Gebärdensprache – Reden ohne zu Sprechen! // Spruch des Tages 23.07.21

Gebärdensprache vorgestellt

Gegen Ende des Disability Pride Months im Juli möchten wir dir heute einen Einblick in die Welt der Gehörlosen geben. Denn obwohl die Gebärdensprache für viele Menschen der einzige Weg ist, mit anderen Menschen zu kommunizieren, kennen sich nur die wenigsten Hörenden damit aus. Dabei schadet es uns Hörenden nicht, uns ein wenig mit der Gebärdensprache auszukennen. Im Gegenteil, denn die Welt der Gehörlosen ist vielseitig, spannend und bereichernd!
Gehörlose in Deutschland

In Deutschland gibt es etwa 80.000 Gehörlose. Dazu kommen circa 80.000 bis 100.000 hochgradig schwerhörige oder ertaubte Menschen und insgesamt 16 Millionen Menschen mit Hörschädigung. Gehörlosigkeit kann sowohl angeboren sein und vererbt werden als auch durch Krankheiten oder Unfälle in jeder Altersstufe entstehen. Es gibt in Deutschland auch eine große Gehörlosenkultur. Die Menschen treffen sich, tauschen sich aus. Es gibt viel Kultur extra für und von Gehörlosen, wie spezielle Theaterstücke, Bücher, Poetry Slams, Geschichten und Witze, die teilweise von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Je nachdem wann die Gehörlosigkeit bei jemandem eingesetzt hat und wie gelernt wurde, können manche Gehörlose Lautsprache sprechen und manche nicht. Andere Formen der Kommunikation für Gehörlose sind Lippenlesen (dies ist allerdings sehr schwer, probiere es selbst mal aus!), Fingeralphabet oder die Gebärdensprache.
Gebärdensprache ist vielfältig!

Bei der Gebärdensprache werden Körpersprache, Mimik und Handstellungen benutzt, um zu kommunizieren. Sie unterscheidet sich dabei stark von der Lautsprache, Gebärdensprache hat eine ganz eigene Grammatik und Vokabeln. Die Satzstruktur funktioniert ganz anders als wir es gewohnt sind und es gibt auch spezielle Wörter, die man gar nicht richtig in die Lautsprache übersetzen kann. Gebärdensprache ist also eine komplett eigenständige Sprache.
Was viele allerdings nicht wissen: Es gibt eigentlich gar nicht „die Gebärdensprache“. Es gibt nicht eine internationale Version, sondern jede Sprache und jedes Land hat eine eigene Gebärdensprache! So gibt es die französische LSF, die Britische Gebärdensprache BSL und die Amerikanische ASL. In Deutschland gibt es die Deutsche Gebärdensprache DGS. Da hört es übrigens mit der Vielfalt noch nicht auf: Die Gebärden unterscheiden sich nicht nur von Land zu Land, sondern auch von Region zu Region, von Stadt zu Stadt. Es gibt tatsächlich Dialekte in der Gebärdensprache!
Gebärdensprache ist nicht schwer!

Einige Gebärden in der DGS sind etwas komplexer, aber viele sind sehr einfach und intuitiv. Du kennst bestimmt schon einige von ihnen! Um „Hallo“ oder „Tschüss“ zu sagen, winkt man einfach mit flacher Hand und formt das jeweilige Wort mit den Lippen. Die Gebärde für „gut“ entsteht, wenn du deinen Daumen und Zeigefinger einer Hand aneinander legst, so einen Ring formst und die restlichen Finger nach oben abspreizt. Auch ganz einfach, oder? Um jemanden zu fragen, wie es ihm geht, musst du nur erst auf ihn zeigen und dann diese Gebärde für „gut“ formen, während du die Augenbrauen fragend nach oben ziehst. Die Mimik ist in der Gebärdensprache sehr wichtig, da die normalen Gesprächsparameter wie Lautstärke und Intonation wegfallen. Zum Schluss noch eine wichtige Gebärde, die du vermutlich auch schon mal gemacht hast: Das, was hierzulande viele als „Rock it“ Zeichen benutzen, bedeutet in der Gebärdensprache „Ich liebe dich.“ Dazu musst du die Handfläche zu deinem Gesprächspartner zeigen lassen, Mittel- und Ringfinger auf die Handfläche klappen und den Daumen zur Seite abspreizen – fertig!
Wo kannst du Gebärdensprache lernen?

Wenn dein Interesse nun geweckt ist, kannst du gerne mehr lernen! Gebärdensprachkurse werden in vielen Volkshochschulen, Sprach- und Dolmetscherschulen angeboten. Du findest bestimmt ein Angebot in deiner Nähe! Es gibt Online auch Lernapps und Wörterbücher, wenn du lieber Schritt für Schritt vorgehen möchtest.
Das Wichtigste: Lass die Berührungsängste fallen, du kannst nichts falsch machen. Die meisten Gehörlosen freuen sich, wenn auch Hörende ihre einzigartige und vielfältige Sprache lernen. Denn sie sind auch Menschen wie du und ich, die gerne neue Leute kennen lernen möchten.

Wenn du nun mehr über Sprache erfahren möchtest und wie du sie zu deinem Vorteil nutzen kannst, schau dir das Buch „Die Sprache der Gewinner“ von Dantse Dantse an:

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