Appell für eine ökologisch-soziale Marktwirtschaft

(Düsseldorf) – „Die Bewältigung der derzeitigen Herausforderungen, insbesondere im Klimaschutz, macht eine Umgestaltung unseres Wirtschaftssystems erforderlich. Für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) ist das Ziel eine ökologisch-soziale Marktwirtschaft.“ so der Buchautor und Bundesvorstandsmitglied der ÖDP, Dipl.-Kfm. Günther Brendle-Behnisch in Düsseldorf-Oberkassel am Donnerstagabend.

Die derzeitigen Krisen sind auf das Zaudern und Zögern der Regierenden in den letzten zwanzig Jahren zurückzuführen. „Im Jahre 2000 hätte eine Reduktion des CO2-Ausstoßes von 4 % ausgereicht, das Klimaziel von 1,5 Grad einzuhalten. Aktuell, 21 Jahre später, sind weitaus einschneidendere Maßnahmen erforderlich.“

Die Bewältigung der derzeitigen Krisen, nicht nur der Klimakrise, erfordern eine Umgestaltung des Wirtschaftssystems. Ein „weiter so“ führt in die Katastrophe, unendliches Wachstum wir nicht möglich. Dies ist seit Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts bekannt. Damals veröffentlichte der Club of Rome den Bericht „Grenzen des Wachstums“. Wirklich gelernt haben die Verantwortlichen hieraus nichts.

Ein Ende des Wachstums wird derzeit gefordert. Strebt man dies an, muss man aber auch sagen, wie das gehen könnte. Ohne eine Umgestaltung des Wirtschaftssystems ist das nicht möglich, so der Referent. „Wir brauchen ein Wirtschaftssystem, das uns nicht mehr zum permanenten Wachstum zwingt“ so Brendle-Behnisch. Erst eine Umgestaltung zu einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft macht ein gutes Leben in einer nicht mehr allein auf Wachstum ausgerichteten Welt möglich.

Im Buch „Wirtschaft ohne Wachstumszwang“, dessen Mit-Herausgeber Brendle-Behnisch ist, wird ein Weg aus der zwanghaften Wachstumsgesellschaft aufgezeigt. Das Buch ist das Ergebnis eines zweitägigen Symposiums der ÖDP mit namhaften Wissenschaftlern und Fachleuten, wie Prof. Dr. Mathias Binswanger, Ökonom aus St. Gallen, der Physiker Prof. Dr. Martin Quaas, Prof. Christian Kreiß von der Hochschule Aalen und Dr. Oliver Richters, Physiker und Ökonom. Auch kamen die Bäuerin Isabelle Hirsch und der Kinder- und Jugendbuchautor Jörg Sommer auf dem Symposium zu Wort.

Zu den Workshop-Leitern des Symposiums zählte auch der Kreisvorsitzende der ÖDP Region Düsseldorf und Niederrhein, Prof. Dr. Herbert E. Einsiedler.

Das Buch, das die Ergebnisse des ersten Symposiums zusammenfasst, stellt einen Entwurf einer neuen ökologisch-sozialen Marktwirtschaft zur Bewältigung der heraufziehenden Klimakrise, der ökologischen Krise sowie der damit verbundenen sozialen Verwerfungen vor. Forderungen, richtige und wichtige Maßnahmen, Konzepte und Visionen gibt es zuhauf.

Hier wird eine Gesamtsicht vorgelegt, die die Zusammenhänge, Widersprüche, Wechselwirkungen, aber auch Synergien in den Blick nimmt. Hervorgegangen aus einem Symposium namhafter WissenschaftlerInnen und ExpertInnen aus unterschiedlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gebieten wird ein neues ökologisches, soziales und wirtschaftlich-gesellschaftliches Gesamtkonzept präsentiert, das nicht nur das Ziel, sondern auch die praktische Umsetzung berücksichtigt.

Günther Brendle-Behnisch | Claudius Moseler | Christoph Raabs (Hrsg.)

Wirtschaft ohne Wachstumszwang

Manifest einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft

2021, 324 S., brosch. Print • E-Book 38,00 € ISBN 978-3-8288-4620-3

ePDF 978-3-8288-7690-3

ePub 978-3-8288-7692-7

Zur Person des Referenten:

Günther Brendle-Behnisch (65) ist Diplom-Kaufmann und Pfarrer und Lehrer im Ruhestand. Er ist Vorsitzender der Bundesprogrammkommission der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) und gehört dem Bundesvorstand der ÖDP an.

Nach Schulabschluss (Abitur) und Zivildienst als Sanitäter studierte er Betriebswirtschaftslehre in seiner Heimatstadt Würzburg an der Julius-Maximilians-Universität mit Abschluss als Diplom-Kaufmann.

Anschließend Eintritt in den elterlichen Betrieb, den er zusammen mit seinem Vater und einer Prokuristin leitete.

Aufnahme des Theologiestudiums und Austritt aus der Geschäftsleitung des Betriebs. Studium in Erlangen und Neuendettelsau. Pfarrstelle in Heilsbronn-Weißenbronn und Dekanatsjugendpfarrer des Dekanatsbezirks Windsbach von 1990 bis 1996. Seit 1996 bis zu seinem Ruhestand im vollzeitlichen Schuldienst an Gymnasien und Realschulen.

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