Ein Kinderbuch, das Mut machen soll

Kinder haben es manchmal ganz schön schwer. Anhand von kleinen spannenden Geschichten aus dem Menschen- und Tierreich werden Probleme und mögliche Lösungen aufgezeichnet.

Kleine Mutmachgeschichten
Für die Autorinnen Heidi Dahlsen, Christine Erdic, Britta Kummer und Karin Pfolz ist ein Kinderlachen das schönste Geschenk, aber sie wissen auch, dass dies schnell getrübt sein kann.
In diesem Buch finden sich liebevoll erzählte Geschichten die Kindern in schwierigen Situationen Mut machen können. Wie wichtig Freundschaft und Kameradschaft ist und das Erkennen von Gefahren, aber auch den eigenen Wert sehen und den Mut zum Helfen zu haben, sind Themen dieses Werkes.
Witzige, aber auch gefühlvolle Erlebnisse aus dem Leben, für Kinder die mutig und selbstsicher im Leben stehen wollen.
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3903056442

Leseprobe aus dem Buch
Leopoldine
Wenn der Abend hereinbrach, dann flatterte eine Fledermaus nach der anderen aus der Höhle. Wie eine riesige schwarze Wolke sah das aus. Aber keine beachtete die kleine Gestalt in der Nische. Leopoldine fand das traurig, sie war nicht stolz oder hochnäsig. Und so flatterte sie, wenn alle anderen weg waren, in die große Höhle und hängte sich an die Decke. Dorthin, wo immer der ganz große Schwarm „übertagte“. Und dann weinte sie, weil sie einsam war. Doch sie konnte sich nicht überwinden, sich zu den anderen zu gesellen, wenn sie alle da waren, denn sie ertrug das alles nicht. Es prasselte dann so vieles auf sie ein. Die Geräusche, das Geplapper, das Flügelschlagen, die Bewegung der Luft, das Gedränge und Geschubse. Eine riesige Welle von Eindrücken, die sie einfach nicht verkraften konnte. Darum hatte sie, trotz der 81 großen Traurigkeit, den einsamen Platz in der Nische gewählt. Erst lange nachdem die anderen weg waren, flog auch sie aus der Höhle und machte sich auf ihre nächtliche Futtersuche. Denn es wurde so schlecht von ihr gesprochen, dass sie einfach keiner anderen Fledermaus mehr begegnen wollte. Nun kam es, dass es an einem Abend besonders stark regnete. Leopoldine versuchte verzweifelt gegen die riesigen Wassertropfen anzukämpfen. Aber die Orientierung fiel ihr schwer, da Fledermäuse sehr schlecht sehen und sie einen Ton ausstoßen, den sie dann mit ihrem hervorragenden Gehör wieder einfangen. So erkennen sie Hindernisse. Wenn es also regnet, dann kommen sie durcheinander, denn so ein Regentropfen kann die Orientierung schon ziemlich beeinflussen. Für Leopoldine fühlte sich das so an, als ob sie von hunderten Bäumen, Sträuchern oder anderen Sachen, umzingelt wäre. Sie traute sich nicht weiterzufliegen, denn die Angst, dass sie irgendwo dagegen flog, war einfach da. Also ließ sie sich auf dem Waldboden nieder. Sie hoffte einfach, dass der Regen aufhörte. Da saß sie nun. Hungrig und nass. Kalt war ihr auch. „Na! Verflogen?“, hörte sie da jemanden sagen. Leopoldine zuckte zusammen. Sie konnte niemanden sehen. Aber das war kein Wunder, da sie ja kaum die nahe Umgebung wahrnehmen konnte. Also versuchte sie es mit ihrem Ton. Aber da war nichts, was sich wie etwas Lebendiges anfühlte. „Also, freundlich bis du ja nicht gerade“, kam wieder die Stimme. Leopoldine bekam es mit der Angst zu tun. Woher kam nur diese Stimme? Was war, wenn das ein Raubtier war? Sie saß hier ziemlich schutzlos und war eine leichte Beute. Also versuchte sie irgendwo etwas zu finden, worunter sie sich verstecken konnte. „Nicht weggehen!“, rief die Stimme wieder. Endlich schaute die kleine Fledermaus nach oben. „Halloooooo!“, rief sie. „Na endlich, ich dachte schon, du findest mich nie!“ Leopoldine wusste nun überhaupt nicht, was sie antworten sollte. Da sie noch immer nicht erkennen konnte, wer da mit ihr sprach, hatte sie beinahe mehr Angst davor, dass es eine ihrer Höhlenkolleginnen sein würde, als wenn es ein wildes großes Tier wäre. Sie machte sich also noch kleiner als sie schon war und versteckte sich ganz unter ihren Flügeln. Nun sah sie aus wie ein winzig kleines schwarzes Zelt. „Jetzt sei doch nicht so komisch! Nur weil ich ein wenig größer bin als du, brauchst du dich nicht in deinen Flügeln vergraben. Warte kurz, ich komm zu dir runter.