Flutkatastrophe: Gasnetz Hamburg unterstützt Bad Neuenahr-Ahrweiler bei Wiederaufbau der Gasversorgung

Hamburg. Nach der Hochwasserkatastrophe Mitte Juli in NRW und Rheinland-Pfalz sind die Zerstörungen an den Energieinfrastrukturen noch immer groß. Für die Bevölkerung in einem der am stärksten betroffenen Orte, Bad Neuenahr-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz), sah es zunächst so aus, als stünde ein Winter ohne Heizung bevor, weil die Erdgasinfrastruktur über weite Strecken zerstört ist. Jetzt konnte der örtliche Netzbetreiber Energieversorgung Mittelrhein (EVM) Entwarnung geben, denn Hilfe beim Wiederaufbau des Gasnetzes kommt aus vielen Teilen Deutschlands, darunter von Gasnetz Hamburg. Bei dem städtischen Unternehmen bereiten sich jetzt sieben Fachkräfte auf den Hilfseinsatz im Ahrtal vor. Mit vier Fahrzeugen und Spezialgerät werden sie am 4. Oktober in Bad Neuenahr-Ahrweiler erwartet, um dort das Gasnetz in einem Abschnitt im Westen der Innenstadt von Bad Neuenahr wiederherzustellen.

„Für uns als städtisches Unternehmen ist dieser Einsatz eine Ehrensache“, sagt der technische Geschäftsführer von Gasnetz Hamburg, Michael Dammann. „Direkt nach der Flut haben wir unsere Unterstützung über ein zentrales Hilfsportal der Energie- und Wasserwirtschaft angeboten. Jetzt hat die EVM unsere Hilfe angefordert, da Aufräumarbeiten an Straßen und Plätzen abgeschlossen sind und die umfassende Reparatur der Infrastruktur beginnen kann.“

Spezialkompetenz aus Hamburg hilft beim Wiederaufbau

Weil das Gasnetz in Bad Neuenahr-Ahrweiler zu großen Teilen überflutet war und an gebrochenen Trassen Schlamm und Geröll in die Rohre eindrangen, beginnt die Reparatur mit der Reinigung der noch verwendbaren Netzabschnitte. Gasnetz Hamburg bringt dafür Gerät und Fachwissen mit zum Einsatzort. Das EVM-Netz besteht größtenteils aus Stahlrohren. Deshalb reisen Schweiß-Fachkräfte von Gasnetz Hamburg an. Fachleute der Instandsetzung werden für die Trennung defekter Netzabschnitte bei der Wiederinbetriebnahme gebraucht. Zwei dreiköpfige Teams, zu deren Einsatzgespannen auch Minibagger und Kompressoren gehören, werden parallel arbeiten. Ein Koordinator steuert den Einsatz vor Ort. Nach jeweils 14 Tagen will Gasnetz Hamburg die Mitarbeiter am Einsatzort ablösen.

Bernd Spille, Leiter Instandsetzung Rohrnetz bei Gasnetz Hamburg, bereitet den Einsatz vor: „Wir sind stolz, dass wir hier im Unternehmen so viele Freiwillige gefunden haben, die diesen Hilfseinsatz hochmotiviert und kompetent unterstützen werden. So kommen wir genau mit dem Leistungsprofil an den Einsatzort, den die EVM jetzt für eine zügige Wiederherstellung des Gasnetzes benötigt.“ Bernd Spille hatte bereits in der vorletzten Septemberwoche mit drei Kollegen eine Erkundungsreise nach Bad Neuenahr-Ahrweiler unternommen, um sich mit dem dortigen Netzbetreiber über die Details des Einsatzes abzustimmen. Der Einsatz zur Netzinstandsetzung soll nun von Oktober bis Anfang Dezember dauern.

Jetzt werden an den Unternehmensstandorten in Tiefstack und in der Schnackenburgallee die Koffer gepackt und die Fahrzeuge beladen, damit die Teams am Sonntag, 3. Oktober, zum Einsatzort aufbrechen können. Doch das Wichtigste haben die Fachleute von Gasnetz Hamburg schon jetzt im Gepäck: Die klare Aussicht für die Menschen in Bad Neuenahr-Ahrweiler, dass für den kommenden Winter wieder Energie für die Heizungen bereitsteht.

Gasnetz Hamburg – hundert Prozent Hamburg
Die Gasnetz Hamburg GmbH ist ein hundertprozentiges Unternehmen der Stadt und betreibt das Erdgasnetz in der Freien und Hansestadt Hamburg mit circa 7.900 Kilometern Länge, rund 160.000 Hausanschlüssen und fast 230.000 Netzkunden. Das Netz umfasst Hoch-, Mittel-, Niederdruck- und Hausanschlussleitungen sowie rund 600 Gasdruckregelanlagen. Die Steuerung und Überwachung des Netzes erfolgt über eine zentrale Leitstelle. Gasnetz Hamburg bereitet die Infrastruktur auf steigende Einspeisungen von grünem Gas wie Bio-Methan und Wasserstoff vor und errichtet südlich der Elbe das 60 Kilometer lange Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz HH-WIN. Damit kann das Gasnetz einen noch größeren Beitrag für den Klimaschutz in Hamburg leisten.

365 Tage rund um die Uhr
Rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für einen zuverlässigen und sicheren Betrieb des Hamburger Gasnetzes. Die langjährige technische Erfahrung ermöglicht ein Höchstmaß an Versorgungssicherheit. Dies belegen Zahlen der Bundesnetzagentur: Im Durchschnitt hatte 2020 jeder Netzkunde in Hamburg eine störungsbedingte Versorgungsunterbrechung von vier Sekunden. Dagegen lag der Bundesdurchschnitt mit knapp einer Minute deutlich höher.

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