Covid-19: Deutschland hat Zweithöchste Fallsterblichkeit in Europa. Behandlungsfehler?

Die Fallsterblichkeit ist ein Wert, der wiedergibt, wie viele der Covid-19 Erkrankten aufgrund der Erkrankung sterben.
Beeinflusst wird die Fallsterblichkeit davon, wie effektiv die Behandlung von Erkrankten in den Kliniken ist, und wie groß der Anteil der schwer an COVID-19 Erkrankten ist. Der Anteil der schwer Erkrankten wird dabei durch zunehmende Zahl von Impfungen gesenkt, da ein Teil der Geimpften zwar noch erkrankt, aber meist nur leicht.

Wie hat sich die Fallsterblichkeit in Deutschland entwickelt.
In Deutschland lag diese zu Beginn der Pandemie im Juni 2020 bei 4,7%.
Der Wert sank bis zum November auf 1,5% ab, und es gab das große Schulterklopfen, das die Behandlung von Covid-19 Patienten besser geworden sei, weil nur noch wenige Erkrankte starben. Danach ist die Fallsterblichkeit aber bis in den Februar hinein wieder konstant gestiegen, und hätte, wenn sich der konstante Anstieg weiter fortgesetzt hätte im Juni 2021 wieder die 5% Marke vom Vorjahr erreicht.
Siehe Grafik von OurWorldInData
https://ourworldindata.org/explorers/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=true&time=2020-11-12..latest&facet=none&pickerSort=asc&pickerMetric=location&Metric=Case+fatality+rate&Interval=Cumulative&Relative+to+Population=false&Align+outbreaks=false&country=USA~GBR~DEU~ITA~IRL~FIN~NOR

Bei Betrachtung der Kurven fällt auf, dass das Sinken der Fallsterblichkeit im Sommerhalbjahr und das Steigen im Winterhalbjahr invers zur jahreszeitlichen Veränderung des Vitamin-D Spiegels der Bevölkerung passt, so das die Veränderung der Vitamin-D Spiegels der Grund für die Veränderung Fallsterblichkeit ist, und nicht irgendwelche Fortschritte in der Behandlung, denn es nicht anzunehmen, dass die Behandlung in den Kliniken im Zeitraum November 2020 bis März 2021 schlechter geworden ist.
Aber sie ist eben auch nicht sichtbar besser geworden, da wir ohne Impfungen im Juni wieder die 5% Fallsterblichkeit erreicht hätten,
Das die Fallsterblichkeit nicht wieder auf 5% gestiegen ist, ist nur der Wirkung der Impfungen aus den oben genannten Gründen zuzuschreiben.

Wenn man die Kurven der Fallsterblichkeit der europäischen Länder miteinander vergleicht, so fällt auf, das in allen die Fallsterblichkeit bis zum November gesunken ist, aber in keinem Land ist danach die Fallsterblichkeit so stark gestiegen wie in Deutschland.
Dabei unterscheidet sich die Impfqoute zwischen den Ländern inzwischen nur noch wenig, daran kann es nicht liegen.
Inzwischen gibt es in den europäischen Ländern nur noch in Italien eine höhe Fallsterblichkeit als Deutschland.
Wie kann das ein? An welcher Schraube haben die anderen Länder gedreht?

Das ein niedriger Vitamin-D Wert mit einem schweren Verlauf einer COVID-19 Erkrankung korreliert, wurde bei fast allen von rund 700 Studien zu diesen Thema beobachtet.
Als Beispiel hier eine Studie des Universitätsklinikum Heidelberg das die Vitamin-D Werte von Patienten erfasst hat.
Wichtigster Satz der Studie :„Bei unseren Patienten war ein Vitamin-D Mangel bereinigt um Alter, Geschlecht und Komorbiditäten mit einem 6-fach höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und einem ~ 15-fach höheren Sterberisiko verbunden“
"Vitamin D Deficiency and Outcome of COVID-19 Patients "
https://www.mdpi.com/2072-6643/12/9/2757

In verschiedenen Studien wurden sowohl Vitamin-D Werte vor einer COVID-19 Erkrankung erfasst, als auch während der Erkrankung und es gibt auch einige Studien bei denen Erkrankte in den Kliniken mit Vitamin-D behandelt wurden.
Bei nahezu allen wurde eine Korrelation oder sogar eine Kausale Wirkung eines Vitamin-D Mangel auf den Verlauf einer COVID -19 Erkrankung bestätigt.
Somit gibt es 2 Schrauben an denen man drehen kann.
Die erste ist, die Bevölkerung über den Zusammenhang zu informieren, so dass mehr Bürger Vitamin-D Supplementieren und dadurch nicht mehr so viele einen mangelhaften Status haben.
Die 2te Schraube sind die Vorgaben zur Behandlung von Patienten in den Klinken. Auch hier könnte eine Behandlung mit Vitamin-D empfohlen werden.

