Wo ist denn die Socke hin?

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Kennen Sie das auch? Sie haben ein zusammenhängendes Paar Socken in die Waschmaschine getan, doch eine scheint nach dem Schleudergang spurlos verschwunden zu sein. So seltsam ist das eigentlich gar nicht. Vielleicht haben Sie einfach nur Kobolde im Haus!

Geschichten aus dem Reich der Hexen, Elfen und Kobolde
Dieses Buch lädt den Leser mit seinen märchenhaften und lehrreichen Geschichten aus dem Reich der Hexen, Elfen und Feen zu einer Reise in die bunte Welt der Fantasie ein. Mit seinen lustigen Ausmalbildern ist es für Kinder ebenso geeignet wie für all jene, die im Herzen jung geblieben sind.
ISBN-13 : 978-3735790729
Leseprobe
Das Versteck im Wald
Kora schaute ungläubig in die Waschmaschine. Ihre Finger tasteten die Trommel sorgfältig von innen ab. Nichts! Schon wieder fehlte ein Strumpf. Und dieses Mal war es einer von Koras geliebten, rot-gelben Ringelsocken. Immer öfter passierte das in letzter Zeit. Die Waschmaschine schien die Strümpfe zu verschlucken, allerdings jeweils nur einen von jedem Paar. Niemals verschwanden beide. Kora glaubte nicht wirklich daran, dass die Waschmaschine sie verschlang. Sie war inzwischen alt genug um zu wissen, dass solch ein Socken sicherlich den Abwasserschlauch verstopfen würde. Aber wohin verschwanden sie denn dann? Es war ein Rätsel.
Kora seufzte und nahm den vollen Wäschekorb mit nach draußen, um die Wäsche in den Garten zu hängen. Die Neunjährige lebte mit ihren Eltern in einem schönen alten Fachwerkhaus am Waldrand. Der Garten war riesig und ziemlich verwildert. Niemand hatte die Zeit, das große Grundstück in Ordnung zu halten, denn Koras Eltern arbeiteten den ganzen Tag. So kam es denn auch, dass Kora zumindest in den Ferien das Haus saubermachte, den Kater Carlo verpflegte, Essen kochte und sich um die Wäsche kümmerte. Sie machte es gern, denn in der Nähe gab es keine Kinder, mit denen sie hätte spielen können.
Carlo lag faul in der Sonne und gähnte mit geschlossenen Augen. Es war einer jener seltenen warmen Sommertage, an denen kein Wölkchen am Himmel zu sehen war. Kora begann sorgsam die Wäscheteile aufzuhängen. Aus den Augenwinkeln sah sie eine Bewegung. Dann folgte ein leises Rascheln. Das hohe Gras im Garten bewegte sich. Mit den Augen verfolgte das Mädchen die Spur bis hin zum Wald. ,Wahrscheinlich ein Kaninchen’, dachte sie. Komisch war nur, dass Carlo so gar keine Reaktion zeigte. Sicherlich wurde er immer bequemer. Und dann starrte sie verdutzt in den Wäschekorb. Sie wusste genau, dass sie zwei lila Socken aus der Maschine genommen und in den Korb getan hatte. Jetzt war nur noch ein lila Socken da. Die Waschmaschine war eindeutig unschuldig!
Der Garten war nur durch einen niedrigen Holzzaun vom Wald getrennt. Kora ließ den Korb mit der Wäsche stehen und machte sich auf in den Wald. Hier roch es würzig nach Tannen und Baumharz. Sie liebte den Geruch und das leichte Einsinken der Füße in den von Tannennadeln übersäten weichen Boden. Es war ruhig. Kora spitzte die Ohren und ging vorsichtig weiter. Nach einer Weile war es ihr, als höre sie ein Wispern und Raunen. Dann plötzlich ein Kichern und wieder Ruhe. Doch sie wusste, aus welcher Richtung