Dem Mysterium auf der Spur

Auf der Suche nach ihrer entführten Zwillingsschwester muss Ana-Karina feststellen, dass es hier um weit mehr geht. Was hat es mit dem geheimnisvollen verschwundenen Stein und dem seltsamen Zeittor auf sich? Die Spuren führen in das mittelalterliche Venedig

MYSTICA VENEZIA
Eine verschwundene Braut, ein Sensenmann als Gondoliere, eine blinde Malerin, ein seltsames Zeichen an einer Mauer und ein geheimnisvoller Orden, Guido hat sich seine Hochzeitsreise nach Venedig dann doch etwas anders vorgestellt. Verzweifelt macht er sich gemeinsam mit seiner Schwägerin Ana Karina in den Wirren des Karnevals, der durch die engen Gassen der Lagunenstadt tobt, auf die fast aussichtslose Suche nach Christina Maria und stößt dabei auf eine uralte Legende.
ISBN-13: 978-3903056701

Leseprobe aus dem Buch
Ana Karina saß im Hotelzimmer mit gerunzelter Stirn vor ihrem Laptop.
Juliana da Montefeltro, war die wunderschöne Hochmeisterin eines alten venezianischen Geheimordens, der man magische Kräfte nachsagte.
Niemand wusste, woher sie eigentlich kam. Sie tauchte buchstäblich aus dem Nichts auf und reiste angeblich zwischen Venedig, Rom, Neapel und Wien, Augsburg, Hamburg und Madrid so schnell hin und her, wie es sogar mit den modernsten Verkehrsmitteln späterer Zeiten unmöglich wäre, bis sie eines Tages auf mysteriöse Weise ganz verschwand.
Im Jahre 1515 übernahm sie die Leitung des geheimen mystischen Ordens Ordo Bucintoro, dessen politische Ziele weit in die Zukunft hineinreichten. Ein Imperium Novum sollte erschaffen werden, ein Reich unter italienischer und deutscher Führung, in dem nicht mehr die Kirche ausschlaggebend sein sollte, sondern der freie, über sich selbst bestimmende Mensch. Dem einfachen Bürger wurden persönliche Grundrechte zugestanden, etwas völlig Neues in der damaligen Zeit. Frauen sollten die gleichen Rechte besitzen wie Männer und der Wert des einzelnen nicht durch seine Herkunft und Abstammung, sondern allein durch seine Leistung bestimmt werden. Sogar ein neues Geldsystem war geplant, das Horten und Missbrauch von materiellem Reichtum ausschloss.
Ana Karina verdrehte die Augen und seufzte. Was war aus dem Geheimbund geworden? Ach wie weit war doch die heutige Menschheit von diesen edlen Zielen entfernt. Aber sie würde weiterforschen. Irgendwo hier musste der Schlüssel sein. Da war etwas, was zu erledigen war. Etwas, das sie versäumt hatte. Aber sie konnte sich nicht erinnern. Langsam wich das Licht einem trüben Nebel, gleich dem, der über den Straßen und Grachten Venedigs lag.
Als Guido wenig später ins Zimmer trat, fand er seine Schwägerin schlafend auf dem Stuhl an ihrem Laptop vor. Aus ihrem leicht geöffneten Mund drangen die ihm inzwischen schon vertrauten Schnarchtöne.
Guido stöhnte auf. Er hatte seit dem Frühstück nichts mehr gegessen, und sein Magen knurrte wie ein verhungernder Wolf. Unsanft fasste er die Schlafende an den Schultern und rüttelte sie wach. Schlaftrunken sah sie um sich, versuchte sich zu orientieren. Was war das für ein Zimmer, was suchte sie hier?
„Wollen wir denn vielleicht mal etwas essen, Frau Krempelsammlerin?“, donnerte eine verärgerte Stimme in ihrem Ohr.
Plötzlich war sie hellwach, Guido und seine Beleidigungen! Trotz des vielen Geldes war und blieb er ein ungehobelter Klotz, daran würde nichts etwas ändern. ‚Ein Maulesel bleibt ein Maulesel, auch im Pferdegeschirr‘, dachte sie wütend.
Aber sie hatte auch Hunger, das musste sie zugeben. Also würden sie zunächst ein Restaurant suchen und sich stärken. Und danach musste sie einen Plan entwerfen, um Christina zu finden. Ihr Blick fiel auf das Bild mit dem Sensenmann. Und plötzlich wusste sie, wohin sie gehen musste.

Nachwort der Autorin
Es ranken sich so manche Legenden um den geheimnisvollen Ordo Bucintoro und seine mystische Hohepriesterin Julietta da Montefeltro, der man nachsagt, dass sie magische Kräfte hatte, nicht alterte und in so kurzer Zeit große Entfernungen überwinden konnte, wie es selbst heute mit modernen Reisemitteln nicht möglich wäre. Sie verschwand im Jahre 1562 endgültig, ohne eine Spur zu hinterlassen. Der um 1510 gegründete Orden soll angeblich noch bis ins 18. Jahrhundert hinein tätig gewesen sein, doch auch seine Spuren verlaufen sich im Sand.
Was den Verbleib des Ordens angeht, so gehen die Mutmaßungen auseinander. Während manche behaupten, die Mitglieder des Ordo Bucintoro hätten sich mit Hilfe der Steine Garil und Ilua und einem eigens dafür erbauten Schrein, der Figura, schon längst in eine andere Sphäre abgesetzt, gipfeln andere Meinungen in der Annahme, dass die Mitglieder des Ordens ganz genau wussten, dass das von ihnen angesteuerte Ziel des IMPERIUM NOVUM erst in einem ‘Neuen Zeitalter’, nämlich zu Beginn des 21. Jahrhunderts verwirklicht werden kann.
In diesem Roman vermischen sich Geschichte, Mythos und Fiktion. Die Charaktere entwickelten im Laufe des Geschehens ein regelrechtes Eigenleben, sodass auch ich oftmals gespannt die Handlung verfolgte. Jedes Kapitel barg neue Überraschungen, und bis zur letzten Seite wusste ich nicht, wie das Buch ausgehen würde.
In der Hoffnung, dass auch meine Leser mit gleicher Spannung in das Buch eingetaucht sind wie ich in das Manuskript, verbleibe ich mit den besten Wünschen,
Christine Erdiç

Trailer zum Buch

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©byChristine Erdic

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Die deutsche Buchautorin Christine Erdic lebt zur Zeit hauptsächlich in der Türkei.
Beruflich unterrichtet sie in der Türkei Deutsch für Schüler (Nachhilfe), sie gab
Sprachtraining an der Uni und machte Übersetzungen für türkische Zeitungen.
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