Der Eisberg, der Seereisen sicherer machte

Am 14. April 1912 pflügte ein 269 m langer Ozeanriese mit einer Geschwindigkeit von 21 Knoten durch die See südöstlich von Neufundland. Sein Ziel: New York und damit verbunden die Hoffnung für Hunderte seiner Passagiere auf ein besseres Leben in der neuen Welt.

Die Titanic war bereits am Mittwoch, dem 10. April 1912, von Southampton aus zu ihrer Jungfernfahrt nach New York ausgelaufen. Vier Tage später kam es jedoch kurz vor dem Ziel zur Katastrophe.

Das gewaltige Schiff konnte dem „Eisberg voraus“ nicht mehr ausweichen. Der 50.000 Tonnen schwere Ozeanriese kollidierte an seiner vorderen Steuerbord-Seite mit einem etwa 300.000 Tonnen schweren Eisgiganten. Dadurch entstanden auf einer Länge von ca. 100 Metern durch Einbeulungen und Abscheren der Nieten zahlreiche Lecks. Deren Gesamtfläche betrug am Ende rund 1,18 Quadratmeter. Kein Problem? Die Titanic galt doch als unsinkbar.

Doch weit gefehlt: In einer Wassertiefe von 7 Metern reicht eine so kleine Fläche aus, um pro Minute 400 Tonnen Wasser in das Schiff eindringen zu lassen. Der mit der Kollision einsetzende Todeskampf der Titanic dauerte bis zum endgültigen Sinken zwei Stunden und vierzig Minuten. Von den mehr als 2.200 Menschen an Bord überlebten lediglich 711 den Untergang.

Die Ursachen für diese Katastrophe sind vielfältig. Zum einen gab es nicht genügend Rettungsboote, da die noch geltenden Vorschriften veraltet waren und die Zahl der Rettungsmittel anhand der Tonnage und nicht nach der Anzahl der Menschen an Bord berechnet wurde. Zum anderen gehörten die Funker nicht zur seemännischen Besatzung und fertigten ebenso private Telegramme ab. Eiswarnungen waren so verspätet oder überhaupt nicht an die Brücke weitergemeldet worden.

In der Folge dieser Tragödie auf See wurde das Seenotsignal international auf S.O.S. festgelegt. Dessen Morsezeichen „. . . – – – . . .“ sind universell und leicht zu verstehen. Ferner wurde eine internationale Seenotfrequenz eingerichtet. Die Ausrüstung mit Rettungsbooten und anderen Rettungsmitteln wurden zudem fortan in der Passagierschifffahrt entsprechend der Zahl der Menschen an Bord bestimmt. Außerdem wurde das System der Eiswarnungen im Nordatlantik verbessert, was nicht nur die Reisewege, sondern auch die heutige Schifffahrt nachhaltig sicherer machte.

Veröffentlicht von:

Deutsche Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte e. V. (DGSM)

Brucknerstraße 29
53844 Troisdorf
DE
Homepage: https://www.schiffahrtsgeschichte.de

Ansprechpartner(in):
DGSM-Presse
Pressefach öffnen


   

Firmenprofil:

Die Deutsche Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte e. V. (DGSM) ist eine wissenschaftlich-historische Gesellschaft und versteht sich als Forum und Netzwerk für maritim historisches Denken, Forschen, Diskutieren und Veröffentlichen der Ergebnisse. Wir möchten das Interesse der Öffentlichkeit für maritim historische Fragen anregen, steigern, unterstützen und fördern.

Informationen sind erhältlich bei:

Deutsche Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte e. V.

Pressesprecher: Dr. rer. nat. Marcus Mau

Telefon: 0162/8804873

E-Mail: pressesprecher@schiffahrtsgeschichte.de

18 Besucher, davon 1 Aufrufe heute