Hurra Hurra 2021 ist da!

Halli hallo, hier spricht die Kaiserin!
Wie immer blicken wir zurück auf das vergangene Jahr, welches wir endlich hinter uns haben, doch nicht im Zorn. Natürlich hat es uns kaum schöne Momente beschert, doch hat es uns auch den Weg zu einem starken und einträchtigen Kaiserreich gewiesen. Auf Neudeutsch müsste es nun heißen: Make homing great again!
Mit ausgestreckter Faust, vielleicht sogar mit dem Stinkefinger, zeigen wir Covid-19 die Marschrichtung an. Dazwischen genießen wir die Zeit im vertrauten Heim, bei unseren Lieben und einem Tässchen Glühwein, warten geduldig auf jenen Piks, der uns von dem Übel erlösen soll.
Ein Gutes hat diese schlimme Zeit aber doch, denn: Viele Frauen sind nun Zuhause statt im Büro. Was für eine wunderbare Gelegenheit um endlich mal richtig kochen zu lernen, statt Tütensuppen und andere Fertigchemie aufzuwärmen, dem geliebten Gatten als kulinarischen Höhepunkt endlich erstmalig richtiges Essen zu servieren.
Zahlreiche Länder bemühten sich um passende Impfstoffe. Vornehmlich Schweiz, Deutschland, England und die USA. Aus Russland tönt ein lupenreiner Demokrat, unterstützt von einem deutschen Diener, man habe auch einen Impfstoff. Sputnik soll der heißen. Selbstverständlich ist das glaubwürdig, man muss nur auf das Signal achten, ein Sputnik macht doch immer piep, piep, piep …
Den Skeptikern sei gesagt: Keine Angst, Nowitschok soll nicht enthalten sein, Plutonium auch nicht.
Der alte Slogan: Von der Sowjetunion siechen lernen, erhält wieder eine neue Bedeutung.
Aber ich mag nicht ausschließlich über unangenehme Dinge sprechen, nein, ich habe eine sehr, sehr schöne Nachricht für meine geliebten Untertanen. Es geht ja immer noch das Gerücht um, ich würde mich nach der nächsten Wahl auf meine Datsche — äh Ranch — in Südamerika begeben und das Zepter weiterreichen. Fake News, um es mal auf Neudeutsch zum Ausdruck zu bringen. Freut Euch, ich bleibe noch ein wenig! Mal ehrlich, wer außer mir, soll dieses atomfreie Land denn trotzdem in eine strahlende Zukunft führen? Kohlefrei wird unser schönes Kaiserreich auch bald sein. Niemand soll sagen dürfen, ich verkohle Euch! Nachfolger drängen sich zwar bereits auf, allerdings mit Veränderungswünschen die nicht meinen kaiserlichen Vorstellungen entsprechen.
Der eine will seine Lederhosen nicht ausziehen und dahoam in der kaiserlichen Provinz Bayern bleiben, der andere hält Vorträge über die Notwendigkeit einer Schutzmaske und setzt die im Flieger als Erster sofort ab, tzzz … Neuerdings meckerte er sogar gegen den Lockdown vor dem Weihnachtsfest, kurz danach war er überraschend ganz anderer Meinung. Und DER will mein Nachfolger werden? Dann sind bald weniger Untertanen da, Herr Kollege! Selbst vor Steuerrechnung auf einem Bierdeckel schreckt man nicht zurück, um in die engere Wahl zu kommen. Die jungen Wilden, wie ich immer sage, da fehlt noch ein wenig kaiserliche Erziehung. Dann bin ich auch der Meinung, es sollte ausschließlich eine Person mit fachlich qualifizierter Vorbildung in Frage kommen. Fähnleinführer bei den Pfadfindern reicht da nicht aus, als Minimum betrachte ich eine erfahrungsreiche Tätigkeit, z.B. als FDJ-Sekretär, diplomierter Kunstblumenmacher, vielleicht auch ein Plastefacharbeiter?! Reißen alle Stricke, tut´s zur Not auch ein Banker. Ganz schick würde ein Gärtner sein, den können wir dann zum Bock machen. Mein Favorit ist jedoch der staatlich geprüfte Unterhaltungskünstler, mit Freude den Beruf des Politikers ergreifend, denn: The show must go on …
Von den antikaiserlichen Parteien will ich absolut nicht reden, egal ob die sich publikumswirksam ihre Eigenheime nun mit roter oder grüner Fassadenfarbe anstreichen, gelbe Farbe ist kurz vor dem out, denn es bleibt immer noch nur eine Fassade!
