über Corona gesprochen.
3 Freiwilligendienst im Gap Year: Erste Schritte in der Corona-Krise in Bolivien. Als die Pandemie Südamerika erreicht hat, wurde den Schülerinnen und Schülern vermehrt gesagt, wie sie die Hände waschen sollen. Und ab dem Zeitpunkt des ersten Falles haben wir versucht zu erreichen, dass die Schüler und Schülerinnen sich nicht mehr gegenseitig und die Lehrer und Lehrerinnen mit einem Handschlag begrüßen sollen. Das war wirklich schwierig. Beim Fechttraining wurde das auch thematisiert und es wurde darüber gesprochen, dass wir wohl nicht mehr ins Fitnessstudio gehen werden.
4 Freiwilligendienst im Gap Year: Die Maßnahmen der Regierung von Bolivien in der Corona-Krise. Kurz darauf wurde von der Regierung beschlossen, dass alle Schulen schließen. Dies geschah schon bevor in Deutschland die Schulen geschlossen wurden, obwohl es in Bolivien eindeutig weniger Fälle gab. In Bolivien ist das Problem, dass es sehr wenige Betten für die Intensivbetreuung gibt. Mir wurde gesagt, es seien nur 145 Betten in ganz Bolivien. Kurz danach wurden die Beschränkungen wegen der Pandemie so verschärft, dass man nur an bestimmten Wochentagen das Haus verlassen durfte und es gab Blockaden von der Polizei, die das kontrolliert haben. Die Verschärfungen wurden als notwendig gesehen, da sich zu wenige Menschen an die vorherigen Regelungen gehalten haben und der Virus sich weiter ausgebreitet hatte.
5 Freiwilligendienst im Gap Year: Die vorzeitige Rückkehr aus Bolivien war beschlossen. Kurz darauf wurde mir mitgeteilt, dass alle Freiwilligen, die mit meiner Austauschorganisation unterwegs sind, nach Hause geholt werden. Fechttraining fand natürlich auch nicht mehr statt. Also war nun das Warten auf den Rückflug meine Hauptbeschäftigung. Natürlich wollte ich noch länger in Bolivien bleiben. Doch das Schlimmste zu dem Zeitpunkt war, nicht zu wissen wann, ob, und wie ich wieder nach Deutschland kommen werde.
6 Freiwilligendienst im Gap Year in Bolivien: Der Abschied war nicht schön. Leider habe ich die Details der Abreise erst spät erfahren und musste schnell meinen Koffer zu Ende packen, um rechtzeitig fertig zu sein. Leider konnte ich mich somit kaum von meiner Gastfamilie und erst recht nicht von meinen Freunden, den Schülerinnen und Schülern verabschieden. Und ich habe erst als ich in der Unterkunft für die eine Nacht angekommen war wirklich realisiert, dass es jetzt zu Ende ist.
7 Freiwilligendienst im Gap Year in Bolivien: Der Rückflug nach Deutschland war anstrengend. Nach ein paar verwirrenden Informationen habe ich ein Flug von der deutschen Botschaft von La Paz und dem Auswärtigen Amt bekommen und hatte sogar das Glück, dass ich einen Flug von Cochabamba nach Santa Cruz bekommen habe. Andere mussten mit dem Bus dorthin fahren. Für uns Freiwillige in Cochabamba sollte es ein bisschen einfacher gemacht werden. Deshalb wurden wir zum Bus beziehungsweise zum Flughafen gefahren. Da der Flug von Cochabamba nach Santa Cruz am Morgen ging, wurde ich schon am Tag vorher von meiner Gastfamilie abgeholt. Am Flughafen in Cochabamba waren bereits viele Deutsche, die zurück wollten bzw. mussten. Die große Mehrheit bestand aus Freiwilligen und ehemaligen Freiwilligen. Es gab dort auch einige Fernsehteams, die live übertragen haben. Da andere schneller zur Seite gegangen sind als ich, wurde mir ein Mikrophon ins Gesicht gehalten und ich musste ein paar Fragen beantworten. Nicht einmal eine Minute später hat mich mein Gastbruder angerufen und mir gesagt, dass ich im Fernsehen gewesen und nun berühmt sei. Nach längerer Wartezeit sind wir nach Santa Cruz geflogen. Dort mussten wir ziemlich lange warten bis unseren Flug nach Deutschland startete. Zum Glück wurde unser Flug ein bisschen vorgezogen. Das Warten war zum Glück nicht so schlimm da man sich mit allen dort nett unterhalten konnte. Und es wurde auch ein etwas zu essen und zu trinken bereitgestellt. Kaufen konnte man sich an den Flughäfen leider nichts. Irgendwann wurden auch alle durch weitere Sicherheitskontrollen geschleust und wir mussten nur noch erwarten bis das Boarding begann. Es hieß, dass es ein Flugzeug von Lufthansa sein werde. Doch es war von einer anderen Airline und vor allem größer. Was dafür gesorgt hat, dass fast alle Deutschen tatsächlich mitkommen konnten.
