Deutschland und das Debakel um den Impfstoff. // Spruch des Tages 21.04.

Die ersten Impfungen gegen das Corona-Virus erhielten Menschen in Deutschland Ende letzten Jahres. Doch wie bei so vielen Sachen, lässt das Tempo in Deutschland zu wünschen übrig. Während andere Länder um die Wette impfen, wird hier ein anderes Lied getrillert. Vielmehr verursacht der Überfluss an Informationen und Änderungen bezüglich dieser Impfstoffe pure Verwirrung unter den Mitbürgern.

Das AstraZeneca Debakel
Vor allem was den AstraZeneca Impfstoff betrifft, scheint sich die Regierung einfach nicht einig zu werden. Den Impfstopp mit diesem Vakzin an unter 60-jährige wurde in den vergangenen Wochen verkündet, während es vor nicht allzu langer Zeit noch hieß, dass dieser gar nicht erst an die ältere Generation verimpft werden sollte. Die Meinungen diesbezüglich sind weitestgehend umstritten, eine verunsicherte Gesellschaft das Ergebnis. Insbesondere jene, welche sich nun der Herausforderung stellen müssen, dass es sich bei ihrer zweiten Impfdosis womöglich um einen anderen Impfstoff handeln müsse, stellen sich die Frage, inwieweit dies effektiv und vor allem auch gesundheitsunschädlich ist. Der Wunsch nicht als Laborratte für zukünftige Impfstrategien zu enden, ist bei vielen vertreten.

Politische Vorbehalte oder medizinische Zweifel?
Bereits im August/September vergangenen Jahres wurden die ersten Menschen in Russland mit dem eigenen Impfstoff, welchen sie Sputnik V getauft haben, geimpft. Allein der Name impliziert politische Aspekte, welche den ein oder anderen zum Streitgespräch animieren könnten. Seitdem allerdings, wurden in Russland insgesamt 14,6 Mio. Dosen des Impfstoffs verabreicht (Stand: 15.04.21). Und obwohl zahlreiche Länder das Vakzin ebenso bereits zugelassen haben, scheint sich die EU vor diesem doch zu scheuen. Der Mangel an belegten Studien soll wohl daran Schuld haben. Einige Länder der EU haben sich dafür entschieden nicht auf das Urteil der EU zu warten und haben den Impfstoff selbstständig in ihrem Land zugelassen. Auch Bayerns Ministerpräsident Söder ist ebenfalls der Meinung, dass Deutschland den Alleingang unternehmen sollte und das russische Vakzin zulassen und verimpfen sollte. Wann und ob die Zulassung allerdings wirklich von statten gehen soll, steht immer noch in den Sternen geschrieben.

Die Kunst des Vertragsschließung
Der deutsch-amerikanische Impfstoff von BioNTech und Pfizer wurde Ende Dezember 2020 zugelassen. Die Anzahl der Impfungen hält sich allerdings immer noch in Grenzen. Bis Ende April herrschte in Deutschland großer Impfstoffmangel; angekündigte Lieferungen waren teilweise unvollständig, oder verzögerten sich um mehrere Tage, wenn nicht gar Wochen. Jetzt hat sich Deutschland bei den letzten Verhandlungen wohl wieder 30 Mio. Impfdosen gesichert, in der Hoffnung, dass dies dann auch reibungslos geliefert wird und entsprechend funktioniert.

Übereifrig oder verzweifelt?
Es ist nicht zu leugnen, dass der Corona-Impfstoffmarkt ein ausgezeichneter Weg ist Profit zu schlagen. Die zahlreichen Komplikationen, welche sich nun mit der Zeit äußern, sowohl bei AstraZeneca als auch bei dem erst kürzlich zugelassenen Impfstoff von Johnson & Johnson werfen immer wieder Holpersteine auf den Weg zum Ziel: die Herdenimmunität. Wie sich diese Ereignisse weiterentwickeln werden und wie oft sich die Bevölkerung noch an die ständigen Änderungen gewöhnen muss ist immer noch dahinstehend. Fakt ist nur, die Bevölkerung sehnt sich bereits sehr nach einer kleinen Rückkehr der Normalität und ein Schritt raus aus diesem Lockdown-Wahnsinn.

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