Mit beidem sieht es aber aus unterschiedlichen Gründen schlecht aus:
Kommen wir zur Information der Bevölkerung.
Die ist von offizieller Seite gleich Null, da es im Juli 2020 im Bundestag eine fatale Fehlentscheidung gegeben hat, als vielen Abgeordneten wohl noch nicht klar war,
wie viele Tote diese Entscheidung im Laufe der Zeit kosten würde.
Ein Ablehnung der Information wurde nicht aus medizinischen, sondern aus politischen Gründen beschlossen, und das obwohl Länder wie Frankreich, England, Irland, Schottland und Wales ihre Bevölkerung schon ein bis 2 Monate vorher anders entschieden haben, und ihre Bevölkerung über mögliche Zusammenhänge informiert hatten.
Covid-19 und Vitamin D ; Frankreich und England brechen das Tabu
https://www.heise.de/tp/features/Covid-19-und-Vitamin-D-4787490.html

Der einfache Grund ist, das eine Partei der Opposition den Antrag dazu gestellt hat.
Hier ein Blog der das heutige Problem der deutschen Politik aufgrund der Fehlentscheidung des Bundestages vom Juli 2020 auf den Punkt bringt.
„Die tieferen Gründe hinter dem Vitamin-D-Desaster der Tagesschau“
https://norberthaering.de/medienversagen/vitamin-d-desaster/

Das eine solche Information wirkt, wenn eine Regierung diese mehrfach wiederholt, kann man Beispiel Irland sehen.
Dort hat z.B. in Laufe der Zeit die Irische Regierung inzwischen 3mal Informationen an die Bevölkerung herausgegeben. Im Juni 2020 gab es Informationen, dass ein Zusammenhang bestehen könnte. Im November wurde dann verkündet, dass Bürger die zu Risikogruppen gehören, kostenlos mit Vitamin-D versorgt würden. Im Mai 2021 wurde die Empfehlung zur Vitamin-D Supplementation bekräftigt und ein ausführlicher Report dazu veröffentlicht.
Hier die auf Deutsch übersetzte Version der Reportes:

Click to access irland-vitamind-report-de.pdf


Dadurch ist die Fallsterblichkeit in Irland von Mitte Januar bis zum April 2021 nur um 0,5% gestiegen, und inzwischen auf nur 1,5% gefallen und nähert seit
der Bekräftigung zur Vitamin-D Supplementation mit deutlichem Gefälle den nordischen Ländern an, in denen eine Vitamin-D Supplementation selbstverständlich ist.

Aufgrund der fehlen Information gibt es lediglich die übliche Jahrzeitliche Veränderung des Vitamin-D Status der Bevölkerung, aber über das Jahr gesehen keine positive Tendenz. Es könnte also nur ein deutlicher Fortschritt in den Klinken die Fallsterblichkeit stärker senken.
Da es aber bei der Behandlung von Covid-19 Patienten auch ein Problem mit der Ergänzung eines Vitamin-D Mangels gibt, ist das nicht der Fall.

Das von Pharmafirmen unabhängige RKI empfiehlt immerhin eine Messung des Vitamin-D Spiegels von COVID-19 Patienten. Dieser soll im Falle eines Mangels, und das
ist bei schwer an COVID-19 Erkranken Patienten die Regel, ausgeglichen werden. Davon würden viele Patienten profitieren.

Das müssen aber die Krankenhäuser nicht so machen, denn die können auch der Empfehlung der DIVI (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensivmedizin) folgen, die eine Behandlung mit Vitamin-D nicht empfiehlt. Einer der dort genannten fadenscheinigen Gründe für diese Entscheidung ist, das man der Bevölkerung keinen Anreiz zur Selbstmedikation geben möchte.
Originaltext: „In diese Entscheidung wurden neben der fehlenden Evidenzgrundlage auch die breite Verfügbarkeit bei niedrigen Kosten, das Vermeiden von Fehlanreizen zur Selbstmedikation und potentiell schädliche Wirkungen durch Überdosierung einbezogen.“
Verständlich ist Entscheidung nur wenn man sich in der Behandlungsempfehlung das lange Kapitel mit Interessenkonflikten ansieht, in denen mindesten 80 Pharmafirmen genannt werden.
Leitlinie: „AWMF S3-Leitlinie – Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19“

