In Wien ist die Anzahl der autofreien Haushalte seit dem Jahr 2010 stark gestiegen

In Wien ist die Zahl der autofreien Haushalte in den vergangenen zehn Jahren um 25 Prozent gestiegen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Zuletzt hatten bereits rund 430.000 Wiener Haushalte kein Auto, im Jahr 2010 waren es 345.000. Im Vorjahr haben die Wienerinnen und Wiener 73 Prozent ihrer Alltagswege zu Fuß, mit Öffis oder mit dem Fahrrad zurückgelegt. Der VCÖ betont, dass noch deutlich mehr Wiener Haushalten die Kosten des Autobesitzes erspart werden kann. Nötig dafür ist der Ausbau der Rad-Infrastruktur, die weitere Verbesserung des Öffi-Angebots und mehr Carsharing-Angebote, vor allem außerhalb Wiens.
Nicht nur die Anzahl, sondern auch der Anteil der autofreien Haushalte hat in Wien in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen, informiert der VCÖ. Während im Jahr 2010 der Anteil der autofreien Haushalte 41 Prozent betrug, kletterte der Anteil bis zum Jahr 2020 auf 47 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil der Haushalte mit einer Öffi-Jahreskarte von 40 Prozent auf zuletzt 52 Prozent gestiegen, wie die VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt.
Insgesamt ersparen sich bereits 430.000 Wiener Haushalte den Besitz eines Autos, um 85.000 mehr als im Jahr 2010, als 345.000 Haushalte in Wien autofrei waren. "Das dichte Öffi-Netz und die gute Nahversorgung führen dazu, dass die Wege innerhalb Wiens meist zu Fuß, mit dem Öffentlichen Verkehr oder dem Fahrrad zurückgelegt werden. Das Auto spielt für die Mobilität in Wien eine geringe Rolle", stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Im Vorjahr legten die Wienerinnen und Wiener fast dreimal so viele Wege im Umweltverbund von Öffis, Gehen und Radfahren zurück wie mit dem Auto.
Damit sind auch viele Autos der Wiener Haushalte nur selten im Einsatz. Die rund 100.000 Zweitautos kommen durchschnittlich auf eine jährliche Kilometerleistung von 6.400 Kilometer. "Im Schnitt sind diese Autos nicht einmal eine halbe Stunde pro Tag im Einsatz, sind also in erster Linie Stehzeuge und selten Fahrzeuge", verdeutlicht VCÖ-Experte Schwendinger. Die Erstautos der Wiener Haushalte kommen im Schnitt auf rund 12.400 Kilometer – und stehen damit auch die meiste Zeit auf einem Parkplatz.
Das Potenzial, dass sich noch mehr Wiener Haushalte den Besitz eines eigenen Autos ersparen, ist damit groß. Eine wichtige Voraussetzung sind mehr Carsharing-Angebote. "Die Verbesserung des Carsharing Angebots in Wien ist wichtig, aber noch wichtiger für die Wienerinnen und Wiener ist ein verstärktes Carsharing-Angebot in den Regionen. Die Wiener Autos sind vor allem außerhalb Wiens unterwegs, etwa um Familienangehörige am Land zu besuchen oder um Ausflugziele außerhalb Wiens zu erreichen", betont VCÖ-Experte Schwendinger. Angebote wie Rail & Drive (Carsharing-Fahrzeuge an Bahnhöfen) sind auszuweiten. So könnte Wien mobil um Carsharing-Angebote in den Bundesländern ergänzt werden.
Die Anzahl der Autofahrten innerhalb Wiens kann durch die weitere Verbesserung des Öffentlichen Verkehrsangebots insbesondere in den Außenbezirken und vor allem durch die Verbesserung der Bedingungen zum Radfahren reduziert werden. "Bei den Hol- und Bringfahrten liegt der Autoanteil in Wien bei fast 50 Prozent. Eine gute und sichere Rad-Infrastruktur würde es beispielsweise mehr Eltern ermöglichen, ihre Kinder mit dem Fahrrad abzuholen, was den Kindern wiederum gesunde Bewegung bringt", stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Auch die Zahl der Elterntaxis im Schulumfeld kann reduziert werden, wenn die Rad-Infrastruktur ausgebaut und verbessert wird.

VCÖ: Anzahl der autofreien Haushalte in Wien stark gestiegen (Anzahl autofreie Haushalte in Wien)

Jahr 2020: 430.000 ( plus 24,6 Prozent seit dem Jahr 2010)
Jahr 2015: 399.000
Jahr 2010: 345.000

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2021

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