“ Leopoldine zitterte immer schlimmer unter ihren Flügeln, denn zum einen hatte sie große Angst davor, wer denn da zu ihr kam und zum anderen fürchtete sie sich davor, mit jemandem zu sprechen. Unter ihrem Flügelzelt kratzte sie mit ihren kleinen Füßen auf dem Erdboden herum. Sie versuchte sich damit abzulenken, in dem sie Strich für Strich zusammenfügte. Sie konzentrierte sich so sehr auf ihre Arbeit, dass sie immer mehr die Panik wegschalten konnte, sogar vergaß, dass sie sich unter den Flügeln, mitten im Wald versteckte. Und obwohl sie sonst sehr empfindlich für Geräusche und Bewegung war, merkte sie nicht, dass jemand neben ihr am Waldboden landete. Der Platz unter den Flügeln wurde zu klein, das Gezeichnete zu groß, also rutschte Leopoldine ein wenig weiter. „Oh! Das ist aber wunderschön!“, rief die Unbekannte aus. Aber Leopoldine hörte sie nicht, sie zeichnete immer weiter. Zwar konnte sie es nicht sehen, was sie da machte, aber es machte sie glücklich und sie konnte das Bild fühlen. Tief in ihrem Inneren. Bettina, so hieß das Eichhörnchen, das vom Baum zu Leopoldine gekommen war, hatte nun genug. Zaghaft zupfte es an dem oberen Flügelchen und versuchte das Zelt zu öffnen. Aber Leopoldine machte noch fester zu und zeichnete weiter. Das Eichhörnchen war etwas größer und stärker als die kleine Fledermaus und so umfasste sie diese einfach und hob sie hoch. Dann stellte sie das Fledermauszelt an eine andere Stelle. Und was sie dann sah, erstaunte sie. Es war ein wunderschönes Bild in den feuchten Waldboden gemalt. Eine Höhle mit lauter Fledermäusen, die von der Decke hingen. Und obwohl der Regen langsam das Bild wieder zerlaufen ließ, war es für einen Augenblick wie ein Wunder. Denn jedes noch so kleine Detail war so genau gezeichnet, dass es aussah, als wäre man in dieser Höhle und würde in die Wirklichkeit blicken. „Oh …, wie wunderbar“, flüsterte Bettina. Leopoldine hörte interessanterweise gerade diese leisen Worte und öffnete zaghaft ihre Flügel, hob ihren Kopf in die Höhe. Dann strengte sie ihre Augen an und konnte Bettina sehen. Sie stand da, hatte den Blick auf das Bild am Waldboden gerichtet, die Arme ausgebreitet und den Mund offen. „Gefällt es dir?“, fragte sie ganz leise. „Oh ja! Es ist wunderschön.“ Bettina trippelte etwas näher zu Leopoldine, merkte aber, dass diese gleich ein wenig zurückwich. Also blieb sie stehen. „Ich habe dir zugeschaut, du hast Angst vor allem. Also es erdrückt dich, wenn so viel auf dich zukommt. Aber ich glaube, du hast gerade eben etwas gefunden, was dir hilft“, sagte das Eichhörnchen. Leopoldine wurde neugierig und hörte weiter zu. „Lange schon sehe ich dir zu, wie du immer alleine ausfliegst, mit niemanden sprichst und die anderen blöd über dich reden. Aber das ist nur, weil du anders bist, das verstehen die anderen nicht. Mach es heute anders als sonst. Flieg gleich zurück in die Höhle, bevor die anderen kommen. Du hast scharfe Krallen. Am besten in die große Höhle und zeichne dort an die Wand, so wie hier am Waldboden. Und dann such dir einen Platz neben dem Bild. Wenn es dir zu laut wird, zeichne weiter, dann stören dich die Geräusche nicht mehr.“ Die kleine Fledermaus hörte aufmerksam zu, dann lächelte sie und nickte kurz mit dem Kopf, drehte sich um und erhob sich, um zurück in die Höhle zu fliegen und es so zu versuchen. In der großen Höhle angekommen begann sie gleich mit dem Zeichnen. Sie war so vertieft, dass sie nicht merkte, dass all die anderen Fledermäuse zurück kamen. Die staunten nicht schlecht, als sie Leopoldine sahen, wie sie zeichnete. Eine Fledermaus nach der anderen wurde von ihr an die Wand gezeichnet. Eingeritzt mit ihren kleinen Krallen. Und eine schöner als die andere. Untereinander begannen die Tiere zu tuscheln, sie sprachen aber leiser als sonst, da sie diese großartige Künstlerin nicht stören wollten. Und Leopoldine – nun – die hörte sie nicht, weil sie so mit ihrer Zeichnung beschäftigt war. Ab diesem Tag sprachen die anderen Fledermäuse nicht mehr schlecht über Leopoldine. Sie bekam einen schönen ruhigen Platz zum Ruhen am Rand, da sie das Gedränge nicht mochte, aber so war sie trotzdem bei den anderen und nicht mehr alleine. Und immer, wenn ihr das Geplapper der anderen zu laut und zu viel wurde, dann zeichnete sie weiter. Eine wunderbare Lösung, denn so brauchte sie nicht zu sprechen, wenn sie nicht wollte und hatte einen Weg gefunden, das „Zuviel“ an Informationen zu verarbeiten. Außerdem wurde die Höhle immer schöner durch die Zeichnungen. Und Bettina, das Eichhörnchen, nun, die mochte Leopoldine so wie sie war und Leopoldine mochte Bettina. Zwar kamen sie sich niemals ganz nahe, aber wenn die kleine Fledermaus auf Futtersuche flog, so hüpfte Bettina neben ihr auf den Ästen der Bäume mit. Eine schöne und stille, aber ehrliche Freundschaft.

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©byChristine Erdic

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