Click to access 113-001LGl_S3_Empfehlungen-zur-stationaeren-Therapie-von-Patienten-mit-COVID-19__2021-05.pdf

Die genannten Gründe in dem Originaltext sind Haarsträubend. Man traut anscheinend Ärzten nicht zu, Vitamin-D richtig zu dosieren. Dabei ist es schwer, bei Patienten mit einen Mangel in eine Überdosierung zu kommen, da einem normalgewichtigen Patienten, der einen Mangel hat, mindestens 400.000 I.E (Erhöhung Wert von 10ng/ml auf 50ng/ml) Vitamin-D fehlen. Das kann jeder selber prüfen, in dem er das mit einen der zahlreichen freien Vitamin-D Rechner im Internet nachrechnet.
https://vitamind-info.de/vitamin-d-rechner/

Wenn, dann dosieren Ärzte dieses viel zu niedrig, weil sie von einer möglichen Überdosierung gehört haben, aber selber nie konkret nachgerechnet haben, wie viel Vitamin-D einem Patienten fehlt, der einen schweren Mangel hat.
Das scheint sogar bei der Berliner Charite Klinik der Fall zu sein. Dort wird in einer Behandlungsanleitung für Long-Covid Patienten eine tägliche Dosis von 1000-2000 I.E. täglich empfohlen.
Es reicht Grundschulmathematik aus, um zu berechnen das mit einer Dosierung von 2000 I.E täglich etwa 200 Tage benötigt werden um die 400.000 I.E. zu ergänzen.
„Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie bei long COVID“

Click to access Therapieempfehlungen_PVF_4_21.pdf

Wie soll man sich damit schnell von Long-Covid erholen. Bei dieser Dosierung wird ein Patient zu Recht sagen, dass eine Vitamin-D Supplementation bei Long-Covid nicht hilft.
Sie würde aber schnell helfen wenn die tägliche Dosis größer wäre.

In der Empfehlung der DIVI gegen eine Behandlung mit Vitamin-D wird als Grund die fehlende Evidenz genannt.
Wie bekommt man es hin, trotz der rund 700 Studien in denen eine starke Korrelation, oder auch ein kausaler Zusammenhang beobachtet wurde, nicht zu einer Evidenz zu kommen?
Warum auch immer, hat die DIVI deshalb wohl nur 2 Studien zu dem Thema ausgewertet, die anderen waren wohl zu schlecht, wie auch die der Universitätsklinik Heidelberg.
Die Studie zugunsten von Vitamin-D kommt aus Spanien. Bei der Vitamin-D Gruppe musste nur 1 von 49 Patienten beatmet werden, von der anderen aber 16 von 32, und es starb kein Patient der Vitamin-D Gruppe aber 1er der kleineren Vergleichsgruppe.
Diese Studie wird kommentiert mit „Hier zeigte eine Verabreichung von Vitamin D3 bei hospitalisierten Patienten im Vergleich zur Standardtherapie keinen Vorteil in Hinblick auf patientenrelevante Endpunkte (sehr niedrige Qualität der Evidenz)“.
Bekannt ist inzwischen, dass jeder 2te beatmete Patient innerhalb des ersten halben Jahres nach der Erkrankung verstirbt, und dann soll es den Patienten letztendlich nicht helfen, wenn nur noch 1 von 49 Patienten beatmet werden muss. Auch eine Quote um welchen Faktor weniger Patienten verstarben war gar nicht berechenbar, weil man dann durch 0 hätte teilen müssen.

Die 2te Studie in der Bewertung ist eine Studie aus Brasilien, in der nur untersucht wurde ob eine einzelne Dosis Vitamin-D die Krankenhausaufenthaltsdauer verkürzen würde.
Nur wenn ein Vitamin-D Mangel vorliegt, ist eine Ergänzung hilfreich. In den Einschränkungen der Studie steht aber, dass die Zahl der Patienten mit einem Mangel erheblich niedriger war als üblich.
Somit konnte die Ergänzung nur wenigen helfen. Dazu kommt, dass den meisten Patienten erst 10 Tage nach dem Auftreten der Symptome die angegeben Vitamin-D Dosis verabreicht wurde.
Das ist aber viel zu spät, wie es die Mitglieder der DIVI eigentlich auch wissen sollten, da Vitamin-D erst von Leber und Niere in die für den Körper wirksame Form Calcitriol umgewandelt werden muss.
Und das kostet Zeit, die aber häufig nicht mehr zur Verfügung steht. Im Kommentarbereich der Studie werden noch weitere Mängel erwähnt. Dort sind Formulierungen wie
„Eine Studie, die zum Scheitern verurteilt war“ ; „Die Analogie wäre, bei einem Hausbrand bis zu einem 4. Alarm einen Eimer Wasser zu zeigen!“ zu lesen.
Niemand der sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, würde diese Studie in einer Bewertung berücksichtigen.