Eine alternativ braune Färbung ist hingegen recht unansehnlich, definitiv keine Alternative, ein richtiges No-Go sozusagen.
Großes wird unsere Wissenschaft vollbringen, im neuen Jahr beginnen wir nach geeigneten Kandidaten für unsere geplante Mondrakete zu suchen. In der Nordsee ist dazu bereits ein Bauvorhaben in der Planung, ein Weltraumbahnhof für unser Kaiserreich. Da habe ich sofort Vorschläge für geeignete Astronauten unterbreitet, kenne ich doch zahlreiche Menschen, die ich ausgesprochen gerne auf den Mond geschossen hätte. Vorläufig bleiben die Namen aber geheim, sonst schreiben die Pressefuzzies wieder zahlreiche desinformative Reportagen.
Bauwerke: Hier stehen wir vor schwierigen Entscheidungen. Sollen wir die maroden Autobahn- und Eisenbahnbrücken weiterhin verrotten lassen, vielleicht als historische Denkmäler erhalten, oder gar abreißen? Die Benutzung sollten wir auf jeden Fall einschränken, womit wir dem Umweltgedanken gerecht werden, weil dann weniger Verkehr umsetzbar wird. Dazu streben wir den Ausbau vom Homeoffice an. Das kommt der Wirtschaft zugute, weil es den Anspruch an größere Wohnungen erfordert, was zu höheren Mieten führt, die bisher so arg gebeutelte, sozial stets höchst interessierte Immobilienwelt kann aufatmen.
Noch etwas in eigener Sache, adressiert an meine Kritiker: Immer schimpft Ihr herum, egal was ich mache, es ist falsch, sagt Ihr. Jetzt schlage ich Euch mal mit den eigenen Waffen. Wenn der Lieferdienst eines Online-Riesen nicht so liefert, wie Ihr das wollt, hört man doch immer den Aufschrei: Die sollen die besser bezahlen …
Sehr Ihr, nun bezahlt die kaiserliche Regierung bitte ordentlich durch stark erhöhte Steuern, dann arbeiten wir spontan nochmals besser als bisher! Kaiserliche Bestleistungen gibt es nicht zum Nulltarif!
Eine weitere schöne Neuigkeit kann ich stolz präsentieren. Wir, die kaiserliche Obrigkeit, also wir werden massiv gegen die Altersdiskriminierung einschreiten. Es ist wirklich ein Ärgernis und grobe Missachtung älterer Menschen, diese mit dem Renteneintritt als nicht länger produktiv zu bewerten. Gerade hier liegt doch Berufserfahrung und Lebenserfahrung nah beieinander, wir dürfen uns diesen wertvollen Eigenschaften gegenüber nicht länger verschließen. Ich bin aus diesem Grund für die Anhebung der Altersgrenze statt übereilten Rentenempfang. Meine Ratgeber befürworten den Renteneintritt mit 95. Wir werden immerhin alle viel älter als es durch Otto von Bismarck 1889 seinerzeit angedacht war. Dem muss man einfach Rechnung tragen. Ist auch schön für unsere älteren Bürger, kein Frusttrinken mehr in den Kneipen, herumlungern auf Parkbänken, gar Striptease im Altersheim, nein, es wird wieder konstruktiv gedacht. Es belebt alle Sinne vollkommen neu.
