Schnelles Internet braucht mehr Glasfaser und weniger Bürokratie

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Der Berufsverband IfKom fordert für das schnelle Internet den verstärkten Ausbau des Glasfasernetzes und weniger Bürokratie.

Der Breitbandausbau in Deutschland kommt langsam voran. Zunehmend setzen die Netzbetreiber dabei auf Glasfaser. Der Berufsverband der Ingenieure für Kommunikation ( IfKom e. V. ) fordert zudem einen Abbau der Bürokratie, um den Ausbau der Breitbandnetze zu beschleunigen.

Insbesondere auf dem Land besteht noch ein großer Bedarf an breitbandiger Infrastruktur. Der ländliche Raum umfasst rund 90% der Fläche Deutschlands, auf der ca. 50% der Bevölkerung leben. Während im Bundesdurchschnitt 95,1% der Haushalte die Möglichkeit eines Anschlusses mit 50 Megabit pro Sekunde haben, sind es auf dem Lande nur 82,8% der Haushalte nach den Angaben aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit Stand Mitte 2021.

Aus Sicht der IfKom dient das EU-Ziel einer Anschlussgeschwindigkeit von 1 Gigabit pro Sekunde für alle und Mobilfunk 5G überall erst bis zum Jahr 2030 nicht unbedingt der Beschleunigung des schnellen Internetanschlusses, denn es ist zu wenig ambitioniert. 62,1% der Haushalte in Deutschland haben derzeit die Möglichkeit, einen Gigabit-Anschluss zu nutzen. Der Gigabitausbau ist unmittelbar mit Glasfaserausbau gekoppelt, denn die bisherigen kupferbasierten Übertragungstechniken, mit Ausnahme des Koaxial-Kabelnetzes, lassen solche Anschlussgeschwindigkeiten für den einzelnen Haushalt nicht zu.

Die jüngste Deloitte-Umfrage "Fiber Consumer Survey" zeigt, dass 95% der Befragten eine zuverlässige Internetverbindung wünschen, aber 33% mindestens einmal im Monat Probleme mit ihrer Internetverbindung haben. Durch Einführung der Corona-bedingten Homeoffice-Pflicht steigt die Zahl der Berufstätigen, die auf einen stabilen und leistungsfähigen Breitbandanschluss angewiesen sind, den sie zudem in vielen Fällen mit der Familie teilen müssen. Die IfKom fordern daher die Politik auf, die Rahmenbedingungen so anzupassen, dass der Breitbandausbau auch an Tempo zunehmen kann.

Handlungsbedarf besteht aus Sicht der IfKom insbesondere bei den Genehmigungsverfahren für die Kabelverlegung. Nahezu einhellig beklagen die ausbauenden Unternehmen die staatliche Bürokratie als Hindernis beim Glasfaser- und Mobilfunkausbau. Genehmigungsverfahren für Mobilstationen dauern im europäischen Vergleich in Deutschland mit am längsten. Zudem werden die erforderlichen Unterlagen meist nicht auf digitalem Weg, sondern eher per Post oder per Fax ausgetauscht. Kleine Kommunen sind mit der Digitalisierung und dem Breitbandausbau oft überfordert. Neben fehlender Digitalisierungsstrategie sind die Personalkapazitäten am Limit und das Fachwissen ist nicht immer ausreichend ausgeprägt. Die IfKom appellieren daher an die verantwortlichen Politiker, für eine Beschleunigung der bürokratischen Prozesse zu sorgen.

Auf dem kürzlich stattgefundenen 26. Breitband-Forum der Deutschen Medienakademie Köln richtete sich der Blick unter anderem nach Schweden: Von 10,2 Mio. Einwohner auf einer Fläche, die 1,25-mal größer ist als Deutschland, hatten im Jahr 2020 bereits 93,58% einen Zugang zu einem FTTB/H-Anschluss und 82,48% hatten bereits einen FTTB/H-Anschluss.

Aus den Koalitionsverhandlungen der "Ampel" wurde kürzlich bekannt, jährlich 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen, um den Glasfaserausbau voranzutreiben. Das ist nach Auffassung der IfKom offensichtlich eine Fortführung der bisherigen Förderpraxis. Diese muss aber ebenfalls weniger bürokratisch abgewickelt werden. Ein großes Problem sehen die IfKom noch nicht gelöst. Viele Bauvorhaben lassen sich aufgrund fehlender Tiefbau-Kapazitäten nicht beschleunigen. Umso wichtiger ist es, an den anderen möglichen Stellschrauben zu drehen, um zu einer Beschleunigung des Breitbandausbaus zu kommen. Der Abbau bürokratischer Prozesse kann nach Meinung des Ingenieurverbandes wesentlich dazu beitragen.

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