Apenburg – Retter ohne Geheimnisse

Ein Rettungssanitäter aus Apenburg bot aus Rache den Zeitungen Neuss-Grevenbroicher Zeitung und Rheinische Post persönliche Dokumente und Informationen über den Helmut T. aus Kaarst an, nachdem der Kaarster Schriftsteller T. kein Schweigegeld zahlen wollte.

Der Sanitäter (…) (redaktionell gekürzt) behauptete wahrheitswidrig, der beliebte Autor sei in der DDR Spitzel und wegen häuslicher Gewalt inhaftiert gewesen.
Um zu verstehen, was den Feuerwehrmann dazu trieb, muss man sein Leben betrachten.

Als Sohn einer Lehrerin und behütet durch seine Großeltern, ebenfalls Lehrer in der DDR, wuchs er ohne Not auf. Allerdings verlor er nach seiner Geburt den Vater an den Staatssicherheitsdienst der DDR. T. stellte die leibliche Vaterschaft aus nahe liegenden Gründen in Frage. (Familiengericht Osterburg) Und tatsächlich, wies das Vaterschaftsgutachten (…) nur als ehelichen Sohn, jedoch nicht als leibliches Kind mit größter Sicherheit aus.
Wie in der ehemaligen DDR üblich, waren Mutter und Großeltern staats- und regimetreu und erzogen ihn auch zur Treue. (BStU Akte des T.)
Vaterstelle nahm der neue Partner seiner Mutter ein. Er bemühte sich redlich um den Jungen.
Mit sechzehn suchte (…) die Nähe des Schriftstellers und Malers und erwartete von ihm eine größere Geldsumme für eine private Berufsausbildung. Als der sich weigerte, brach (…) den Kontakt wieder ab. Es folgte die Ausbildung zum Rettungssanitäter.

Als (…) von den Erfolgen Helmut T.‘s erfuhr, stellte er ihm ein Ultimatum und drohte mit der Veröffentlichung privatester Unterlagen und der unglaublichen Behauptung T, hätte für den gefürchteten Staatssicherheitsdienst gespitzelt. Dass Helmut T. selbst Opfer der Staatssicherheit war, verschwieg er dabei gelinde. Er wollte, wie es aussieht, dem erfolgreichen Autor verschiedenster Fachbücher, Dramen, Lyrik und Prosa nur schaden.

T. stellte den Zeitungen gegenüber die Sache richtig und bewies mit einem Aufhebungsurteil, dass die Behauptungen völlig aus der Luft gegriffen sind.

Der Wunsch Rache zu üben, dem T. zu schaden und sich zu bereichern standen für den Sanitäter im Vordergrund.
Der Rettungssanitäter brauchte Geld, da er sich mit einem Hauskauf finanziell übernommen hatte. Dies räumte der Lebensretter gegenüber dem Autor ein.

Es stellt sich die Frage, ob (…) grundsätzlich dazu bereit ist, Informationen über andere zu sammeln und der Öffentlichkeit preiszugeben.
Eine bedenkliche Eigenschaft für Rettungssanitäter.

Die Folge?
T. erstattete Anzeige wegen Erpressung und stellte Strafantrag.
Nun hat sich der Sanitäter in einem Ermittlungsverfahren zu verantworten.
Die Ermittlungen dauern an.

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