Die Müll-Sünden Griechenlands

(Zürich) Jährlich bleiben über 10000 Tonnen an Abfall in Griechenlands Natur zurück. Einen Grossteil davon verursachen Touristen. Wie drei junge Schweizer nun dagegen ankämpfen – mit einem ungewöhnlichen Ansatz.

Jetzt reichts, die SegelExpedition ist mit dem Segelboot auf Ihre Mission aufgebrochen
und segelt jedes Jahr durch die griechische Ägäis, um gegen die Verschmutzung der Meere zu kämpfen. Mit ihrem Boot steuern sie umweltfreundlich Buchten verschiedener Inseln an, um an deren Stränden den Müll einzusammeln und illegale Müllhalden auf den Inseln zu finden.

Denn Griechenland zahlt weiter Strafgelder in Milliardenhöhe an die EU, anstatt endlich eine funktionierende Strategie zur Entsorgung des Mülls auf die Beine zu stellen. Die Unterstützungsangebote der Europäischen Union haben bisher nur wenige Verbesserungen gebracht. Bis 2020 soll eigentlich jeder EU-Staat 50% seines Mülls wiederaufbereiten. Griechenland verfehlt dieses Ziel um Jahre.

Das spürt auch jeder, der sich in der Natur umsieht. Vor allem die Strände sind von Plastikmüll überflutet. Wer sich ein wenig von den Touristenorten entfernt, stößt leicht auf illegale Müllhalden. Dort entsorgen auch Einheimische mangels besserer Alternativen häufig ihren Abfall. Teilweise findet man diese sogar auf Klippen direkt an der Küste. Es ist daher nicht überraschend, dass diese auch in die Meere gelangt.
Doch wenn der Müll einmal im Wasser ist, sei es kaum möglich, den Müll daraus wieder zu entfernen, so Robert Wittmer, einer der Initiatoren von SegelExpedition. Deswegen arbeitet die Organisation an den Stränden und befreit diese auf ihren Touren von allerlei Abfällen. Dabei kommen bei zehn Stunden Arbeit der Initiatoren und ihrer Crew schon mal über 200 Kilogramm Abfall zusammen. Säckeweise wird der gesammelte Müll dann richtig entsorgt.

Das ist jedoch komplizierter als es erscheint, denn eines Tages wurde klar, dass selbst rechtmäßig entsorgter Abfall am Ende häufig wieder an seinem Ausgangsort endet. Seitdem nutzt das Team GPS-Tracker, um die Wege des Mülls nachzuvollziehen und unbedenkliche Entsorgungsstätten ausfindig zu machen.

Um diesen Müll in Zukunft gar nicht mehr entstehen zu lassen, wissen die Zürcher auch genau, wo sie ansetzen werden: Zusätzlich zu ihren bisherigen Aktionen werden sie in diesem Jahr noch ein Informationsblatt über die griechische Müllentsorgung erstellen, einen Dokumentarfilm drehen und ein Lehrbuch für Primarschulen schreiben, um schon die jüngste Generation aktiv an das Problem der Meeresverschmutzung heranzuführen.

Veröffentlicht von:

SegelExpedition

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8004 Zürich
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Robert Wittmer
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SegelExpedition ist eine vor drei Jahren von Vera Zingg, Robert Wittmer und Marco Waldner gegründete Non-Profit-Organisation, die es sich zum Ziel gemacht hat, sich gegen die Verschmutzung der Meere einzusetzen.

Dafür reist sie auf einem Segelboot möglichst emissions- und abfallsarm durch die griechische Ägäis, um an den Stränden der dortigen Inseln Müll zu sammeln und diesen wiederum umweltfreundlich und nachhaltig zu entsorgen. Damit dies auch gewährleistet werden kann, werden durch GPS-Tracker Entsorgungsrouten identifiziert, in denen der Abfall am Ende auch wirklich recycelt wird. Um diese Reisen zu finanzieren, werden die übrigen Plätze an Bord als eine Art "working holiday" an junge und engagierte Leute vermarktet.

Informationen sind erhältlich bei:

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