Endstation Anatolien – aus dem wahren Leben

Endstation Anatolien
Auswandern? Mit fast vierzig Jahren und zwei schulpflichtigen Töchtern? Und noch dazu in den Orient?
Christine Erdic hat es gewagt!
Das Morgenland lockt mit bunten Basaren, leuchtenden Farben, einem unvergleichlich blauen Himmel und geheimnisvollen mondbeschienenen Nächten. Doch wie ist das wirkliche Leben hinter dem Schleier der Illusionen?
Ein Buch, das das Leben schrieb!
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ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3752897111
Auch als E-Book erhältlich!

Leseprobe aus dem Buch
Wie alles begann
Meinen Mann lernte ich nicht, wie zu jenen Zeiten wohl eher üblich, in Deutschland kennen, sondern in einem Türkeiurlaub. Die Türkei der frühen 80er war alles andere als ein typisches Reiseziel für Europäer, doch ich hatte eine Einladung von einem Brieffreund, der mich über eine befreundete, ehemals in Deutschland ansässige „Gastarbeiterfamilie“ zwecks Austausch in Englisch kontaktiert hatte. Nach langem Zaudern – die Militärregierung machte keine guten Schlagzeilen im Ausland – und einem Kopftuch im Gepäck, schließlich reiste ich in ein muslimisches Land, machte ich mich auf den Weg in ein neues unbekanntes Abenteuer. Der nette Mitarbeiter im türkischen Reisebüro hatte mir ein recht preisgünstiges Ticket für einen sogenannten „Gastarbeiter-Charterflug“ ausgestellt. Damals konnte man sich im Flieger der Türkisch Airlines seinen Sitzplatz direkt nach Einstieg noch frei aussuchen, und zu essen gab es ein schmackhaftes halbes Hähnchen.
In der Türkei angekommen musste ich mich zunächst an den Anblick der unzähligen bewaffneten Soldaten gewöhnen, die das Stadtbild prägten. So etwas kannte ich von Deutschland oder meinen bisher bereisten Ländern nicht. Dennoch schien niemand sie weiter zu beachten. Die Izmiraner liebten es auch damals schon, ihre Zeit im Sommer möglichst draußen zu verbringen und bevölkerten Plätze, Straßen und Teegärten. Die Schulferien hatten gerade begonnen, das Leben pulsierte. Mein Kopftuch kam übrigens bis heute nicht zum Einsatz. Während der nun insgesamt fast 20 Jahre meines Türkeiaufenthalts wurde ich nur ein einziges Mal gefragt, ob ich zum Islam übergetreten sei – und das von einer türkischen Gastarbeiterin aus Deutschland, während eines Fluges in meine alte Heimat.
Hier in Izmir lernte ich meinen Mann kennen, der gerade seinen Militärdienst beendet hatte und mir braungebrannt auf dem Balkon meiner Gastfamilie in einem hellblauen Hemd gegenüber saß. Er brachte mir Tavla – Backgammon bei. Die Unterhaltung in Englisch war recht stockend, trotzdem hatten wir viel Spaß. Nur sein Vater beherrschte die fremde Sprache etwas besser, da er mit seiner Familie 6 Monate in Washington D.C. als Berufsoffizier der türkischen Armee stationiert war. Der älteste Sohn, der später von Micki und mir den Spitznamen Hugo (nach der bekannten Koboldfigur) bekam, war während des Amerikaaufenthalts gerade mal 4 oder 5, seine Schwester zwei Jahre älter und der Jüngste noch nicht einmal geboren.
So lernte ich zwangsweise, aber nicht ohne Vergnügen, innerhalb weniger Tage ein Türkisch, das alles andere als perfekt aber dennoch verständlich war. Komische Verwechslungen wie: „Da sitzt eine Kuh auf meinem Arm“ lösten allgemeine Heiterkeitsanfälle aus. Statt des türkischen Wortes „sinek – Fliege“ hatte ich „inek – Kuh“ gesagt. Ich erschuf auch eine Plastiksuppe statt des Plastikbeutels, denn „çorba“ ist nur allzu leicht mit „torba“ zu verwechseln.
Neue Sprachen zu erlernen fiel mir dennoch leicht und machte mir viel Freude – eine Gabe, die ich beiden Töchtern glücklicherweise vererbt habe. Nach drei Monaten Aufenthalt in Portugal konnte ich damals immerhin schon einfache Telefongespräche auf Portugiesisch führen. Bei unseren Interrailfahrten durch Westeuropa wurde ich zudem gerne von meinen Freundinnen vorgeschickt, um auf Französisch zu verhandeln. Doch wenn man eine Sprache nicht benutzt, dann schläft sie irgendwann ein – so ging es mir zumindest. Ich war nie der Typ, der stundenlang Vokabeln paukt – ich lerne lieber auf praktische Art und Weise für den täglichen Bedarf. Immerhin erwachten meine schlummernden Portugiesisch-Kenntnisse bei einem Campingurlaub an der Algarve mit Mann und Kindern nach über zehn Jahren zumindest teilweise wieder. Das eröffnete uns den Weg zu den Herzen unserer einheimischen Campingnachbarn Manuel und Celia – doch das ist wieder eine ganz andere Geschichte.
In der Westtürkei verbrachte ich nun den Rest meines Urlaubs mit Hugo und seinen beiden Geschwistern – wir picknickten im Wald, machten Ausflüge in die Ferienorte Kuşadası und Çeşme, badeten im Meer, sonnten uns an den damals noch fast menschenleeren Stränden und besuchten sogar ein Freilichtkino. Der Zauber des Orients hatte mich vollkommen ergriffen. Vor allem der Basar „Kemeraltı“ ist noch immer ein Erlebnis für mich. Was dort alles, teilweise von schreienden Händlern, feilgeboten wird! Doch es geht keinesfalls chaotisch, sondern vielmehr recht geordnet zu. Hier gibt es ganze Straßenzüge, die nur Goldschmuck anbieten, dort Kinderbekleidung, woanders Schuhgeschäfte, weiter hinten Läden, die mit Stoffen oder Hausrat handeln und so fort. An jeder Ecke werden Döner, mit gegrillter Wurst und Tomaten belegte Brote und frisch gepresste Säfte angeboten.Angefüllt mit verschiedensten Eindrücken und Erinnerungsfotos trat ich schließlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge meinen Rückflug an.
Spannend weiter geht es im Buch!

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©byChristine Erdic

Firmeninformation
Die deutsche Buchautorin Christine Erdic lebt zur Zeit hauptsächlich in der Türkei.
Beruflich unterrichtet sie in der Türkei Deutsch für Schüler (Nachhilfe), sie gab
Sprachtraining an der Uni und machte Übersetzungen für türkische Zeitungen.
Mehr Infos unter Meine Bücher- und Koboldecke
https://christineerdic.jimdofree.com/
https://literatur-reisetipps.blogspot.com/

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Frau Christine Erdiç

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35050 Izmir
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Beruflich unterrichtet sie in der Türkei Deutsch für Schüler (Nachhilfe), sie gab 
Sprachtraining an der Uni und machte Übersetzungen für türkische Zeitungen. 

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