Klebstoffe in Faltschachteln und Blistern: Zuverlässig verpackt ans Ziel

Fälschungen im Bereich rezeptpflichtiger Medikamente kommen häufiger vor als gedacht. Nur eine eindeutige Rückverfolgbarkeit sowie eine sichere Verpackung können garantieren, dass Arzneimittel unbeschadet an ihr Ziel kommen. Ob Faltschachteln oder Tablettenblister – Klebstoffe stellen einen wichtigen Faktor bei der Herstellung von verlässlichen medizinischen Verpackungen dar.

Seit 2019 schreibt die europäische Fälschungsrichtlinie 2011/62/EU* verbindlich fest, dass alle Arzneimittel mit Sicherheitsmerkmalen versehen sein müssen. Hersteller rezeptpflichtiger Medikamente sind seitdem dazu verpflichtet, ihre Produkte mit einer eindeutigen Kennung – dem sogenannten „Unique Identifier“ zu kennzeichnen, der die eindeutige Rückverfolgung der Arznei möglich macht. Dazu gehören unter anderem der Herstellercode oder die Serialisierungs- und Chargennummer. In diesem Zusammenhang besonders wichtig: der Originalitätsverschluss. Dieser zeigt an, ob eine Verpackung noch unversehrt ist oder bereits geöffnet wurde. Im Fall von sekundären Packmitteln, wie Faltschachteln, gibt es zum Beispiel vier sichere Verschlussmöglichkeiten: spezielle Schachtelkonstruktionen, Folienversiegelungen, Siegeletiketten und Label – oder auch Klebstoffe.

Vorteile von Klebstoffverschlüssen bei Faltschachteln
Klebstoffverschlüsse sind preisgünstig und beeinträchtigen in keiner Weise das Design der Verpackung. Je nach Anforderung können für den Klebstoffauftrag unterschiedliche Arten mit ihren individuellen Eigenschaften einzeln oder auch in Kombination verwendet werden. Häufig kommen dabei Schmelzklebstoffe, Dispersionsklebstoffe oder eine Kombination der beiden Klebstoffarten zum Einsatz, wie beispielsweise beim „Two-Shot-Verfahren“. Hier dient der Schmelzklebstoff dem schnellen Verschließen der Faltschachtel und der Dispersionsklebstoff bildet den irreversiblen Verschluss. Bedeutet: Wurde eine Schachtel schon einmal geöffnet, lässt sich das leicht am Faserausriss der Kartonoberfläche erkennen.

Klebstoffe bei der Herstellung von Blistern
Neben Faltschachteln schützen auch die darin enthaltenen Durchdrückblister – kurz Blister – hochwertige Medikamente vor Umwelteinflüssen, wie Luft oder Feuchtigkeit sowie Keimen. Auch hier übernehmen Klebstoffe einen wichtigen Part, damit die einzelnen Kapseln und Tabletten hygienisch, sauber und geschützt verpackt ankommen. Bei der Herstellung der Blister wird hierzu eine Aluminiumfolie auf den geformten Kunststoff mit Mulden, in denen sich die Tabletten oder Kapseln befinden, laminiert. Vorher wird ein sogenannter Siegellack auf die Blisterfolie aufgetragen. Dabei handelt es sich meist um einen lösemittelhaltigen Klebstoff, der nach dem Trocknen einen dünnen Film auf der Folie bildet. Wird nun die richtige Kombination aus Zeit, Druck und Hitze appliziert, wird der Klebstofffilm hitzeaktiviert und die Folie verbindet sich fest mit dem Kunststoff. Die Medikamente sind sicher versiegelt und lassen sich bei Bedarf leicht aus der Verpackung herausdrücken.

Quelle:
*Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Arzneimittelzulassung/Arzneimittelinformationen/Arzneimittelfaelschungen/Faelschungsschutzrichtlinie/_artikel.html (abgerufen: April 2021)

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