SALZBURG: Zentrum der Kunst

Immer wenn ich an Salzburg denke, dann weiß ich ganz genau: Da zieht es mich immer wieder hin. Ich kenne Buenos Aires ebenso wie Tokyo, Honolulu, Rio, Caracas oder Montreal, doch keine Stadt zieht mich so in ihren Bann, wie Salzburg es vermag.

Geht man durch die kleine große Stadt, so sind es die schönen Häuser, die malerischen Gassen, die Kaffeehäuser als auch die Gastronomie mit der immer schmackhaften Küche. Letztendlich auch die Sprache, schmeichelt der Dialekt doch den deutschen Ohren immer wieder neu. Als ob das nicht schon mehr als genug ist, begeistert die Geschichte der Stadt, die Museen, die beeindruckende Festung Hohensalzburg oder der Mönchsberg mit seiner schönen Aussicht über Stadt und Land.

Genau an diesem Punkt beginnt nun das absolute Highlight, um das man Salzburg in der ganzen Welt bewundert und beneidet. Wandeln Sie vom Franziskaner-Kloster zu den Katakomben am Petersfriedhof. Nehmen Sie sich Zeit, genießen Sie die prachtvollen Bauten und einen Friedhof, den man wirklich ungern wieder verlässt, weil er einfach wunderschön angelegt ist!

Danach gehen Sie weiter in Richtung Mönchsberg, wobei Sie auf halben Weg an einem Gebäude vorbeikommen, das auf den ersten oberflächlichen Blick nicht heraussticht, aber ohne das Salzburg trotz aller Schönheit nicht Salzburg wäre. Das Konzerthaus und die Salzburger Festspiele!!!

Mit großer Freude kann man feststellen, Corona bremst zwar etwas aus, aber die Vorführungen sind weiterhin fast immer frühzeitig ausverkauft, die High-Society, als auch der Kunst liebende Bürger können sich eine Auszeit vom Alltag verschaffen. Beinahe unnütz zu erwähnen, dass seinerzeit nicht nur Herbert von Karajan einen beträchtlichen Anteil am Ruhm des Hauses hat, schon davor, nämlich in den Gründerjahren, gab es Inszenierungen, die ihresgleichen suchten. Tradition verpflichtet, weshalb auch heute, genau 100 Jahre später, die damals bejubelte Aufführung von Jedermann (Insz.: Max Reinhardt) im moderneren Gewand wieder gespielt wird, obwohl sie eigentlich immer dabei war. Jedermann gehört einfach dazu!

Niemand Geringerer als Caroline Peters in der Rolle der Buhlschaft wird uns dieses Jahr damit erfreuen. Zugleich auch eine wunderbare Gelegenheit Frau Peters als facettenreiche Künstlerin zu erleben, fernab von TV, obwohl sie uns auch da begeisterte. Doch ist schon ein gewaltiger Unterschied zwischen Frau Haas in Hengasch und der Buhlschaft auf der Bühne. Peters spielt es nämlich nicht, sie ist es in dem Moment, wo sie die Bühne betritt. Überzeugender kann es nicht sein.

In einem kürzlich ausgestrahlten Interview auf 3SAT wurde es erklärlicher. Sie konzentriert sich nicht einfach auf die Rolle, sie versucht die Figur zu ergründen, zu analysieren und erst danach kommt das, was wir Laien als Rolle lernen verstehen. 

Frevelhaft kann ich mir den Gedanken nicht verkneifen, wie viele der berühmten Größen aus Hollywood an dieser Stelle wohl kläglich versagt hätten. Vor einer Kamera stehen beinhaltet immer die Möglichkeit der Wiederholung, aber auf der Bühne gibt es nur eine einzige Chance zu überzeugen und deshalb bleibt das ausschließlich Könnern vorbehalten. Daran sollte man immer denken, wenn man im Theater sitzt. Kino kann fast jeder, Theater noch lange nicht.

Kleine Anmerkung zum „schlichten“ Bühnenbild. Hier zeigt sich der Wandel zur Moderne besonders deutlich. Oft genug, besonders in einer Oper, will anfänglich das Auge „mithören“. Schöne Kulisse als prachtvoller Anblick. Jedenfalls dachte man häufiger so. Interessant ist nun der Umstand, nach wenigen Minuten einer Aufführung ist das plötzlich nicht mehr von Bedeutung, die Darbietung, ob Schauspiel oder Musik, hat einen dermaßen in ihren Bann gezogen, dass man das Bühnenbild nur noch ganz nebenbei wahrnimmt, wenn überhaupt. Genau genommen, man konzentriert sich viel mehr auf das Gebotene. Hat was.

Einen kleinen Tipp möchte ich dem Leser für seinen Besuch in Salzburg noch an´s Herz legen. Scheuen Sie nicht die frühe Morgenstunde, denn besonders im Herbst mit seinen schönen Farben sollten sie bei Sonnenaufgang auf dem Mönchsberg sein. Recht häufig bildet sich kräftiger Bodennebel, die Kirchturmspitzen schauen aus einem „Wattepaket“ heraus, darüber der blaue Himmel und dann schält sich ganz langsam die Stadt in ihrer Schönheit heraus. Ein Anblick wie aus einem Märchen.

Wer von Ihnen nun das große Glück hat die Stadt während der Festspiele zu erleben, gar einer Aufführung beizuwohnen, dem bleibt es eine dauerhafte fantastische Erinnerung. Gönnen Sie sich mal etwas Besonderes!

 

Veröffentlicht von:

Ulli Zauner

Am Krausen Baum 6
40489 Düsseldorf
Deutschland

Ansprechpartner(in): Ulli Zauner
Pressefach öffnen

Firmenprofil:

Ich arbeite ausschließlich als Freelancer

Zuletzt veröffentlicht:

Schlagzeilen, bloß nicht lesen! - 22.05.2022

Der kleine Macher - 09.05.2022

Hawaii, musikalische Träume - 01.05.2022

Ostern steht vor der Tür - 09.04.2022

Änderungen am 01. April - 31.03.2022

ÖPNV zum Nulltarif? Nein danke! - 26.03.2022

Bitterböse Satire - 13.03.2022

Fränkische Fastnacht, eine Gretchenfrage - 23.02.2022

Rosarot mit Sarah - 21.02.2022

Happy Valentine - 14.02.2022

176 Besucher, davon 1 Aufrufe heute