es kam. Da war ein bemooster Erdhügel, dahinter ein Baum. Vorsichtig schlich sie darum herum. Es war ein uralter Baum mit knorrigen Wurzeln, die sich wie dicke Finger über das Erdreich ausbreiteten. In der Mitte gaben sie den Blick auf einen nach oben hin enger werdenden Eingang frei. Kora überlegte nur kurz, sie hatte keine Taschenlampe dabei, aber im Inneren des Baumes schien ein schwaches grünes Licht zu leuchten. Sie nahm allen Mut zusammen und kroch in die enge Baumspalte. Es ging leicht abwärts und dann befand sie sich in einer Erdhöhle. ,Jetzt bin ich direkt unter dem Mooshügel’, dachte sie. Ein Gang bog nach rechts ab und das Leuchten wurde stärker.
Da war wieder dieses Wispern und Kichern. Nochmal nach rechts und Kora stand in einer größeren Höhle, durch die von einigen Löchern in der Decke ein grünes Licht schimmerte. In der Höhle wimmelte es von kleinen Wesen mit dunklem Wuschelhaar und anscheinend selbstgenähten Kleidern, die sich aus bunten Flicken zusammensetzten. Sie liefen geschäftig hin und her. Doch plötzlich wurde es mucksmäuschenstill und viele dunkle Augenpaare sahen Kora erschrocken an.
Dann trat eine dieser kleinen Gestalten vor und gab ein paar seltsame Laute von sich.
„Ich verstehe dich nicht“, sagte Kora eingeschüchtert. Das musste ein Traum sein.
„Wer bist du und was suchst du überhaupt hier?“, fragte das Männchen mit plötzlich sehr ernstem Gesicht und leicht quäkender Stimme.
„Ich bin doch die Kora und wohne in dem alten Haus dort drüben am Waldrand.“
„Das stimmt!“, kreischte es von hinten. Ein noch kleineres Wesen in grüner Latzhose kam herbeigehuscht und grinste freundlich in die Runde.
„Balduin, was bedeutet das? Was hast du schon wieder angestellt?“, fragte der Größere und runzelte seine dunklen Augenbrauen.
Der Kleine gab jede Menge Zisch- und Gurgellaute von sich, das war wohl ihre Art, sich zu verständigen. Der andere nickte und Balduin verschwand, um kurze Zeit später mit einem kleinen Holzkarren zurückzukehren, den er hinter sich herzog. Dieser war mit allerlei Krimskrams gefüllt. Kora entdeckte außer mehreren einzelnen Socken auch einige silberne Teelöffel, die ihre Mutter schon seit vielen Monaten vermisste und eine kleine Anstecknadel, die seit längerer Zeit wie vom Erdboden verschluckt war. Nein, das war kein Traum.
„Es tut mir leid“, sagte Balduin und sah betreten zu Boden. „Wir Kobolde stibitzen öfter mal was von den Menschen, da können wir einfach nicht gegen an, es liegt in unserer Natur. Aber meistens bringen wir die Sachen dann irgendwann auch wieder zurück … doch diese waren so schön, ich brachte es nicht übers Herz, mich davon zu trennen.“
Von Kobolden hatte Kora schon gehört, allerdings hatte sie bisher noch nie welche zu Gesicht bekommen. Sie überlegte ganz kurz. „Balduin, gib mir die Teelöffel und den rot-gelb gestreiften Socken zurück, den Rest darfst du behalten. Ich schenke dir die Sachen von Herzen gern.“
Balduin machte vor Freude einen Luftsprung und strahlte über das ganze lustige Gesicht.
„Dafür darfst du uns auch hier besuchen, so oft du willst!“, kreischte er ausgelassen.
„Aber unter einer Bedingung“, warf der große Kobold ein. „Du darfst niemals, aber wirklich niemals jemandem von unserer Höhle erzählen.“

