Schweizer Kinos mit grossen Sorgen

Mit grosser Sorge hat ProCinema, der Dachverband der Schweizer Kino- und Filmverleihunternehmen, die vorläufige Schliessung von Kinos im Kanton Wallis auf Grund der Coronapandemie zur Kenntnis genommen – gleichzeitig aber mit Zufriedenheit registriert, dass bisher keine weiteren Kantone diesem Beispiel gefolgt sind. Für die Schweizer Kinos, die auf ein umfassendes und bewährtes Schutzkonzept setzen, hätte ein ausgedehnter Lockdown verheerende Folgen.

Seit der Wiedereröffnung der Kinos Anfang Juni 2020 nach dem nationalen Lockdown haben die Schweizer Kinobetreiber ein Schutzkonzept umgesetzt, das sich bewährt hat: Während den letzten fünf Monaten ist kein einziger Fall dokumentiert, in welchem sich eine Person in einem Kinosaal mit dem Coronavirus angesteckt hätte. Dies gilt auch für grössere Anlässe wie etwa das Zurich Film Festival oder das Festival du Film Français d’Helvétie in Biel.

Umso mehr zeigt sich ProCinema, der Dachverband der Schweizer Kino- und Filmverleih­unternehmen, besorgt über die jüngst im Kanton Wallis beschlossene vorübergehende Schliessung der Kinos aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen. Hingegen haben die Kinos, Kinoverleiher und auch der Schweizerische Kinoverband mit Zufriedenheit zur Kenntnis genommen, dass bisher keine weiteren Kantone diesem Beispiel gefolgt sind.

Bewährtes Schutzkonzept und Maskenpflicht

ProCinema hat für die Branche ein umfassendes Schutzkonzept ausgearbeitet, das durch die Kinosäle in den einzelnen Landesteilen und Kantonen in enger Abstimmung mit den Behörden umgesetzt wird. So gelten grösstenteils deutliche Beschränkungen bei der Anzahl Tickets, die pro Vorstellung verkauft werden.

Weiter müssen die Kinogäste gemäss der bundesrätlichen Weisung zwecks Contact Tracing registriert werden. Es ist den Kinos überlassen, ob sie dies mit Präsenzlisten, einem Registrierungssystem oder dem Online-Ticketing lösen wollen. ProCinema gehörte nebst ausgewählten Gastronomie-Unternehmen zu den ersten in der Schweiz, die dafür eine eigens entwickelte App («Mindful Check-In») verwenden. Diese garantiert ein anonymes Check-in und höchste Datensicherheit.

Darüber hinaus setzt ProCinema auf umfangreiche Hygienemassnahmen sowie Regelungen zur Wahrung der Distanz zum Schutz von Kinogästen und Mitarbeitenden.

Im Weiteren hat der Bundesrat beschlossen, dass per 19. Oktober 2020 neu auch in öffentlich zugänglichen Innenräumen eine Maskentragpflicht gilt – dazu zählen nebst zum Beispiel Geschäften, Einkaufszentren, Banken, Poststellen, Museen, Theatern oder Konzertlokalen auch die Kinos. Dies erhöht die Hygienesicherheit zusätzlich deutlich – ebenso die Tatsache, dass die Menschen im Kino hintereinander sitzen und keine langen Diskussionen miteinander führen, sondern den Kinofilm geniessen.

Fatale Auswirkungen auf die gesamte Filmbranche

ProCinema ist allen Kantonen dankbar, die auf eine Schliessung der Kinosäle verzichten. Ein ausgedehnter oder gar nationaler Lockdown hätte für die Kinobetreiber dramatische wirtschaftliche Folgen. Schon heute bewegt sich die Auslastung der Kinos auf Grund der eingeschränkten Kapazität auf einem tiefen Niveau. Ausbleibende Einnahmen bedrohen die Existenz zahlreicher Kinos und Verleihunternehmen.

Die Schliessung von Kinosälen hätte zudem negative Auswirkungen auf die gesamte Kultur- und Filmbranche und nicht zuletzt fatale gesellschaftliche Konsequenzen, sind Kinos doch gerade in der gegenwärtigen Situation wichtige Orte, wo die Menschen geistige Zerstreuung und damit wertvolle Unterstützung für ihre Psychohygiene finden. Als solche sollten Kinos und andere Orte der Kultur nicht die ersten, sondern die letzten Orte der Begegnung sein, die geschlossen werden.

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