Zen und Budo: Gedanken von Meister Taisen Deshimaru

In Zen & Budo werden die Gemeinsamkeiten des Meditationsbuddhismus und der Kampfkünste jenseits jeglichen Wettbewerbes aufgezeigt.

"Jeder von uns hat Probleme, die sich von denen aller anderen unterscheiden, und jeder von uns muss diese Probleme auf seine eigene Weise lösen." 

Taisen Deshimaru Roshi (1914-1982) übte mit dem Zen-Meister Kodo Sawaki. 1967 kam er nach Frankreich und begründete zahlreiche Übungsstätten. Philippe Coupey, der Herausgeber dieses Buches, wurde sein Schüler. Beide praktizierten auch die Kampfkünste. In Zen & Budo werden die Gemeinsamkeiten des Meditationsbuddhismus und der Kampfkünste jenseits jeglichen Wettbewerbes aufgezeigt. 

"Im Zen, ist es so, dass wir durch diese Praxis uns selbst, unsere tiefen Wurzeln entdecken. Es ist dasselbe im Karate: Töten Sie nicht die andere Person, aber töten Sie das Ego in sich. Sie müssen über Ihr eigenes Ego hinausgehen. Die Kampfkünste und Zen sind sich sehr ähnlich."

Taisen Deshimaru/ Philippe Coupey (Hg.): Zen und Budo (Original: Zen et Budo) 
112 Seiten. Zahlreiche Photos. Pb. 15,- €. ISBN: 978-3-943839-88-3. 
Leseprobe: https://www.amazon.de/-/en/Philippe-Coupey/dp/3943839885/angkorverlag-21/
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_Rezensionsexemplare mit Nachweis bei __www.bod.de_

Auszug:

Der Weg: Im Westen sind die Kampfkünste ein Sport geworden, eine Technik, ohne Geist, jenseits des Weges. In Japan sind sie, anders als Fechten oder Boxen, Wege.

Vor dem Zweiten Weltkrieg hielt Meister Kōdō Sawaki Vorträge vor den größten Kampfkunstmeistern, den "Säulen" des Budō. In seinen Vorlesungen sagte Kōdō Sawaki, Zen und die Kampfkünste haben den gleichen Geschmack und seien eine Einheit.

Das Training ist praktisch, sowohl im Zen als auch in den Kampfkünsten. "Wie lange muss ich trainieren?" Eine Menge Leute stellen Fragen wie diese. "Wie viele Jahre muss ich Zazen machen?"

Ich antworte: "Bis zum Tod". Dies stört die Menschen. Europäer wollen immer schnell lernen, einige sogar an einem Tag. "Oh ja, ich habe einmal Zazen gemacht und ich verstehe", sagen sie.

Allerdings ist das Dōjō nicht wie eine Universität. Das gleiche gilt für Budō. Weitermachen "bis zum Tod".

Dennoch können drei Stufen beobachtet werden: Als erstes _Shōjin_: Praxis durch Willenskraft. Am Anfang ist bewusste Praxis notwendig. In der Vergangenheit dauerte im Budō wie im Zen diese Praxis mindestens zehn Jahre. Heutzutage kann der Meister nach drei oder fünf Jahren das _Shihō_ geben (oder _Inka_: Erlaubnis, Zertifikat). Aber hin und wieder eine Stunde zu üben, ist nicht genug.

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Publiziert durch connektar.de.

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