Das ein neues Jahr auch ein Zeichen für Hoffnung und schöne Dinge sein kann, erleben wir nun. Zahlreiche Filmproduktionsfirmen aus aller Herren Länder wollen in unsere prächtige Hauptstadt ziehen. Damals, als es noch ein filmendes Hollywood von Bedeutung gab, da guckten wir voller Spannung Gangsterfilme über San Francisco, Chicago und New York. Das ist nun vorbei, gibt es alles viel intensiver in unserer schönen Hauptstadt. Schüsse aus dem Geigenkasten, Jerry Cotton ermittelt? Da lacht der Hauptstädter nur müde drüber. Flanieren Sie mal in anspruchsvoller Kleidung über den Alex, Sie haben nicht nur verloren, Sie bekommen auch ein kriminalistisches Erlebnis der Sonderklasse, live! Von den anderen Szenevierteln reden wir lieber erst gar nicht. Und dann die Servicebereitschaft unserer Polizei, vorbildlich! Stellen Sie sich vor, Sie spazieren an einem warmen Sommerabend durch die Stadt. Es ist heiß, Sie schwitzen … kein Problem. Bald kommt ein Wasserwerfer der Einsatzkräfte und kühlt Sie fürsorglich. Wir toppen auch den berüchtigten Londoner Nebel, bei uns gibt es dicke Tränengasschwaden! Na, merken Sie es? Vergessen Sie Erlebnisparks, reisen Sie in die Hauptstadt! Ein letztes Beispiel: Roland Emmerich verriet mir kürzlich seine neuen Filmpläne. Sie werden staunen. Natürlich spielt der Film in unserer aller Hauptstadt des geliebten Kaiserreichs.
Hier ist das Exposé: Graf Dracula und das Frankensteinmonster leben zusammen in einer alten Burgruine, tief in den Karpaten. Deren Manager möchte das Geschäft beleben und schlägt einen Umzug in unsere Hauptstadt vor. Da bricht das pure Entsetzen aus. Dracula verflucht zuerst den Manager, dann beißt er ihn aus Wut über diese Pläne. Das Frankensteinmonster kniet nieder und betet zum Gott aller Monster, ihn davor zu verschonen. Er ist auch bereit für eine mildtätige Organisation zu arbeiten, aber bitte, bitte nicht in diese Hauptstadt. Sogar Godzilla verkriecht sich bei Nennung jenes Namens sofort in seine Höhle. Captain Kirk verzichtet auf eine Notlandung und fliegt mit zehnfacher Warpgeschwindigkeit lieber in ein schwarzes Loch. James Bond will spontan in Frührente gehen, eine Versetzung zu uns ist auch aus Gründen des Brexit unannehmbar. Austin Powers kündigte seinen Job, Versetzung in die Hauptstadt damit abgewehrt. Spannung pur, wir haben es geschafft, wir sind nicht nur in der großen Welt angekommen, auch im Guinnes-Rekordbuch. Mit dem teuersten und nutzlosestem Flughafen der Welt. Dafür aber in Nußbaum!
Partybegeisterte Einwohner haben wir auch in der schönen Hauptstadt, muss man einfach mal erwähnen. Da ist z.B. die Jessica. Unter einem „Künstlernamen“ streamt sie regelmäßig im Internet, manchmal sogar live aus dem Tierpark und behauptet, es sei der Dresdner Stadtpark, lol. Aktuell feiert sie ein Jubiläum und das wird natürlich groß gefeiert. Bereits zwanzigmal Entzug von diversen schädlichen Stoffen, aber ungebrochen macht sie weiter. Es kam sogar vor, dass sie sich vor der Kamera ausgezogen hat. Sie ist wohl ein Fan der Gebrüder Grimm, denn: Von einer die sich auszog, das Fürchten zu lehren … lassen Sie uns nun aber nicht zu streng sein, sonst kommt deren ehemaliger Nachbar und droht uns Prügel an. Das hat mir übrigens Steffi verraten, die eigentlich Cornelia heißt und angeblich ihre Tante ist. Da geht’s zu …, aufregender als jede Actionkomödie.
In diesem Sinn, meine herzallerliebsten Untertanen, ich wünsche Ihnen ein frohes neues Jahr, bleiben Sie gesund und singen Sie gemeinsam mit mir das alte Lied:
Wir woll´n niemals Kaiser Willem wiederhab´n … lasst uns an der Kaiserin erlab´n … bumm, huh und tschattattattaaaa …
In herzlicher Zuneigung, Eure Kaiserin Angelique

Veröffentlicht von:

Ulli Zauner

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