Unterschiedliche Erntebilanz 2020 der AGRAVIS Raiffeisen AG

Im Arbeitsgebiet der AGRAVIS Raiffeisen AG ist die Getreideernte abgeschlossen. Auch in diesem Jahr werden die Erträge vom Wetter regional unterschiedlich stark beeinflusst, so dass die Bilanz unterschiedlich ausfällt.
Hier ein Überblick:

Ostfriesland: Durchschnittliche Ergebnisse für Wintergerste
In Ostfriesland hat die nasse Witterung im vergangenen Herbst und Frühjahr zu einer verzögerten Aussaat geführt. Dies zieht Ertragseinbußen nach sich. Laut Stefan Pielsticker, Geschäftsführer der AGRAVIS Ems-Jade GmbH, lagen die Ergebnisse des Winterweizens mit zirka 7 bis 8 Tonnen unter den Erwartungen, während die Wintergerste mit 8 bis 9 Tonnen und der Raps mit 4 Tonnen durchaus erfreuliche Ergebnisse erzielen. Auf etwa 7 Tonnen kommen aktuell Hafer und Sommergerste, wobei die Ernte dieser Kulturen gerade erst beginnt. "Die Qualitäten sind allesamt über dem Schnitt, allerdings werden die hohen Hektoliter-Gewichte der vergangenen Jahre nicht erreicht", fasst Pielsticker zusammen. Durch Schädlinge fielen in der Region keine nennenswerten Schäden an. Da der Mais aktuell sehr gut steht, werden hier keine Einbußen erwartet.



Niedersachsen: Sehr heterogene Ernteerträge
Im Arbeitsgebiet der AGRAVIS Niedersachsen-Süd GmbH (ANS) ist die Getreideernte seit vergangenem Sonntag beendet. Die Erträge sind sehr heterogen: Sie reichen von großen Enttäuschungen bis hin zu überraschend hohen Erträgen. Die Gerste liegt bei durchschnittlichen bis sehr guten 6 bis 10 Tonnen pro Hektar, der Raps bei guten bis sehr guten 3,5 bis 5,4 Tonnen pro Hektar. Beim Roggen verzeichnen die Landwirte gute 6 bis 10 Tonnen pro Hektar. Der Ertrag beim Weizen reicht von 6 bis 12 Tonnen pro Hektar. Die Erfahrung der Branche, dass der Proteingehalt beim Weizen in diesem Jahr eher unterdurchschnittlich ist, bestätigt auch Rainer Widdel, gemeinsam mit Alexander Nergonewitsch Geschäftsführer der AGRAVIS Niedersachsen-Süd GmbH: "Die Proteine sind etwas schlapp." Durch die Frühsommertrockenheit waren die Getreidebestände ausgedünnt, der Regen kam für die späteren Kulturen aber noch rechtzeitig. Durch den im Boden vorhandenen Stickstoff habe die Region aber noch Glück mit den Proteinwerten: "Das hätte auch schlimmer kommen können".
Dem Mais fehlt aktuell der Regen. Die aktuelle Situation auf den Feldern ist schon wieder angespannt: "Wenn wir noch fünf bis sieben Tage dieses hochsommerliche Wetter behalten, werden wir noch im August Mais häckseln", erklärt Widdel. Da es aber in der Region der ANS bald regnen soll, rechnet er mit einer Entspannung. Auf den ganz sandigen Böden ohne Beregnung kommt der Regen allerdings zu spät.

Osten: Erfassungsmengen nicht zufriedenstellend
Trockenheit und Nachtfröste haben die Ernteerträge in den östlichen Bundesländern negativ beeinflusst. "Wir haben mehr erwartet, aber in Summe erreichen wir das Vorjahresniveau", resümiert Wilhelm Winkelmann, Agrarhändler bei der Baro Lagerhaus GmbH. Vor allem östlich des Harzes in den Regionen rund um Erfurt und Querfurt wurde erstaunlich wenig geerntet. Aber nicht nur das Wetter hatte Auswirkungen auf die Ernte. "In Thüringen gab es massive Schäden durch Schadnager", berichtet Winkelmann. Dennoch sind die Erträge in diesem Bundesland, insbesondere südlich der A4, aber zufriedenstellend. Insgesamt liegen die Erträge im Osten niedriger als im Westen, was sich auf den Proteingehalt auswirkt. "Dort wo schlechter geerntet wurde, ist das Protein auch mehr in das Korn gekommen", erklärt der Agrarhändler. Im Schnitt ist der Proteingehalt um 1 Prozent gesunken.
Die Prognosen für die bevorstehende Maisernte sind nicht allzu vielversprechend. Die Maispflanzen benötigen dringend Regen. "Im Juli sah noch alles gut aus, aber wenn der Regen nicht bald kommt, wird der Mais im August noch gehäckselt werden müssen", hält Winkelmann fest.

