Wer rastet, der rostet – so lassen sich Standschäden vermeiden

Weiden in der Oberpfalz, 14. Januar 2021. Während der COVID-19-Pandemie und besonders in Zeiten von strengen Kontakt- und Bewegungsbeschränkungen nimmt die Nutzung des eigenen Autos ab. Reisebeschränkungen und Home-Office tragen dazu bei, dass das eigene Kfz seltener als zuvor bewegt wird. Das kann auch in kurzer Zeit zu sogenannten Standschäden führen, deren Reparatur ins Geld geht. A.T.U-Experte Christopher Lang gibt Tipps, wie man diesen vorbeugen kann.

Das Beste für ein Auto ist, es regelmäßig zu fahren. Das ist allerdings nicht immer möglich – gerade in der aktuellen Situation stehen viele Fahrzeuge häufig still. „Besonders den Bremsen, der Batterie oder auch den Reifen tut dieser Stillstand überhaupt nicht gut“, sagt A.T.U-Experte Lang. „Standschäden am Auto lassen sich allerdings durch ein paar einfache Maßnahmen größtenteils verhindern.“

Der Standplatten – Verformte Reifen durch Stillstand
„Steht ein Auto über längere Zeit immer an der gleichen Stelle und kommen die Reifen nicht ins Rollen, entsteht ein sogenannter Standplatten“, erklärt Christopher Lang. Dabei verformen sich die Reifen auf der ständig belasteten Seite und laufen nicht mehr rund. Handelt es sich nur um eine sehr leichte Verformung, erholt sich der Reifen oft auf den ersten Kilometern wieder. Bleibt das unrunde Fahrverhalten bestehen, müssen die Reifen getauscht werden. Um einem Standplatten entgegenzuwirken, sollte man den Reifen mit dem maximal angegebenen Luftdruck befüllen. Einerseits wird der Reifen dadurch runder und nicht so schnell auf einer Seite platt, andererseits lassen die niedrigen Temperaturen im Winter den Druck automatisch sinken. Die sicherste Variante ist, das Auto über die Standzeit hin und wieder zu bewegen oder alternativ aufzubocken. Auch sogenannte Reifenbetten oder Reifenschuhe können dabei helfen, die Pneus rund zu halten und zu schonen – so kann man sich in vielen Fällen den Kauf neuer Reifen ersparen.

Rostige Bremsen
An Autos, die nicht in einer Garage oder an einem trockenen Ort stehen, kann sich schnell Flugrost an den Bremsen bilden. „Der Entstehung von Rost kann man entgegenwirken, indem man die Bremsen vor dem Abstellen des Autos richtig trocken bremst“, sagt Lang und ergänzt: „Entsteht dennoch Rost durch Nässe, Schmutz und Streusalz, kann dieser meist durch kräftiges Bremsen wieder entfernt werden.“ Sofern das Auto nicht am Hang abgestellt wird, empfiehlt es sich nach Möglichkeit außerdem, den ersten Gang einzulegen und die Räder zur Bordsteinkante hin einzuschlagen anstatt die Handbremse anzuziehen, da sich die Feststellbremse bei langer Standzeit festsetzen kann.

Leere Autobatterie
„Auch wenn das Auto steht, entlädt sich die Autobatterie“, gibt A.T.U-Experte Lang zu bedenken, „denn die Alarmanlage oder eventuelle Kriechströme entziehen der Autobatterie den Strom auch im Stand.“ Um das Entladen zu verhindern und einer Tiefentladung oder Schäden vorzubeugen, sollte die Batterie bei längerer Standzeit an ein Erhaltungsladegerät angeschlossen werden. Auch ist es empfehlenswert, das Auto ab und zu für eine Bewegungsfahrt zu starten. Ist die Batterie dennoch leer, kann sie mit einem Ladegerät geladen werden – im ungünstigsten Fall ist Starthilfe vom Experten oder das Erneuern der Batterie notwendig.

Weitere Tipps
Vor dem Abstellen sollte der Fahrzeuginnenraum gut getrocknet werden. Feuchte Gegenstände oder Schneereste von der letzten Fahrt können im Innenraum über längere Zeit zu üblen Gerüchen oder sogar Schimmel führen. Auch auf die Klimaanlage sollte geachtet werden: wird diese nicht genutzt, können sich auf dem Verdampfer Bakterien und Schimmel vermehren. „Strömt aus der Klimaanlage beim Einschalten nach längerer Pause ein unangenehmer, muffiger Geruch, muss diese zwingend desinfiziert werden“, rät Lang.

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