Ein neuer Impfstoff ist da!

Ein weiterer Schritt im Kampf gegen die Pandemie, was man nur freudig begrüßen kann. Leider immer noch nicht der absolute „Game Changer“, jedoch vergrößert sich die Chance auf ein hoffentlich baldiges unbeschwertes Leben wie zuvor.
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Diese alte Binsenweisheit bleibt trotz der aktuellen Entwicklung bestehen. Hatten bisher einige Impfgegner argumentiert, man warte auf den Totimpfstoff, dann lässt man sich aber sofort impfen, ist das plötzlich so eine Sache. Nicht alle sind über die eigentlich gute Nachricht erfreut. Quasi entziehen die Pharmafirmen dem militanteren Teil der Impfgegner die Lebensgrundlage: Egal um was es geht, erstmal Demo …
Dazu erklärte Heini X. aus Plauen: „Nu, nüschte jeht mehr. Bis jetze habe ich meine Sozi-Kohle jekricht. Mich hat ja niemand eingestellt, weil ich ungeimpft war. Alles schick, aber mit dem Totimpfstoff wird es schwerer nein zu sagen, ich bin gezwungen zu arbeiten, um an Geld zu kommen. Ein wahrhaft ergreifendes Schicksal. Was mag sich die Pharmaindustrie bloß dabei gedacht haben?
Deutlich brutaler trifft es all die Hardliner unter den Impfgegnern. Plötzlich werden Verschwörungsgerede noch deutlicher in Frage gestellt als zuvor. Noch immer wurden keine Chips entdeckt, die gespritzt werden, damit der Bürger willenlos wird, auch keine Mars-Parasiten die pünktlich zum Rentenbeginn die Menschen versterben lassen. Es wird eng, gell?
Allgemeine Angst vor einer Spritze wäre hingegen ein verständliches Argument, gibt aber gleichzeitig die Möglichkeit zum Helden zu werden. Vielleicht kommt man dafür ins TV: Wie ich meine Angst überwunden habe … oder so ähnlich. Spontan versandte Einladungen zu fast jeder Talk-Show sind doch ein schöner Erfolg.
Wie kann man denn nun den ihrer Argumente beraubten Gegnern behilflich sein? Urplötzlich fallen mir jede Menge Gründe für weitere Demos ein. In Plauen, so als Beispiel, könnte man sagen: Broiler mit Domadensosse für alle …, woanders demonstriert man für die Freiheit der Gummibärchen, raus aus der Tüte! Oder wie wäre es mit: Freie Sicht bis zum Mittelmeer, weg mit den Alpen!? Besonders edel wäre es jedoch, für die Aufnahme der Uckermark in das Unesco-Welterbe zu demonstrieren. Wer macht mit? Naturell mit Angie.
Nicht ganz so wichtig sind dann Themen wie eine Tragepflicht von Sepplhosen in Bayern, Hochdeutschkurse für Sachsen-Anhalt und benachbarte Bundesländer, Ächtung der grausigen grünen Sauce aus Hessen, Kochverbot für Soljanka. Besonders dringend verbleibt noch die totale Vernichtung des Borkenkäfers. Weg mit dem deutschen Wald, nur noch Windräderparks aus viel Beton. Dafür demonstriert aber niemand. Seltsam, oder?
Eben fällt mir auf, ich hatte absolut keinerlei Bedenken gegen die neulich verabreichte Booster-Impfung gehabt, nein, ich war richtig froh sie bekommen zu haben und hoffe nun weiterhin auf die 4. Dosis. Zum Glück ohne spürbare Nebenwirkungen, dazu sage ich aber weiter nichts mehr, sonst hört das ein Impfgegner und behauptet: Siehste, da war doch was drin, ist doch nicht normal, sich über weitere Gesundheit so zu freuen … wer weiß wie sowas mal enden könnte …
Der wurde bestimmt während der Produktion einer Endlosbandschleife gezeugt. Pieeeks … in dem Fall darf es auch mal weh tun.

Veröffentlicht von:

Ulli Zauner

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