Carmen

Schonungslos erzählt die Autorin in ihrem Buch von den Ängsten, von Schuld und Scham, die Missbrauchsopfer empfinden und die es oft unmöglich machen, Hilfe zu suchen.

Vorwort des Buches:
In den letzten Jahren ist sexueller Missbrauch fast ein Modewort geworden. In den Medien wird darüber berichtet und es scheint zum Alltag zu gehören, immer wieder von Missbrauchssituationen zu hören oder zu lesen. Wirklich ›aufregend‹ sind inzwischen nur mehr Fälle, die nicht alltäglich sind.
Wie geht es aber den Betroffenen?
Kindern, die mit dieser Erfahrung ein ganzes Menschenleben meistern müssen?
Wie geht es aber den Betroffenen?
Kindern, die mit dieser Erfahrung ein ganzes Menschenleben meistern müssen?
Wo hört man von diesen Menschen, die selber erlebt haben und daher wissen, was Missbrauch wirklich heißt?
Hinter Schlagzeilen und Urteilen versteckt sich die Scham, die die Betroffenen stumm macht.
Wer gibt dieser Scham eine Stimme?
Wer hat Ahnung von den Ängsten, die sich ganz tief in der Seele eingeprägt haben?
Meinem Gefühl nach verkriechen sich die Opfer immer mehr, je lauter die Täter angeprangert werden, je mehr Verurteilung geschieht. Was aber bleibt den Opfern auch anderes übrig? Die Gesellschaft verurteilt, ohne von den sensiblen und fragilen Gefügen im Verborgenen, zu wissen. Die Opfer schämen sich nicht nur für sich selbst. Nein, sie schämen sich für die Täter und für ihre Familien. Und wieder schließt sich der Kreis. Schweigen aus Scham.
Ich habe mir über diese Scham viele Gedanken gemacht. Sie ist mir vertraut, ist tief in mein Innerstes eingebrannt. Vor allem wird sie wohl für immer in mir bleiben.
Vor ungefähr fünfundvierzig Jahren hat mich mein behandelnder Arzt erstmals dazu ermuntert, diese Scham Urheberrechtlich geschütztes Material zu überwinden und das Schweigen zu brechen. Ich weiß, dass er es ehrlich und gut gemeint hat.
In den Medien ist diese Schamgrenze mit den Jahren gefallen und so nach und nach wurde es gestattet, über ein so intimes Thema wie Missbrauch, zu berichten. Die Öffentlichkeit wurde immer öfter damit konfrontiert.
Mein wunderbarer Arzt hat in den letzten fünfundvierzig Jahren nicht locker gelassen. Seine Rolle hat sich vom Arzt zum Mentor und väterlichen Freund gewandelt. Etwas ist aber gleich geblieben: seine Ermunterung, endlich über meine Schamgrenze zu springen und das Schweigen zu brechen.
Lange Zeit lag das Manuskript zu diesem Buch in einer Lade und wartete darauf, veröffentlicht zu werden. Die erste Hürde der Scham hatte ich ja überwunden, indem ich Erlebnisse und Erfahrungen niederschrieb. Die nächste Hürde, die für mein Gefühl noch viel größere, die Veröffentlichung, brauchte eine Extraportion Mut, die ich inzwischen auch aufgebracht habe.
»Ein Buch geht in die Welt und wird positive und negative Reaktionen hervorrufen«, hat mein väterlicher Freund gesagt. Wie so oft wird er wohl auch diesmal recht behalten.
Ich werde immer wieder gefragt, warum ich mir dies antue und ich habe viel über diese Frage nachgedacht. Es gibt einige Punkte, die ich Ihnen etwas näher erläutern möchte:
Mein Buch soll eine Schilderung von einem Teil meiner Kindheit und Jugend sein – so, wie ich mich daran erinnere. Jedes Mitglied dieser Familie hat eine eigene Erinnerung, eine eigene Geschichte. Ungefähr so, wie ich es geschrieben habe, ist meine eigene, meine ganz subjektive Erinnerung. Personen und Orte habe ich verändert, um meine Familie und auch mich zu schützen. Die Erinnerungen in diesem Buch stammen aus einem Urheberrechtlich geschütztes Material Zeitraum von ungefähr zwanzig Jahren und stellen nur einen Teil meines Lebens dar.
Ich möchte mit diesem Buch nicht beschuldigen oder verurteilen. Urteile hat es genug gegeben und die Schuldfrage möchte ich gar nicht stellen.
Ich möchte aufzeigen, wie Familienstrukturen und gesellschaftliche Wertvorstellungen wirken können und was bei einer ganz normalen Durchschnittsfamilie ablaufen kann. Ich möchte aufzeigen, dass nicht alles schwarz oder weiß ist, sondern dass es viele, viele Nuancen dazwischen gibt.
Weiters möchte ich mit diesem Buch Mut machen. All jenen, die ein ähnliches Schicksal erlebt haben oder erleben. Manchmal ist es recht hilfreich zu sehen oder zu wissen, dass es andere Menschen gibt, die ganz ähnlich fühlen oder leiden. Vielleicht können diese Menschen meine Verbundenheit mit ihnen spüren – ein recht wichtiges Gefühl in solcher Not.
Und noch ein mir recht wichtiges Anliegen möchte ich mit diesem Buch vermitteln:
Die Wichtigkeit eines achtsamen Umgangs mit diesem sensiblen Thema seitens der Medien. Sexueller Missbrauch ist wohl das Intimste, das preisgegeben werden kann. Als Opfer steht man sozusagen nackt da, nichtnur der Unschuld, sondern auch der schützenden Anonymität beraubt durch Medien, die mitunter (Vor)urteile schnell zur Hand haben.
Ich möchte damit nicht in die dunkle Zeit des vorigen Jahrhunderts, in dem dieses Thema unaussprechlich war, zurückkehren. Aber ich wünsche mir, dass das Aufzeigen mit großer Sensibilität und Achtung geschieht. Urteilen jedoch sollen die, die dazu bestimmt sind. Möge der Gedanke, dass jede Verurteilung des Täters auch ein Stück weit das Opfer mitverurteilt, nicht ungehört verhallen.
Meist leben Täter und Opfer in enger Beziehung. Ich wünsche mir, dass alle, die dieses Buch lesen, für die feinen Vorgänge, die in Systemen wie Familien ablaufen, sensibilisiert werden, und, dass eine wertfreie Auseinandersetzung mit diesem Thema stattfinden kann.
Ina Klein