Wird ein Vitamin-D Mangel im Krankenhaus festgestellt wird, muss dieser ausgeglichen werden, alles andere wäre unethisch. Das trifft für nahezu alle schwer Erkrankten zu. Um das zu vermeiden, hat die DIVI an in Ihrer Leitline noch folgendes angehängt: „Aufgrund der fehlenden therapeutischen Konsequenz wird die regelhafte Kontrolle des Serumspiegels bei COVID-19 Patienten ebenfalls nicht empfohlen“. Nur wenn man nicht konkret weiß, dass Mangel vorliegt, muss man diesen auch behandeln, und das soll anscheinend verhindert werden.

Der Grund dafür könnte sein, dass dann sämtliche Tests in den Kliniken mit verschiedenen Medikamenten hinfällig wären, wenn die beobachtete Korrelation der Wirkung von Vitamin-D auch kausal zutrifft. Eine Vitamin-D Supplementation hat das Potential hat die Sterblichkeit um Faktor 15 zu verringern, aber die Wirkung der meisten getesteten Medikamente liegt unter Faktor 1,5. Diese geringe Wirkung würde im Rauschen der Wirkung einer Vitamin-D Supplementation untergehen.

Wie mit 2erlei Maß gemessen wird kann man bezüglich der Behandlungsangaben zu Remdesivir sehen.
Dieses ist von der DIVI noch immer nicht von der Medikamentenliste gestrichen worden, und kann somit hier noch verwendet werden.
Hier ein Textauszug dazu:
“Aufgrund des unsicheren Nutzens einer Therapie mit Remdesivir bei hospitalisierten, nicht-beatmeten Patienten, bei zugleich relevanten Therapiekosten,
kann keine Empfehlung für den Einsatz ausgesprochen werden. Ein Einsatz bei beatmeten Patienten ist aufgrund fehlenden klinischen Nutzens nicht sinnvoll…
Vor dem Hintergrund der guten Verträglichkeit wird auf dieser Grundlage keine Empfehlung gegen die Verwendung von Remdesivir ausgesprochen.“

Click to access 113-001LGl_S3_Empfehlungen-zur-stationaeren-Therapie-von-Patienten-mit-COVID-19__2021-05.pdf

Es wird KEINE EMPFEHLUNG GEGEN die Verwendung ausgesprochen, obwohl in nur einer Studie die Reduzierung des Krankenhausaufenthaltes von 30% festgestellt wurde und in 3 anderen keine Wirkung beobachtet wurde. Auch soll es gut verträglich sein, aber warum wird dann eine tägliche Kontrolle der Leber- und Nierenfunktionsparameter empfohlen.
Wie kann man zu einer guten Verträglichkeit kommen, obwohl Nierenschäden durch Remdesivir auch der DIVI bekannt sein dürften.
Welchen Nutzen hat ein Patient davon, wenn er zwar ein paar Tage eher entlassen wird, aber dafür dauerhafte Nierenschäden hat?
Die WHO empfiehlt Remdesivir schon lange nicht mehr zur Behandlung von COVID-19 aber die DIVI bastelt sich eine Argumentation zusammen um davon nicht abraten zu müssen.
Hier fragt man sich welche Interessen zu so einer Entscheidung geführt haben.

Kurz zusammengefasst ist die hohe Fallsterblichkeit in Deutschland ein Produkt von poltischen Spielereien, durch die eine Information der Bevölkerung auf der Strecke geblieben ist, und fragwürdigen Vorgaben der DIVI für die Behandlung von COVID-19 Patienten.
Man kann nur hoffen, da die Entscheidungen die dazu führten zu einem späteren Zeitpunkt aufgearbeitet werden, und die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Toten können ihr Wort nicht mehr erheben, aber die zahlenreichen Bürger die unnötigerweise lebenslang unter den Folgen einer COVID-19 Erkranken leiden werden, können das noch.

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