Nepomucks Abenteuer
Nepomuck ist ein lustiger kleiner Kobold, der mit seiner Familie in einem Kobolddorf in Norwegen wohnt. Er hilft dem Weihnachtsmann beim Geschenke verpacken in der Weihnachtswerkstatt und landet aus Versehen in einem dieser Päckchen. So tritt er nun im Schlitten des Weihnachtsmanns seine Reise in die Welt der Menschen an Welch spannende Abenteuer wird Nepomuck dort wohl erleben und wird er bei den Menschen ein neues Zuhause finden?
ISBN-13 : 978-3903056183
Leseprobe
„Woran merkt man eigentlich, dass ein Kobold in der Nähe ist?“, fragt Lilly. „Das ist ganz einfach“, entgegnet Nepomuck. „Nur ist es dann meistens schon zu spät. Einen Kobold zu erwischen, ist nicht so einfach. Man bemerkt oft erst etwas, wenn er schon längst wieder über alle Berge ist.“ Nepomuck grinst vergnügt. „Die Leute sagen dann: ach die Katze hat von der Milch getrunken und irgendwas hat sich am Teller mit den Keksen zu schaffen gemacht.“ „Was ist mit den gemopsten Sachen?“, fragt Vater lachend. „Ja, richtig! Wenn etwas schön glitzert können wir nicht widerstehen. Dafür sind wir halt Kobolde. Aber wir spielen den Menschen auch gern mal einen Schabernack, nur so zum Spaß eben. Dann verstecken wir etwas und beobachten, wie sie danach suchen. Sind die Menschen sympathisch, lassen wir die „verlegten“ Gegenstände irgendwann wieder auftauchen. Sind die Menschen unsympathisch, bleiben die Sachen eben verschwunden.“ „Was ist mit meinem Socken?“, frage ich erstaunt. „Bin ich dir so unsympathisch?“
„Ach! Mit den Socken ist das so eine Sache für sich. Die sammeln wir nämlich! Aber von einem Paar nehmen wir immer nur einen. Das ist Ehrensache, so gehört sich das für unsereins. Gleich beide Socken zu nehmen wäre ja auch ausverschämt, oder!“ Mehrere Kobolde in der Runde nicken zustimmend mit dem Kopf. Lachend erklären wir, dass uns der eine Socken nun aber nichts mehr nützt, wenn der dazugehörige zweite fehlt. „Dann kombiniert doch einfach die unterschiedlichen Socken miteinander. Seid ihr denn noch nie auf so eine Idee gekommen? Überhaupt, zwei gleiche Socken zu tragen ist doch furchtbar langweilig!“
Wir müssen lachen. Vielleicht hat der kleine Kerl ja auch Recht, denke ich mir. Ich könnte eine völlig neue Mode kreieren.

Noch mehr Sockenabenteuer gibt es hier:
Nepomucks Märchen
Kobold Nepomuck entführt euch in die bunte Welt der Märchen. Und hier ist allerlei los! Das ganze Zauberland steht Kopf, denn der vergessliche Zauberer Ugoblix hat sein Zauberbuch verlegt, Ginny findet sich an ihrem siebten Geburtstag plötzlich im Elfenland wieder, Nepomuck reist mit einem Flaschengeist durch die Lüfte und Jenny versucht das Märchenland zu retten, das die Hexe Babula in einem See aus flüssiger Schokolade ertränken will.
Zu jedem der 14 spannenden Märchen gibt es ein lustiges Ausmalbild – so können die kleinen Leser das Buch ganz individuell mitgestalten.
Neugierig geworden? Dann auf ins Märchenland!
ISBN-13 : 978-3746019260

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©byChristine Erdic

Firmeninformation
Die deutsche Buchautorin Christine Erdic lebt zur Zeit hauptsächlich in der Türkei.
Beruflich unterrichtet sie in der Türkei Deutsch für Schüler (Nachhilfe), sie gab
Sprachtraining an der Uni und machte Übersetzungen für türkische Zeitungen.
Mehr Infos unter Meine Bücher- und Koboldecke
https://christineerdic.jimdofree.com/
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Die deutsche Buchautorin Christine Erdic lebt zur Zeit hauptsächlich in der Türkei.

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christineerdic.jimdo.com