8 Freiwilligendienst im Gap Year in Bolivien: Nach vielen Stunden im Flugzeug sind wir in Frankfurt gelandet. Vom Flugzeug gab es Shuttlebusse zum Flughafengebäude. An der Ansage in diesem Bus, bei der alle wichtigen Informationen genannt worden sind, hat man sofort gemerkt wieder in Deutschland zu sein. In der Schlange zur Passkontrolle haben viele Reisende nicht den Sicherheitsabstand eingehalten, was auch ein bisschen komisch gewesen wäre, wenn alle kurz vorher dicht an dicht in einem Flugzeug saß. Und am Gepäckband war aus Platzgründen das Abstandhalten unmöglich.
9 Nach ein paar Stunden Bahnfahrt bin ich wieder Zuhause angekommen. Leider oder zum Glück lässt sich schwer sagen. Wahrscheinlich beides. In Deutschland gibt es eine bessere medizinische Versorgung und es war nicht klar, wann es wieder eine andere sichere Möglichkeit geben würde, um nach Deutschland zurück zu kehren. Trotzdem wäre ich sehr gerne länger in Bolivien geblieben.
10 Freiwilligendienst im Gap Year in Bolivien: Fazit und Tipps für junge Leute. Ich hoffe, ich konnte einen guten Eindruck vermitteln von dem, was ich in Bolivien erlebt habe. Für eine andere Person wäre ein Aufenthalt sicherlich anders als es für mich war. Ich kann auf jeden Fall allen nur empfehlen, immer offen für Neues zu sein. Seien es andere Lebensweisen in anderen Ländern oder Regionen der Welt oder Unterschiede bei Freunden und Bekannten. Je besser man die Welt versteht umso besser kann man auch für sich selbst Entscheidungen treffen.
Schüleraustausch und Gap Year: Wie man die gute und günstige Organisation findet. Wer ins Internet sieht, stellt fest: Es gibt sehr viele Anbieter für Freiwilligendienst. Wichtig ist, nur solche Anbieter anzusehen, die sowohl leistungsfähig als auch seriös sind. Am einfachsten und sichersten ist es, wenn man eine vor-geprüfte Anbieter-Auswahl nutzt. Dafür gibt es die Anbieter-Suchmaschine auf dem Schüleraustausch-Portal, das unabhängig informiert: www.schueleraustausch-portal.de/organisationen. Dort gibt es auch die Stipendien Datenbank mit mehr als 1.000 seriösen Stipendien. Vor der Entscheidung sollte man zusätzlich mit mehreren guten Anbietern persönlich sprechen. Dafür gibt es die bundesweiten AUF IN DIE WELT-Messen, die deutschen Spezialmessen für Schüleraustausch und Gap Year der gemeinnützigen Stiftung Völkerverständigung, die nur seriöse Anbieter zulässt. Orte und Termine: www.aufindiewelt.de/messen. Der Eintritt ist kostenfrei.

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