Buchbeschreibung:
Carmen ist gerade einmal fünf Jahre alt, als ihr großer Bruder beginnt, sie an Stellen zu berühren, die tabu sind. Das Mädchen versteht noch nicht, was hier geschieht, instinktiv erkennt sie aber, dass hier irgendetwas nicht stimmt.
Über Jahre hinweg missbraucht Hans seine kleine Schwester und sie schämt sich unendlich, wagt es aber nicht, sich jemanden anzuvertrauen.
Immer wieder versucht sie, sich das Leben zu nehmen – sie kann nicht mehr …
Schonungslos erzählt die Autorin von den Ängsten, von Schuld und Scham, die Missbrauchsopfer empfinden und die es oft unmöglich machen, Hilfe zu suchen.

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Britta Kummer ist Autorin. Sie schreibt Kinder-, Jugend- und Kochbücher, wurde in Hagen geboren und wohnt heute in Ennepetal.
Zusätzlich gibt es auch zwei Bücher zum Thema MS. Diese sind aber keine Fachbücher über die Krankheit MS (Multiple Sklerose), sondern die MS-Geschichte der Autorin.
Ihr Buch „Willkommen zu Hause, Amy" wurde im Januar 2016 mit dem Daisy Book Award ausgezeichnet. Der Kärntner Lesekreis „Lesefuchs“ vergibt in unregelmäßigen Abständen diese Auszeichnung für gute Kinder- und Jugendliteratur.
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