Extreme Dürre bedroht die Menschen

(Düsseldorf/Münster) – In 10 Jahren droht Deutschland ein erheblicher Wasser-mangel. Zu diesem Ergebnis kommt das „Grünbuch zur öffentlichen Sicherheit 2020“, das für 2030 einen Trinkwassermangel prognostiziert. Weltweit sind die Prognosen noch düsterer. Bis zu 8 % der Weltbevölkerung wird zum Ende dieses Jahrhunderts von extremen Dürren bedroht sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Untersuchung, die Anfang Januar in der Zeitschrift „nature climate change“ erschienen ist.

Für Landesvorstand der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen sind diese Prognosen ein deutlicher Beweis, dass die Anstrengungen für den Klimawandel weiter intensiviert werden müssen. Der Vermeidung der CO2-Emission in der Coronakrise führt jetzt zwar in einem Jahr zu einer Reduktion, die auf dem Zielkorridor zur Erreichung des 1,5 Grad Ziels liegt. Dies bedeutet aber nicht, dass diese Zielerreichung nachhaltig ist. Es sind weitergehende, entschiedene und langfristig wirkende Maßnahmen erforderlich, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Dieses 1,5 Grad Ziel ist nicht ein politisch gesetztes, sondern ein naturwissenschaftlich erforderliches Ziel. Werden die 1,5 Grad über-schritten, ist zu befürchten, dass durch klimatische Beschleunigungseffekte die Überhitzung des Planeten schnell ansteigt. Ein derartiger Prozess bei Überschrei-tung der 1,5 Grad Marke wird auch unumkehrbar sein. Es genügt dann eben nicht mehr, etwas CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen, um wieder unterhalb der 1,5 Grad Marke zu kommen. Bei Erreichung der 1,5 Grad wird ein „Point-of-no-return“ überschritten. Die Vermeidung der Klimakatastrophe ist dann nicht mehr zu verhindern.

Ein Teil dieser Klimakatastrophe wird eine nationale und weltweite Wasserkatastrophe sein. Laut Erkenntnissen der Wissenschaftler wird dann die Süßwassermenge, die in Schnee, Eis, Flüssen, (Stau)Seen, Feuchtgebieten, Böden und Grundwasser gespeichert ist, massiv abnehmen. Besonders bedroht sind hierbei vor allem Regionen wie dem Mittelmeerraum, Südamerika oder dem östlichen Nordamerika, aber auch Deutschland wird von einer dramatischen Trinkwasserknappheit betroffen werden.

Weltweit bedeutet dies viele häufigere, schwerere und extremere Dürren. Hieraus resultieren einschneidende Konsequenzen für die Lebensgrundlagen der Menschen, die Ernährungssicherheit und die Entwicklung insgesamt. Die Studie im „nature colimate change“ kommt zu der belastbaren Prognose, dass sich die von extremen Dürren betroffene globale Landfläche und Bevölkerung mehr als verdoppeln könnte – von drei Prozent im Zeitraum 1976-2005 auf sieben bis acht Prozent am Ende dieses Jahrhunderts.

Eine solche Entwicklung führt nicht nur zu einer weltweiten Hungerkatastrophe durch die Vernichtung von für die Welternährung wichtigen Anbauflächen. Dies löst auch Flüchtlingsströme im nie dagewesenen Ausmaß aus. Wer dies verhindern will, muss endlich den Schutz des Klimas mit dem hierfür erforderlichen Ernst angehen.

Quellen:

Grünbuch zur öffentlichen Sicherheit 2020:

zoes-bund.de/wp-content/uploads/2020/12/201130_Gruenbuch_2020_digital-BF.pdf

“Global terrestrial water storage and drought severity under climate change” in: na-ture climate change, 11. Januar 2021:

www.nature.com/articles/s41558-020-00972-w

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