Hochsensibilität Dortmund: Hochsensibilität und die Corona-Krise Teil 2

In Teil 1 zum Thema „Hochsensibilität und die Corona-Krise“ ging es um die Beleuchtung einiger für hochsensible Menschen (HSM) typischer Persönlichkeitsaspekte, welche dann in mögliche Beziehung zur aktuellen Corona-Krise gestellt wurden.

In diesem Artikel wollen wir uns mit weiteren typischen Persönlichkeitsaspekten hochsensibler Menschen beschäftigen, die ebenfalls Einfluss auf den Umgang mit der aktuellen Situation nehmen können. Die dargestellten Aspekte stellen erneut Denkanstöße dar, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Der Aspekt des tiefgründigen Nachdenkens/Verstehen-Wollens:
HSM neigen dazu, gründlich und tief über alle möglichen Dinge nachzudenken. Sie sind Viel-Denker und Tief-Denker, oberflächliches Denken ist ihnen eher fremd.
In Bezug auf die Corona-Krise kann es HSM passieren, das sich ihr Geist / ihre Vorstellungskraft so intensiv mit der Thematik beschäftigt, dass er sich die ungünstigste Entwicklung der Situation, den schlimmsten Fall ausmalt. Wird dieser gedanklichen Entwicklung nicht Einhalt geboten, können diese Gedanken in der Folge zu großer Besorgnis und Ängsten führen.
Die Tendenz zum tiefgründigen Nachdenken kann auf der anderen Seite auch ein Vorteil sein, besonders auch in krisenhaften Phasen. So führt diese Tendenz häufig zu dem Wunsch, auch in einer Krise erstmal Ruhe zu bewahren, keine unbedachten, impulsiven Entscheidungen („Schnellschüsse“) zu treffen, sondern durch Weitsicht auf längere Zeit angelegtes hilfreiches und sinnvolles Handeln zu initiieren.

Der Aspekt eines ausgeprägten Harmoniebedürfnisses:
HSM schätzen besonders die zwischenmenschliche Harmonie. Manche HSM sagen von sich, sie seien sehr harmoniebedürftig oder sogar „harmoniesüchtig“. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass viele HSM versuchen, mit anderen Menschen gar nicht erst in Konflikte und Auseinandersetzungen zu geraten. Viele HSM, auch Kinder, sind in Konfliktsituationen um raschen Ausgleich bemüht, um die Harmonie wiederherzustellen.
Im Rahmen einer Krise wie der Corona-Pandemie kann dies für HSM einerseits bedeuten, dass sie empfohlenen oder angeordneten Maßnahmen wie beispielsweise Kontaktbeschränkungen oder die Einhaltung von Mindestabständen in Geschäften sehr genau einhalten, um Situationen zu vermeiden, in denen es über Diskussionen zu diesen Themen zu zwischenmenschlichen Konflikten kommen könnte, was dann wiederum das ausgeprägte Harmoniebedürfnis empfindlich stören würde.
Andererseits ist es möglich, dass HSM in möglichen Konfliktsituationen zwischen anderen Menschen, die beispielsweise durch unterschiedliche Meinungen zu den genannten Maßnahmen entstehen, spontan als Vermittler auftreten.

Der Aspekt eines ausgeprägten Gerechtigkeitssinns:
Viele HSM besitzen einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Gerechtigkeit kann für HSM bedeuten, davon überzeugt zu sein, dass für alle ihrer Mitmenschen genau die gleichen Rechte, Pflichten und Regeln gelten. Diese Überzeugung wird im Rahmen einer Krise, z.B. der Corona-Krise, erstmal beibehalten.
Ungerechtigkeiten, also Abweichungen von eben diesen für alle gleichermaßen geltenden Rechte, Pflichten und Regeln führen häufig zu einem deutlichen Unverständnis bzw. sind kaum zu ertragen, denn Ungerechtigkeit stört die Harmonie beträchtlich.
Andererseits kann es sein, dass HSM aufgrund ihrer ausgeprägten Nachdenklichkeit intensiv darüber reflektieren, wie „gerecht“ bzw. gerechtfertigt (im Sinne von hilfreich und sinnvoll) welche der verschiedenen Maßnahmen eigentlich sind. Um für sich mehr Klarheit in dieser Frage zu bekommen, kann es sein, dass sich HSM ausgiebig über das Virus, die Epidemiologie und die Sinnhaftigkeit einzelner Maßnahmen informieren.

Der Aspekt der Kreativität:
Viele HSM besitzen eine ausgeprägte Kreativität, die Fähigkeit, auf einem Gebiet etwas Neues, Brauchbares oder Originelles zu erschaffen. Was kann dies hinsichtlich der aktuellen Lage bedeuten? Der HSM ist möglicherweise dabei, kreative Wege der Kommunikation und des Kontakthaltens mit Familie oder Freunden zu schaffen, kreative Ideen hinsichtlich des Zeitvertreibs (auch mit Kindern) oder auch kreative Ideen, was die zeitweilige Umgestaltung der beruflichen Tätigkeit angeht. Ebenso stellen sich HSM ggf. die Frage: „Wie kann ich die aktuelle Situation, die hiermit einhergehenden Maßnahmen und Beschränkungen und auch das teilweise entstehende Mehr-Angebot an Zeit sinnvoll und schöpferisch nutzen?“

Achtung: Achtsamkeit

Im Zusammenhang mit den genannten Aspekten soll auch erneut auf die Wichtigkeit der Achtsamkeit hingewiesen werden. Hiermit ist gemeint, dass es für HSM – generell und besonders auch in der Corona-Krise – wichtig und wertvoll ist, achtsam mit sich selbst umzugehen. Diese Achtsamkeit bezieht sich u.a. auf den eigenen Energiehaushalt, das persönliche Stresslevel und – bei aller Fähigkeit zu Empathie und Zuhören – das Erkennen und Einhalten des eigenen Rückzugs- und Erholungsbedürfnisses.

In Teil 3 wird der Aspekt des Rückzugs- und Erholungsbedürfnisses näher beleuchtet.

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Björn Hillebrand bietet Psychotherapie (nach dem Heilpraktikergesetz, www.spielräume-schaffen.de/Psychotherapie/) und Coaching an. Einen Praxisschwerpunkt stellt die Eigenschaft der Hochsensibilität (https://www.spielräume-schaffen.de/Hochsensibilitaet/) dar. Aktuell befindet er sich in der mehrjährigen Weiterbildung zum Osteopathen.
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