Fremde Wahrheit

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Ein Roman über die Folgen einer Entscheidung über das Leben einer jungen Frau

Drei Frauen finden im Laufe von vierzig Jahren immer wieder zueinander, ohne zu wissen, was in Wirklichkeit sie am tiefsten verbindet. Das ist der sogenannte rote Faden, der sich durch „Fremde Wahrheit“, den soeben im Leipziger EINBUCH Buch- und Literaturverlag erschienenen Roman der Chemnitzer Autorin Verena Brade zieht. Eigentlich schlängelt. Denn wie im wahren Leben, geht es auch in dieser Geschichte nicht immer nur geradeaus, auch wenn man am Ende sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass diese drei Lebenswege genau auf einen Punkt zulaufen sollten.
Aber zum Anfang: Es ist der 13. April 1978, als in einem Leipziger Klinikum ein Frühchen geboren und sofort von der jungen Mutter getrennt wird, der man später mitteilt, dass sie eine Fehlgeburt erlitten hätte. War das so, oder doch Praxis in der DDR jener Zeit, um technologische Defizite zu kaschieren und Statistiken zu schönen, ein ungeschriebenes Gesetz, dem man frag- und kritiklos folge leistete?
Und doch gibt es Personal in dieser Klinik, das sich mit dem Urteil, welches über das Kind gefällt wurde, nicht abfinden kann und möchte. Hinter einem Vorhang kommt es zu einer Auseinandersetzung, die Basis für das Schicksal der in diesem Roman handelnden Personen ist. Eine von ihnen ist die Schwesternschülerin Pia, die Zeugin der Geburt war und nun vor dem Vorhang steht.
Mehr soll zur Story an sich hier auch gar nicht erzählt werden. Nur so viel, dass man als Leser oder Leserin das Gefühl hat, dass die hier erzählte Geschichte sich genau so zugetragen hat, dass die Erzählerin ein Teil der Geschichte ist, ohne dass man weiß, welcher das sein könnte. Und vielleicht ist das auch nicht so wichtig. Vielleicht ist es auch gar nicht so wichtig, dass die Geschichte in Leipzig in den letzten zehn Jahren vor dem Ende der DDR beginnt und natürlich ein Schlaglicht auf dieses Land und auf das Leben und die Zustände dort wirft, dem Leser und der Leserin auch über die Wende mit all ihren Problemen und Chancen erzählt. Vielleicht und wahrscheinlich ist nur wichtig, wie das Leben den Menschen so mitspielt, wie wir damit umgehen, wir uns aus den unterschiedlichsten Gründen täuschen und täuschen lassen. Und wer weiß denn schon, welche Wahrheit am Ende die richtige ist? Überall.

„Fremde Wahrheit“ ist soeben im EINBUCH Buch- und Literaturverlag Leipzig erschienen.

Honorarfreie Verwendung, Beleghinweis erbeten,
398 Wörter; 2469 Zeichen

www.einbuch-verlag.de