Ostwestfalen: Bodengüte bestimmt die Weizenerträge
In Ostwestfalen zieht Stefan Bobbert, Außendienstler bei der AGRAVIS Kornhaus Ostwestfalen GmbH, erneut positive Bilanz bei der Gerste. "Wie im vergangenen Jahr konnten wir durch den milden Winter über alle Standorte hinweg stabile Erträge mit guten Hektolitergewichten verzeichnen", resümiert Bobbert zufrieden. Bei Triticale und Roggen stelle sich die Situation dagegen sehr heterogen dar. "Die regional stark schwankenden Erträge sind die Folge von zu späten bzw. zu gering ausfallenden Niederschlägen. Hinzu kommt, dass Roggen hier überwiegend auf schwachen Standorten angebaut wird, wodurch die Auswirkungen deutlich spürbarer sind", erläutert der Pflanzenbauexperte.
Auch der Großteil der Winterweizenbestände ist bereits vom Halm. Das Fazit fällt durchwachsen aus. "Durch die lange Trockenphase im Frühjahr von rund sieben Wochen und die begrenzten Regenmengen zur Ernte hin ergeben sich je nach Bodengüte stark schwankende Erträge. Auf den guten Standorten sind sie stabil, auf den schwachen Standorten dagegen gehen die Erträge teilweise runter auf 5 bis 6 Tonnen pro Hektar. Aus der Streubreite resultiert eine knapp unterdurchschnittliche Ernte", fasst Stefan Bobbert zusammen. Beim überwiegenden Teil der Weizenbestände gebe es außerdem Einbußen im Hinblick auf die Qualität. "Stand heute fehlen etwa ein Prozent Proteingehalt zum Brotweizen. Aller Voraussicht nach wird sich dieser Trend durch eine bedarfsgerechte Düngung auch in Zukunft so weiterentwickeln", schätzt Bobbert die Situation im Rahmen der Herausforderungen durch die Düngeverordnung ein. "Mit dem Gesamtergebnis der Getreideernte können wir in diesem Jahr dennoch zufrieden sein. Es gab keine großen Überraschungen und kein Lager durch Trockenheit. Die Ertragsmengen und -qualitäten stimmen weitestgehend, die Fallzahlen sind gut."
Nach drei enttäuschenden Jahren können die Rapsanbauer in Ostwestfalen erstmals aufatmen. "Mit 4 bis 5 Tonnen pro Hektar liegen die Erträge bei Raps deutlich über dem Schnitt der Vorjahre von nur 3,5 bis 4 Tonnen pro Hektar, was in Summe rund 15 bis 20 Prozent ausmachen wird. Grund dafür ist ein deutlich geringerer Schädlingsbefall und Krankheitsdruck. Die Schädlinge stellen ein großes Problem im Rapsanbau dar", hebt Bobbert hervor.
Mit Blick auf die Maisernte sind die Voraussetzungen für eine normale Abreife zwischen Mitte September und Mitte Oktober aktuell gut. "Ihren Entwicklungsrückstand nach der Kälteperiode im Mai haben die Bestände super aufgeholt, jedoch war die Wasserversorgung über die Sommermonate sehr knapp. Daher gehen wir zum jetzigen Zeitpunkt von einer durchschnittlichen Ernte aus", sagt Stefan Bobbert.

Westfalen-Süd: Ordentliche Erträge, aber weniger Proteingehalt
Im Arbeitsgebiet des AGRAVIS Kornhauses Westfalen-Süd GmbH – süd-östliches Ruhrgebiet sowie Sauer- und Siegerland – haben die Landwirte ordentliche Ernteergebnisse erzielt. So waren es im nördlichen Arbeitsgebiet bei der Gerste im Schnitt rund 8 Tonnen, beim Weizen etwas mehr als 9 Tonnen pro Hektar. Dennoch gibt es einen Trend, der nicht zufriedenstellend ist: "Man merkt, dass die Qualität gelitten hat", sagt Frederik Fischer-Neuhoff. Er ist beim Kornhaus für den Handel mit Getreide verantwortlich. Der Proteingehalt gehe zurück, so der Agrarhandelsexperte.
Das große Sorgenkind bleibt der Raps. "In unserer Region gibt es Totalausfälle", berichtet Fischer-Neuhoff. Teilweise fiel die Ernte mit 700 Kilogramm pro Hektar viel zu gering aus. Im Schnitt hätten die Kunden ca. 3 Tonnen eingefahren.
Positiv entwickeln sich dagegen die Maispflanzen. Auch in höheren Lagen scheinen sich die Witterungsbedingungen bislang positiv ausgewirkt zu haben. "Die Niederschläge kamen für den Mais sehr passend." Im September sei – Stand jetzt – mit guten Ernteergebnissen zu rechnen.

Zu den Extraseiten zur Ernte 2020

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den Bereichen Agrartechnik und Energie. Darüber hinaus wird ein Einzelhandelsgeschäft in den
Raiffeisen-Märkten betrieben. Eine nennenswerte wirtschaftliche Rolle kommt zudem dem Baustoffhandel zu.
Die AGRAVIS Raiffeisen AG ist Großhandelspartner der Primärgenossenschaften vor Ort, die das Geschäft mit den Landwirten verantworten. Daneben beliefert die AGRAVIS Raiffeisen AG über
Tochtergesellschaften - in Regionen ohne Primärgenossenschaften - die Landwirte auch direkt.
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