Entscheidungen von robuster Evidenz

Haars FDP-Chef sieht Impffortschritt durch Aussetzen von Vaxzevria für Unter-60-Jährige gefährdet

Haar – Lkr. München/ Die in den Beratungen der Bundeskanzlerin und des Bundesgesundheitsministers mit den Ministerpräsidenten der Länder am 30.03.2021 beschlossene Aussetzung des Impfstoffs von AstraZeneca für Unter-60-Jährige ist aus Sicht von Haars FDP-Chef Dr. Peter Siemsen ein weiterer, bitterer Rückschlag für den Impffortschritt in Deutschland. „Statt Impfturbo gibt es weiterhin leider nur Bremssignale“, zeigt er sich angesichts der aktuellen Beschlusslage aus Berlin inmitten der dritten Infektionswelle beunruhigt.

Der Kommunalpolitiker hatte bereits einige Tage vor der aktuellen Entscheidung einer neuen Altersbeschränkung für Vaxzevria (so lautet der neue Handelsname des Vakzins von AstraZeneca in der EU) ein entschlossenes Krisenmanagement eingefordert. Neben der Impfstoffbeschaffung müsse auch die Impfgeschwindigkeit gesteigert werden. Beides sieht er durch den Beschluss vom 30. März gefährdet. „Der Vektorimpfstoff von AstraZeneca ist aufgrund seiner guten Lagerfähigkeit bei Kühlschranktemperatur für Arztpraxen ideal. Sein partieller Wegfall verkleinert nicht nur unseren Beschaffungsmarkt, sondern erschwert auch die Einbindung der Hausärzte“, so Siemsen. Die hohen Kühlanforderungen und die Erschütterungsempfindlichkeit des mRNA-Impfstoffs Comirnaty von BioNTech/Pfizer stelle viele Apotheken und Arztpraxen vor Herausforderungen, gibt er zu bedenken. Vor allem kleine Praxen in ländlichen Regionen könnten hier das Nachsehen haben, so seine Befürchtung.

Durch ein optionales Angebot des AstraZeneca-Impfstoffs für Menschen unter 60 Jahren, die ihn trotzdem wollen, werde aus seiner Sicht weder Vertrauen geschaffen noch der Impffortschritt ausreichend beschleunigt. Vielmehr brauche es seitens der Politik Entscheidungen robuster Evidenz. „Dass sich die Bundesregierung bei ihrem Beschluss im Vorfeld nicht mit der europäischen Arzneimittelbehörde abgestimmt hat, hinterlässt einen seltsamen Eindruck“, verweist Siemsen auf die aktuelle Stellungnahme der EMA. Diese sah am 31. März 2021 weiterhin keine Anhaltspunkte für spezifische Risiken. Der FDP-Politiker fordert als Konsequenz eine engere Abstimmung auf europäischer Ebene, um Entscheidungen von derart großer Tragweite auf eine möglichst breite wissenschaftliche Faktenbasis zu stellen. Nur so könne verlorengegangenes Vertrauen in der Bevölkerung zurückgewonnen werden. Mit Blick auf die rasant anrollende dritte Infektionswelle und die Ausbreitung von Virusmutationen stellt er klar: „Deutschland muss endlich den Impfturbo zünden!“

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