Großer Preis von Österreich: RTL startet unter besonderen Arbeitsbedingungen in seine letzte Formel 1-Saison.

Mit viermonatiger, dem Corona-Virus geschuldeter Verzögerung geht die Formel 1 am 5. Juli endlich an den Start. Die Übertragungsmöglichkeiten beim Großen Preis von Österreich sind aufgrund der besonderen Sicherheitsbestimmungen allerdings eingeschränkt. RTL präsentiert das Rennwochenende deshalb aus dem Kölner Studio. Für das kleine Team vor Ort in Spielberg gelten beim Großen Preis von Österreich strenge Regularien. „Für mich eine höchst ungewöhnliche Situation“, so Boxenreporter Kai Ebel im Interview.
Wo sonst Männersender NITRO immer montags live seine Fußballshow „100% Bundesliga“ produziert, wird es am 4. und 5. Juli laut. Moderator Florian König präsentiert von hier aus das Qualifying am Samstag und am Tag darauf das Rennen. Am Sonntag stehen die beiden Experten Nico Rosberg und Timo Glock an seiner Seite. Auch die beiden Kommentatoren Heiko Waßer und Christian Danner beobachten das Renngeschehen von Köln aus. Grund für das Ausweichen in die Sendezentrale sind die restriktiven Sicherheitsmaßnahmen in Spielberg, ohne die ein Start der Formel 1 gar nicht möglich gewesen wäre. Immerhin erlauben es die redaktionellen Rahmenbedingungen, dass RTL an der Rennstrecke zwei Funkkameras einsetzen kann. Die Reporter Kai Ebel und Felix Görner sind somit vor Ort, um Interviews führen und von der besonderen Atmosphäre vor Ort live berichten zu können. Neben den beiden sind zwei Kameramänner, zwei Tonassistenten, vier Techniker und zwei Producer für RTL akkreditiert.

Vor dem Countdown zum Rennen ab 14:00 Uhr zeigt RTL ab 13:30 Uhr die Reportage „Mit Vollgas aus der Corona-Krise“. Sie zeigt, wie die Formel 1 während des Lockdowns auf die Pandemie reagiert hat. Die vielen Hilfsprojekte der Teams und der Erfolg der eigenen E-Sports-Serie der Formel 1 sind u.a. Themen des Spezials.

ntv wird zum Neustart der Saison an jedem Rennwochenende die ersten und zweiten freien Trainings freitags entweder live im Fernsehen oder live im ntv.de-Eventstream übertragen. Zum Saisonauftakt in Österreich zeigt ntv das zweite freie Training am Freitag, den 3. Juli, ab 14:55 Uhr live im TV sowie das erste freie Training am Freitagvormittag live im ntv.de-Eventstream.
Alle Rennen und Qualifyings bei RTL inklusive der Vor- und Nachberichte werden wieder in UHD übertragen.
TVNOW zeigt die Formel 1 für Premium-Kunden im Livestream. Nach Ausstrahlung sind alle freien Trainings, Qualifyings, Countdowns, Rennen und Highlights 14 Tage lang in Deutschland frei abrufbar.

Boxenreporter Kai Ebel im RTL-Interview:

 

… über die Regularien vor Ort: "Es gibt so viele Regularien, dass sie in einem mehrseitigen Papier zusammengefasst sind. Es herrscht Maskenpflicht, zudem müssen wir den kompletten Tag Buch führen, mit wem wir Kontakt hatten. Alles ist streng reglementiert, ein bisschen habe ich das Gefühl, zur Berichterstattung an die Front zu fahren. Aber wir werden das Beste daraus machen, denn ohne dies wäre kein Start der Formel 1 genehmigt worden.“

… über die geltenden Sicherheitsbestimmungen: „Ich musste jetzt vor der Einreise noch einen Test machen lassen und der nächste steht dann direkt vor Ort an. Ich werde auch alleine mit dem Auto alleine anreisen, anstatt den Flieger zu nehmen.“

… über seinen Reportereinsatz: „Ich habe als Boxenreporter immer davon gelebt, dass ich mich frei bewegen und dabei improvisieren konnte. Nun muss ich halt Dienst nach Vorschrift machen und mich genau dahin stellen, wo ich hinbeordert werde. Das ist eine Situation, die für mich zunächst einmal höchst ungewohnt ist."

… über seine sportliche Prognose: „Eine sportliche Prognose fällt mir schwer. Die letzten Tests waren im Februar/März, seitdem fehlt jede Grundlage, um eine seriöse Einschätzung abgeben zu können. Die Teams haben zuletzt zwar ihre Kurztests durchgeführt, aber die sind natürlich nicht so aussagekräftig, weil nicht gegeneinander gefahren wurde. Ich habe ein bisschen die Hoffnung, dass die Langeweile in der Bundesliga durch die Bayern-Dominanz in der Formel 1 aufgebrochen wird. Ich hoffe und denke, das Red Bull mit Max Verstappen sehr stark sein werden. Bei Ferrari ist eine entscheidende Frage, wie Sebastian Vettel damit umgeht, dass Ferrari eher auf Charles Leclerc als auf ihn setzt. Wird er im Kopf nun frei sein und besonders gut fahren, oder wird er sich besonders schwertun mit den Machtverhältnissen?“

… über die Spekulationen um Sebastian Vettels sportliche Zukunft: „Die Alternative für einen wie Vettel wäre nur ein Top-Team. Aber die Plätze scheinen immer dünner zu werden, da gibt es einfach kaum mehr Alternativen. Er hat sich nichts mehr zu beweisen, daher glaube ich, dass er aufhört."

… über den Ausstieg von RTL am Ende der Saison und seinen Abschied als Boxenreporter: „Jedes Kapitel im Leben geht einmal zu Ende, danach schlägt man wieder ein neues auf. Die jetzige Situation erinnert mich an damals, als RTL die Bundesliga-Rechte verloren hatte. Wir standen mit leeren Händen da, doch dann ist plötzlich und quasi aus dem Nichts die Formel 1 mit Michael Schumacher immer größer geworden. Zudem haben wir den Boxsport mit Henry Maske und Axel Schulz zu etwas Großem aufgebaut. Ich will damit nur sagen: Jedes Ende ist ein neuer Anfang und ich schaue, was das Universum für mich bereithält. Da gibt es immer Möglichkeiten, man muss sie nur sehen und dann zugreifen. Eine Tür geht zu und zwei andere gehen auf."

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