Irisches Gesundheitssystem durch Cyberattacke lahmgelegt – Patientendaten auf zentralen Servern unsicher

Psychotherapeuten-Verband DPNW fordert von der Lagerung sensibler Gesundheitsdaten in der Cloud abzulassen.

Wie zahlreiche irische und deutsche Medien berichten wurde die irische Gesundheitsbehörde HSE (Health Service Executive) Opfer eines ausgeklügelten Hackerangriffs. Um die weitere Verbreitung der Schadsoftware zu verhindern, wurden vorsichtshalber alle IT-Systeme der HSE heruntergefahren.

Ein irischer Regierungsvertreter sprach vom "möglicherweise bedeutendsten Cybercrime-Angriff auf den irischen Staat" aller Zeiten. Und es könne einige Tage dauern bis die IT-Systeme wieder normal funktionieren. In manchen Krankenhausstationen soll wieder auf Papierbetrieb umgestellt worden sein – dort wo es akut notwendig war. Es hieß, der Angriff wurde von internationalen Kriminellen durchgeführt, die Geld erpressen wollten. Derzeit liege allerdings noch keine Forderung vor.

Der Vorsitzende des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks (DPNW) Dieter Adler sieht seine schlimmsten Befürchtungen abermals bestätigt: "Die Speicherung von Patientendaten auf zentralen Servern ist nicht sicher, sie ist nicht sicher, sie ist nicht sicher, sie ist nicht sicher. Diese Botschaft wiederholen wir wie ein Mantra seit Jahren – immer und immer wieder. Leider kommt die Botschaft beim Gesundheitsministerium und den Gesundheitspolitikern nicht an. Wir wissen nicht, was noch passieren muss, dass eine Einsicht erzielt wird. Wir können nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen."

Der Psychotherapeutenverband verweist in diesem Zusammenhang auf den Zwischenfall im Februar 2021, bei dem 500.000 Patientenakten in Frankreich gestohlen wurden und auf über 40.000 gehackte Daten aus der Psychotherapie in Finnland, die im November 2020 im Netz frei zugänglich waren.

Dieter Adler kann es einfach nicht verstehen: "Manchmal denke ich, ich bin im falschen Film. Vielleicht müssen wir wie im Monty-Python-Film «Life of Brian» 100mal an die Wand schreiben: "Spahn geh’ nach Hause" oder "zentrale Digitalisierung geh’ nach Hause" oder "Cloudlösung geh’ nach Hause". Aber selbst dann würde es wohl nicht verstanden."

Über den Verband
Das "Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk – Kollegennetzwerk Psychotherapie" (DPNW) wurde am 02.05.2019 in Bonn gegründet. Es hat 1.700 Mitglieder und 12.000 Abonnenten seines Freitags-Newsletters. Damit ist der DPNW drittgrößter Berufsverband im Bereich Psychotherapie. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Dipl.-Psych. Dieter Adler, 2. Vorsitzende: Dipl.-Psych. Claudia Reimer, Kassenwart: Dipl.-Psych. Robert Warzecha. Mehr unter: www.dpnw.de

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