Schüleraustausch in Japan: 10 Tipps zu Bewerbung, Vorbereitung, Gastfamilie, Austauschorganisation

Sina aus Niedersachsen verbringt das Auslandsjahr mit einem Stipendium der Stiftung Völkerverständigung in Japan, und zwar im Süden in Kumamoto. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Austauschschülern in Asien kann man im Schüleraustausch Blog lesen (www.schueleraustausch-portal.de/blog-asien).
1 Die Auswahl der Austauschorganisation für das Auslandsjahr in Japan. Für mich war es schon sehr früh klar, dass ich ein Auslandsjahr in Japan machen möchte. Nachdem ich ein paar Jahre gewartet habe, haben sich meine Eltern mit mir auf die Suche nach einer Organisation gemacht. Jedoch ist Japan als Auslandsjahrziel nicht so beliebt wie Amerika oder Australien, wodurch es sehr schwer war etwas Passendes zu finden. Schlussendlich blieben zwei Organisationen über, von denen ich mich für eine entscheiden musste. Dabei habe ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen, bei welcher ich mich wohler fühle. Als wir dann endlich die passende Organisation gefunden hatten, ging es schon in die Bewerbungsphase über.
2 Die Bewerbung um einen Schüleraustausch Platz in Japan stellt besondere Anforderungen. Die Bewerbung für ein Auslandsjahr in Japan läuft ein wenig anders ab als beispielsweise für Amerika. Dadurch, dass in einem Jahr nur wenige Austauschschüler nach Japan gesendet werden, muss man mehrere Seiten Bewerbungsmaterialien ausfüllen. Auch gab es bei mir noch ein extra Bewerbungsgespräch mit der japanischen Partnerorganisation, nach dem ich endlich über den Bewerbungsstatus informiert wurde.
Man sollte sich also sehr sicher sein, ob man sein Auslandsjahr wirklich in einem etwas außergewöhnlichen Land machen möchte. Für mich persönlich kam nur Japan infrage, weshalb ich die vielen Unterlagen ausgefüllt habe und glücklicherweise angenommen wurde. Wenn man seine Nerven jedoch nicht allzu sehr strapazieren möchte, ist ein Land, welches ein einfacheres Bewerbungssystem hat, vermutlich die bessere Wahl.
3 Vorbereitung auf das Auslandsjahr in Japan, vor allem die Gastgeschenke. Nachdem ich die Bestätigung erhalten hatte, begann für mich schon die Vorbereitungsphase. Zusammen mit meinen Eltern haben wir uns Gedanken über nötige Utensilien, Klamotten und Gastgeschenke gemacht. Gerade letzteres stellte eine große Herausforderung dar. Darum empfehle ich, dass man frühzeitig Ideen sammelt, damit man passende Geschenke findet. Am besten sucht man sich etwas aus seiner Region aus oder etwas, was sehr bekannt in Deutschland ist. In Japan sind zum Beispiel Haribo, Nici Kuscheltiere und Nivea schon weit verbreitet, wodurch man eher auf Früchtetee, Souvenirs oder Gesellschaftsspiele wie „Mensch ärgere dich nicht“ setzen sollte. Neben den Gastgeschenken kann man auch gegebenenfalls nach Geburtstagsgeschenken suchen, wenn ein Familienmitglied in der Aufenthaltszeit Geburtstag hat.
4 Die Kleidung für den Schüleraustausch nach Japan richtig aussuchen. Auch sollte man bedenken, was an Kleidung benötigt wird. Mein Auslandsjahr verbringe ich zum Beispiel in Kumamoto, was im Süden von Japan liegt, wodurch es eher wärmer ist. Dadurch habe ich kaum Pullover, sondern eher Tops und Kleider eingepackt. Zudem ist dabei zu berücksichtigen, ob man in der Schule eine Uniform trägt oder nicht. Dementsprechend sollte man ein paar Klamotten mehr oder weniger einpacken. Auch sollte man sich besonders über die Kleidungsmaße in dem Zielland informieren. In Japan fallen Kleidungstücke oft sehr klein und schmal aus, wodurch mir meine Eltern zum Beispiel neue Strumpfhosen aus Deutschland schicken mussten. Insgesamt würde ich aber sagen, dass man lieber weniger mitnimmt, da man sich wahrscheinlich neue Kleidungsstücke in dem Jahr kaufen wird. Dafür ist dann ein wenig mehr Platz im Koffer sehr vorteilhaft.
5 Die Versorgung mit Medikamenten im Ausland sollte man vor der Abreise nach Japan klären. Schlussendlich sollte man sich noch Gedanken über Medikamente machen, die man möglicherweise benötigen wird. Dabei muss man auch beachten, wie das Zielland ausgestattet ist. Aber gerade dabei muss man darauf achten, wie die Einreisebestimmungen aussehen, damit man später am Zoll keine Probleme bekommt.
