Induktives Laden für E-Scooter erstmals zertifiziert

Hamburg, 9. Juli 2021: Diese Nachricht dürfte E-Scooter-Nutzer wie Verwaltungen, Behörden, Hotels und Unternehmen mit Werksverkehren ebenso freuen wie große Verleiher, die bereits Hunderte der umweltfreundlichen kleinen Flitzer in den Großstädten bereitstellen: Künftig wird der Ladeprozess für alle deutlich leichter und wirtschaftlicher. Denn mit INTIS easyCharge ist nun erstmals eine kabellose, induktive Ladestation für elektrische Tretroller zertifiziert worden. Damit entfällt künftig das mühsame Einstöpseln an der Strombuchse bzw. das Mitnehmen des Akkus zum späteren Aufladen – und für die Verleiher – zudem das aufwendige, zeitraubendes Einsammeln der E-Scooter in den Innenstädten für das nächtliche Nachladen der Batterien.

Im Verbund mit dem Premium-E-Scooter Metz moover hat INTIS easyCharge jetzt die Straßenzulassung erhalten. Voraussetzung dafür waren Prüfungen zur elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV), durchgeführt von einem namhaften Prüfinstitut, und eine CE-Konformitätserklärung. Das Prüfinstitut hat die induktive Ladestation nun erfolgreich abgenommen. INTIS‘ easyCharge ist damit die weltweit erste und bislang einzige zertifizierte induktive Ladestation für E-Scooter. In Kürze wird ihre Zulassung auch für Fahrzeuge anderer wichtiger Hersteller im Segment erwartet.

Staatministerium nutzt INTIS easyCharge
Einer der ersten easyCharge Nutzer ist das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr in München. Die vom Staatsministerium seit 2019 genutzten Metz moover wurden bereits von INTIS nachgerüstet und lassen sich nun berührungslos und automatisch nachladen. Im Juni fand im Foyer des Staatsministeriums eine 14-tägige Ausstellung über das induktive Laden statt und seither sind die Metz moover mit der INTIS easyCharge Ladeplatte täglich im Einsatz.

Praktisch und umweltfreundlich
Das In- und Outdoor-System easyCharge ist modular aufgebaut. Bis zu fünfzehn 1,2m lange und 0,6m breite Ladeplatten für ebenso viele E-Scooter lassen sich miteinander verbinden. Die E-Scooter müssen mit den beiden Rädern einfach in die dafür vorgesehenen Aussparungen in der Ladeplatte geschoben werden – fertig. Schon beginnt der automatische Ladevorgang. Die induktive Energieversorgung besitzt dabei gleich mehrere Vorteile. So sind die Ladestationen wartungsfrei, unauffällig und mit robusten Bodenplatten nahezu überall einsetzbar. Zudem ist diese Form der Energieaufnahme besonders schonend für die Lebensdauer des Akkus.
Weiterhin bietet das induktive Laden eine hohe Vandalismus-Sicherheit und Barrierefreiheit. Für die Mikromobilität – vor allem im öffentlichen Raum – wird dies ganz neue Möglichkeiten bieten und ihre Fortentwicklung sicher deutlich beschleunigen. Parkplätze werden künftig immer auch Ladeplätze für E-Scooter sein können. Steht der Roller erst einmal auf der easyCharge Ladeplatte, fließt der Strom. Vorbei sind die Zeiten, in denen diese Fahrzeuge irgendwo am Boden liegen, an Gebäuden oder Pfosten anlehnen. Gleichzeitig entfällt das abendliche Einsammeln und das nächtliche Laden. Ohne „Einsammler“ verbessert sich die Umweltbilanz dieser praktischen Zweiräder ohnehin erheblich. Es werden weniger Batterien benötigt und Batteriewechselstationen gehören der Vergangenheit an. Die Ladestationen können auch mit lokal erzeugtem Wind- oder Sonnenstrom versorgt werden. Insgesamt sinken die Systembetriebskosten deutlich und gleichzeitig steigen Umweltverträglichkeit und Verfügbarkeit dieser Mikrofahrzeuge.

Ladelösung mit Potenzial
Geladen wird gegenwärtig mit 100 W pro E-Scooter. Die Ladeleistung wird nur von der Ladebelastungsfähigkeit der Batterie bestimmt, Ladezeiten von mehr als drei Stunden gibt es kaum. Die „Netz-zu-Fahrzeug-Effizienz“ beim induktiven Laden beträgt mindestens 90 % bei Nennübertragungsleistung.
Da INTIS easyCharge IoT-fähig ist (IoT = Internet of Things, Internet der Dinge), können die Ladestationen den Betreibern auch eine Vielzahl von Informationen zum Batterie- und Fahrzeugzustand liefern; Statistiken zur Fahrzeugauslastung und vieles mehr inbegriffen.
Das induktive Ladesystem INTIS easyCharge dürfte zukünftig auch neue Business-Modelle fördern, z.B. bei Flottenbetreibern und Verleihern von E-Bikes und Lastenrädern.
Außerhalb der Mikromobilität liefert INTIS auch heute schon Lösungen mit Übertragungsleistungen von bis zu 60kW für Industrieanwendungen. Für das Laden von E-PKW steht INTIS in den Startlöchern und wartet nur noch auf die Finalisierung von Normen für den Einsatz der Technik im öffentlichen Raum.

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