Meine zweite Impfung

Also das war ja was! Endlich kam der Tag, an welchem ich Corona den Stinkefinger zeigen konnte, Vollschutz war angesagt. Trotz Termin hatte ich natürlich etwas Sorge wegen möglichen Andrangs, es gab ja keine Priorisierung mehr. Fast noch mitten in der Nacht, kurz vor 13 Uhr, bestellte ich ein Taxi. Umso überraschter war ich dann, als mein Taxi in die Einfahrt des Impfzentrums einbog, nahezu gähnende Leere. Völlig unverständlich, obwohl es mir half innerhalb weniger Minuten vor dem Impfarzt zu sitzen. Mit dem Mut der Verzweiflung krempelte ich den linken Ärmel meines T-Shirt´s hoch, reckte mutig den Arm der auf mich zu kommenden Spritze entgegen und dachte nur: „Los, stich die dicke Nadel in mein unschuldiges Fleisch, überflute meinen Körper mit jenem wundersamen Impfstoff, ich bin bereit.“ Vielleicht war der Arzt ein Sadist, denn er erklärte mir erst einmal ich sollte mich die nächsten Tage nicht zu sportlichen Höchstleistungen überreden lassen, alles ein wenig Piano angehen und Picks, hatte ich das Zeugs in mir.
Nebenwirkungsfrei fuhr ich heim, wartete minütlich auf eine jener berüchtigten Nebenwirkungen, doch es passierte nichts. Nicht einmal mein Arm wollte richtig weh tun. Mein Cousin rief an, erzählte mir dann ganz genüsslich ich sollte auf die Nacht warten, dann geht’s aber los. Eine blöde Aussage, denn dann schlafe ich doch, folglich kann auch nichts losgehen. Oder sollte ich wach bleiben, um nichts zu versäumen?
Nach einem erquickenden Schlaf erwachte ich und … Potzblitz … ich sage nur Nebenwirkung! Aber hallo!!! Es war, wie soll ich das jetzt sagen, diese nervige allmorgendliche maskuline Problematik. Wer es immer noch nicht geschnallt hat, Stichwort: Stolpern …
Meine neben mir schnarchende Lebensabschnittsgefährtin erwachte und registrierte mit dem sicheren Instinkt einer Frau mein Leiden. Alles nicht so schlimm, wie sie meinte, sie möchte mir helfen es zu beseitigen. Edel gedacht und zur Tat schreitend, hatte ich nur fünf Stunden später kein Problem mehr. Eigentlich, denn plötzlich fiel mir ein, sie wohnt nun schon einige Wochen bei mir, aber ihren Namen kenne ich immer noch nicht.
„Sag mal, was mir auffällt, wie heißt Du eigentlich?“ Ich finde nämlich, man sollte das ruhig mal wissen. Sie lächelte mich an: „Denk doch mal an Kaffee …“ Häh, sie soll mir jetzt keinen Kaffee machen, sondern einfach ihren Namen sagen. „Kaffee und mein Name … nun rate schon.“ So ein Quatsch, ich hörte noch niemals das eine Frau Jacobs Krönung oder ProDomo heißt. „Na komm“, sie schmiegte sich an mich, „ist doch nicht so schwer, mh? Melitta heiße ich!“ Verflixt, und ausgerechnet mir passiert so etwas … beinahe hätte es aus Furcht vor nicht erwünschten Konsequenzen einen neuen Fenstersturz gegeben, den meinen! Melitta … und ich hatte den Filter vergessen …
Eindeutig eine Nebenwirkung der Impfung. Ob das Impfzentrum dafür haftet?
Nicht genug damit, käme es eventuell zu irgendwelchen Überraschungen, wie nennen wir es dann? Nur weil das Girl Melitta hieß, müssen die Folgen nicht zwangsläufig Biontech, Moderna oder gar Sputnik heißen. Das arme Kind würde es nicht zu schätzen wissen.
Halt, ich hab´s! Wenn es ein Mädchen wird, nenne ich es Monika Nathalie Renate Angelika, bei einem Jungen folglich Manfred, Norbert, Rudi und Anton. Abgekürzt schreibt sich das dann mNRA …
Damit ist der wahre Schuldige auch gleich benannt! Ich kann nämlich nichts dafür!

Veröffentlicht von:

Ulli Zauner

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