Die Rache der NASA

Wir erinnern uns? Nicht einmal 100 Jahre ist es her, muss so zu Beginn der 50er Jahre gewesen sein, da rückte die Weltraumforschung in den Blick der Öffentlichkeit. Böse Kreaturen vom Mars, von der Venus oder gar von Alpha Centauri überfielen die Erde, versklavten uns entweder oder vernichteten unsere Heimat, um sich selbst ein neues Zuhause zu schaffen.
Ängstlich kam man aus dem Kino, wo entsprechende Filme gezeigt wurden. Krieg der Welten und ähnliche Themen bereiteten den Bürgern schlaflose Nächte. Besonders bemerkenswert war in den USA eine Rundfunksendung, die den Bewohnern eine Invasion vom Mars vorgaukelte und es kam zu einer historischen Massenpanik. Kaum jemand bemerkte den Umstand, dass es nur ein Hörspiel war. In wirklich aller Munde war nun die Frage: Gibt es außerirdisches Leben? Selbstverständlich wäre es mehr als vermessen, wenn man in den endlosen Weiten des Universums glaubt ganz allein zu sein. Eines Tages wird sich die Frage beantworten, auch wenn es vielleicht zu Anfang nur ein Bakterium oder ein Würmchen ist.
Wissenschaftler in der ganzen Welt fasziniert die Frage nach Leben im All. Wie wird es sein? Menschenfresser, grausame Tiere wie Alien, gar ein gütiges aufgestiegenes Wesen?
Schluss mit lustig, die NASA wollte Fakten schaffen. Nicht wir werden vom Mars aus überfallen, der Spieß wird umgedreht und die Menschheit startet die Invasion des Mars. Glaubten wir früher noch, da kommen so Roboter, die uns angreifen, schicken wir die jetzt selbst los. Anno 2021, am 18. Februar, überfielen wir den Mars. Noch wissen wir nicht, ob es auch grüne Marsmännchen gibt, die dann vielleicht ihrerseits einen Film drehen, Gefahr von der Erde! Wir sind nicht allein …
Selbstverständlich verändert das die Lage. Zur Ehrenrettung der Menschheit sei aber gesagt, es sind aktuell keine Kampfroboter im Einsatz, es geht lediglich um Forschung. Natürlich schließt das Eine das Andere nicht aus, jedoch vielleicht erst etwas später.
Man gibt sich halt präventiver. Streng wirtschaftlich gesehen bieten sich Möglichkeiten der Superlative an. McDonalds arbeitet schon an einem Marsburger, Amazon will bald Marsausrüstung anbieten, dann folgen die Reisebüros. Zuerst ein wenig überteuert, bis der erste Pauschaltourist auf Reise zum Mars geht. All inklusiv, wie es so schön heißt. Auch die Schlagerwelt wird ihre Texte anpassen müssen, Beatrice Egli singt dann vielleicht: Eine Nacht auf dem Mars, neben mir schnarcht der Lars …, tschulalulalei usw.
Irdische Vergnügen verblassen zusehens. Mallorca wird wieder ursprünglicher, die Trinkerelite reist ausschließlich auf den Mars. Die dünne Atmosphäre verursacht schon nach einem Bier den Rausch von 10 Bieren, obendrein kann dort nicht mehr von dicker Luft gesprochen werden.
Die ersten Grundstücksmakler bieten riesige Areale für sehr wenige Euros an, bisher fielen zahlreiche Menschen schon darauf herein und kauften, notarielle Beglaubigung inklusiv. Völlig übersehen wird dabei der Umstand, dass es aktuell keinerlei gesetzliche Grundlagen dafür gibt, kein Hoheitsgebiet existiert, die Verträge nichts wert sind, nur der Verkäufer kann sich über Geldquellen freuen.
Im Verborgenen signalisierte eine Umweltpartei ihr Interesse an Forschungen zum Marsmännchen. Zu gerne hätte man einen grünen Zwerg auf die Parteifahne gestrickt. Damit symbolisiert man seine Gesinnung vom anderen Stern.
Ausgesprochen teuer wird die Eroberung des Mars für eine bekannte TV-Gruppe: Überlebenstraining auf Borneo, Dschungelshow in Australien, alles Schnee von gestern. Man wartet nur noch auf das erste Marsmännchen, dann geht es los: Ich bin ein Marsianer, lasst mich in Ruhe!

Veröffentlicht von:

Ulli Zauner

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