Ein Armutszeugnis für das Bildungspaket

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Auf der Seite gerechtebildung.de stellt die Organisation Librileo die deutschlandweiten Abrufzahlen des Bildungs- und Teilhabepakets zur Verfügung.

Die gemeinnützige Organisation Librileo hat deutschlandweit die Abrufzahlen des Bildungspakets ausgewertet und macht damit auf Missstände in der Gesellschaft aufmerksam. Die Abrufzahlen liegen weitestgehend deutlich unter 30%. Basis für die Auswertung sind die Veröffentlichungen der Bundesagentur für Arbeit. Librileo hat die Daten jetzt auf der Website gerechtebildung.de veröffentlicht.

Die Bundesagentur für Arbeit stellt seit 2015 monatlich die Daten aller Städte und Kommunen zur Verfügung. Jedoch haben nicht alle Städte alle Daten übermittelt. Die Ergebnisse sind deutschlandweit häufig unter 30% – teilweise noch geringer, wenn der Median betrachtet wird. „Ich wollte es genau wissen und habe mir deshalb deutschlandweit von allen Kommunen die Zahlen angesehen und stichpunktartig ausgewertet. Schnell konnte ich sehen, dass die Ergebnisse nicht groß voneinander abweichen. Die einzigen Werte, die höher waren als alle anderen, waren die Werte für die Schulausstattung – die halbjährlich an die Familien ausgezahlt werden. Gemeinsam mit einem Programmierer habe ich dann alle Zahlen graphisch aufgearbeitet”, berichtet Julius Bertram, Gründer und Geschäftsführer von Librileo. Auf der Seite gerechtebildung.de gibt es die Möglichkeit die Abrufzahlen für jede Stadt bzw. Kommune anzusehen und herunterzuladen. Besonders niedrig sind die Abrufzahlen für kulturelle und soziale Teilhabe.

Die Initiatoren machen erstmals für alle deutlich, wie schlecht die Abrufzahlen sind. “Wir haben die Seite ins Leben gerufen, weil es uns wirklich ärgert, dass Kinder aus armen Familien keine gerechten Chancen haben. Um das Bildungspaket bekannter zu machen und Barrieren abzubauen, wollten wir eine Bildungs- und Teilhabe (BuT) Beratungsstelle etablieren. Leider bestand kein Interesse seitens einiger Jobcenter”, berichtet Sarah Seeliger, Gründerin und Geschäftsführerin von Librileo. Mit einer Beratungsstelle wollen die Beiden sicherstellen, dass alle Familien aufgeklärt werden.

Das Bildungs- und Teilhabegesetz gibt es seit zehn Jahren. Im Jahr 2019 wurde das Starke-Familien-Gesetz verabschiedet, welches unter anderem Änderungen des Bildungspakets beinhaltete. Das aufwändige Antragsverfahren wurde vereinfacht, doch an den Abrufzahlen hat sich seitdem nichts geändert. Die Inanspruchnahme scheitert an sprachlichen Barrieren, Scham und Unkenntnis. Häufig haben Betroffene schlechte Erfahrungen mit dem Jobcenter oder Sozialamt gemacht und meiden zusätzliche Kontakte.

Veröffentlicht von:

Librileo gUG

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10627 Berlin
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Telefon: 030 55281477
Homepage: https://librileo.de/

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Librileo ist ein Bildungsprogramm für die Frühförderung von Kindern. Librileo möchte jedem Kind in Deutschland Zugang zu Büchern und damit zu gerechten Bildungschancen ermöglichen. Familien, die auf Leistungen u.a. nach dem SGB II oder dem Asylbewerberleistungsgesetz angewiesen sind, können eine Kostenübernahme über das Bildungs- und Teilhabepaket beantragen. Die gemeinnützige Organisation wurde 2015 in Berlin gegründet.

Informationen sind erhältlich bei:

Sarah Seeliger | Gründerin & Geschäftsführerin Librileo gUG

0176 320 51 796 | 030 55 281477 | sarah@librileo.de

 

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