6 Die Ankunft am Flughafen in Tokyo in Japan für den Schüleraustausch. Meine Ankunft war durch die momentane Lage natürlich sehr anders als normalerweise. Ich kann jedoch sagen, dass die Einreisevorgänge am Flughafen sehr einfach abliefen. Darüber muss man sich keine Sorgen machen, da die Flughafenangestellten im Notfall immer aushelfen können. Zudem hat meine Organisation zuvor einen Ablaufzettel geschickt, wodurch ich alle Dokumente schnell ausfüllen konnte. Es ist also wichtig, dass man solche Reisetipps durchliest und teilweise auch ausgedruckt mitnimmt.
7 Wichtige Punkte für das Zusammenleben in der Gastfamilie in Japan. Später in der Gastfamilie ist es sinnvoll, dass man alle auftretenden Fragen und Unsicherheiten sofort klärt, damit später keine Konflikte auftreten. Gerade was Ordnung und Hausarbeit betrifft sollte man sich sehr sicher sein, was die eigenen Aufgaben und Pflichten sind. Außerdem habe ich die Gastgeschenke recht zügig übergeben, wodurch ich mir keine Sorgen mehr machen musste, dass ich es möglicherweise vergesse. Das aber wohl Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass man sich nicht zurückhält, wenn man etwas wissen oder irgendwo hinfahren möchte. Ich habe mir sehr viel Zeit für sowas gelassen, obwohl es am Ende nie ein Problem war, sondern es immer sofort geklärt, bzw. geplant wurde. Immerhin möchte die Gastfamilie auch Erfahrungen mit dir sammeln und dadurch sollte man sich nicht scheuen Ideen einzubringen.
8 Die Eingewöhnung in Japan erfordert vor allem viel Anpassungsbereitschaft. Für die Eingewöhnung im Ausland an sich ist es eigentlich nur wichtig, dass man sehr offen ist. Für mich war das Essen zum Beispiel sehr gewöhnungsbedürftig. Also habe ich immer erst ein wenig probiert und nach und nach immer mehr gewagt. Oder auch wenn man am Anfang wenig versteht, muss man versuchen positiv zu bleiben und bestimmte Wörter nachschauen oder nachfragen. Dadurch kann man auch direkt ein kleines Gespräch mit der Gastfamilie führen.
9 Die Unterstützung der deutschen Austauschorganisation in Corona-Zeiten. Insgesamt finde ich, dass meine deutsche Austauschorganisation in Anbetracht der Corona Pandemie, mir doch recht gut geholfen hat. Durch die ständig wechselnden Bestimmungen war es nicht leicht einen solchen Austausch zu organisieren, so dass ich sehr dankbar bin, dass es funktioniert hat. Es gab dadurch natürlich ein paar Hindernisse, wie zum Beispiel die Information über Japan ohne wirkliche Vorbereitungstreffen. Mittels Videokonferenzen und Emails wurde jedoch versucht auftretende Fragen bestmöglich zu beantworten. Trotzdem kam es vor, dass die eine oder andere Frage nicht vollständig beantwortet werden konnte, was der gegebenen Lage zu geschuldet war.
10 Die Unterstützung der japanischen Austauschorganisation vor Ort. Die japanische Partnerorganisation (wys) gibt sich sehr viel Mühe, sich gut um uns zu kümmern. Besonders in der Quarantäne haben die Mitarbeiter sich stets bemüht, dass uns nicht zu langweilig wurde. Auch haben alle Austauschschüler ein Handbuch erhalten und einen Überblick über alle nötigen Anträge mit Erklärungen. Zudem haben wir Zettel erhalten, die wir monatlich als Bericht ausfüllen müssen, damit sie einen Überblick über unsere Situation haben. Dadurch, dass es nur monatlich ist, ist es aber nicht nervig oder störend. Ein wenig störend war hingegen ein Videokontest im Januar, an dem jeder Austauschschüler teilnehmen musste. Dabei hätten viele von uns die benötigte Zeit lieber mit Freunden oder der Familie verbracht.
Informationen zum Auslandsjahr in Japan und zur Auswahl der Austauschorganisation gibt es auf dem Schüleraustausch-Portal (www.schueleraustausch-portal.de/japan). Wer ins Internet sieht, stellt fest: Es gibt sehr viele Anbieter für den Schüleraustausch. Wichtig ist, nur solche Anbieter anzusehen, die sowohl leistungsfähig als auch seriös sind. Am einfachsten und sichersten ist es, wenn man eine vorgeprüfte Anbieter-Auswahl nutzt. Dafür gibt es die Anbieter-Suchmaschine auf dem Schüleraustausch-Portal, das unabhängig informiert (www.schueleraustausch-portal.de/organisationen). Vor der Entscheidung sollten die Schüler zusätzlich mit mehreren seriösen Anbietern persönlich sprechen. Dafür gibt es die bundesweiten AUF IN DIE WELT-Messen der gemeinnützigen Stiftung Völkerverständigung. Orte und Termine: www.aufindiewelt.de/messen. Der Eintritt ist kostenfrei.

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