Gastronomischer Sommernachtstraum

Manchmal träumt man einfach den größten Blödsinn zusammen. Letzte Nacht zum Beispiel. Mir träumte: Ich kam nach Hause, müde, überarbeitet und meine Frau stellte mir ein frisch gekochtes Kraftfutter auf den Tisch.
„Du weißt doch, heute ist Pflichttag und da möchte ich dich in alter Stärke erleben“, sagte sie mir. Ich erschrak, schon wieder nichts mit gemütlichem Abend vor dem TV. Dabei bin ich doch Bürokraft und kein Leistungssportler. „Da“, wütend knallte meine Frau mir einen Fuffi auf den Tisch. „Dann rufe ich eben den Hausfreund wieder an und du gehst in die Kneipe, komme aber nicht zu früh wieder …! Wir möchten nicht gestört werden!!!“
Noch mal davongekommen. Frohen Mutes, Inbrunst im Herzen, begab ich mich in die Altstadt, um die schwarze Susanne zu sehen, in ihre altbierbraunen Augen zu schauen und genüsslich Bier dabei zu schlürfen. Ach so, jetzt wissen Sie nicht wer Susanne ist. Dabei stand sie einmal in fast allen Zeitungen, mit einem Foto auf der ersten Seite. Heino besuchte sie nämlich mal, mit einem riesigen Strauß Orchideen, die er ihr zerknirscht überreichte. Nach Fertigstellung seines populären Songs Die schwarze Barbara, begegnete er Susanne und nun möchte er sich dafür entschuldigen, dass er nicht von der schwarzen Susanne gesungen hat. War ihm total peinlich.
Kaum betrat ich das Lokal, sagte man mir, sie ist nicht da, sie hat frei. Ich habe aber auch ein Pech! Schnurstraks wandte ich mich dem gegenüber liegenden Lokal zu. Dort werkelte Verena Maria Stengelschreck, eine ehemalige Nachbarin von mir. Also die sah heute aber wieder ganz besonders appetitlich aus. Ihr golden glitzerndes Haar, das superenge Minikleid und ein Ausschnitt, olalalaaa …
„Ich weiß schon was Du willst …“, sprach sie zu mir und baute sich in sündhafter Pose auf dem Tresen vor mir auf. „Äh … öhm …. Ein Bier …“ „Natürlich, das auch …“ zwinkerte sie mir vertraulich zu und gab mir Gelegenheit einen tiefen Blick in ihren Ausschnitt zu werfen. Holla, spontan dachte ich an Graubünden, tiefe Täler und starke Höhen, oder so ähnlich zumindest.
Exakt in jenem Moment kam der brave Bürger in mir zum Vorschein. Auf dem Smartphone die 110 tippend, musste eine Meldung sein. „Hallo Polizei? Wir haben doch jetzt die Altstadt zur Waffenverbotszone gemacht. Nun sitze ich im Lokal Traumbude und werde von einer Bedienung mit den Waffen einer Frau bedroht.“ „Bewahren sie Ruhe, wir schicken das SEK sofort vorbei.“ Tatütata, kaum dass der Anruf beendet war, stürmten die Helden der Ordnungsmacht das Lokal. Verena Maria lag sofort auf dem Boden, die Hände mit Handschellen auf dem Rücken gefesselt. Gleich danach kam der Gefängniswagen, U-Haft war das Gebot der Stunde. Leider verlor sie die Beherrschung, indem sie mich als frauenfeindlichen dusseligen Dreibeiner beschimpfte. Doch man soll da nicht zu streng sein, ich verzieh ihr das unmögliche Benehmen, mea culpa, wie der Lateiner sagt.
Der Einsatzleiter setzte sich zu mir, bedankte sich für meine Aufmerksamkeit und wie schön es doch ist, wenn wachsame Bürger sich vertrauensvoll an die Polizei wenden. Mit meinem Anruf hätte ich einem möglichen Terroranschlag vorgebeugt. „Häh, wieso denn terroristischer Anschlag?“ Ich verstand nicht. „Haben sie sich die Dame einmal genauer angesehen? Eindeutig eine Terroristin, mit einem Bomben A …“ Leider stellte just in jenem Moment der DJ die Mucke lauter, man hörte sonst nichts weiter.
Ganz komische Musik übrigens, doch trotzdem bekannt und lauter und lauter und lauter … verdammt, das war mein Wecker! Was für ein dämlicher Traum. Heute Abend werde ich mal etwas Reales träumen. Das klappt auch, wenn man ganz, ganz fest vor dem Einschlafen daran denkt. Also denke ich an eine Vernunftverbotszone für das Regierungsviertel, dann können unsere Politiker viel entspannter arbeiten, oder?
Kreative Träume die man in die Wirklichkeit umsetzen sollte. Wo bleibt das passende StartUp-Unternehmen?

Veröffentlicht von:

Ulli Zauner

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