Fremde Galaxien – eine düstere Zukunftsvision

  • Aktualisiert vor10 Monaten 
  • 6Minuten Lesezeit
  • 1212Wörter
  • 142Leser

Fremde Galaxien
Es roch nach verbrannter Erde, das Gras war verdorrt, und die Felder trugen schon lange keine Früchte mehr.
Als sie kamen war es zu spät, um noch fortzulaufen. Und wohin hätte er auch gehen sollen?
Vernon Smith ergab sich in sein Schicksal und sah dem ins Auge, das da kommen sollte.
„Mr. Smith, haben Sie sich entschieden?“ Die Stimme klang eindringlich, sodass die Worte unangenehm im Kopf des Angesprochenen widerhallten. Es gab kein Entkommen – weder vor der Stimme noch vor jener Erscheinung, die in einen dunklen Mantel gehüllt, seine eigentliche Gestalt geschickt vor ihm verbarg. Die schrägen, seltsam hellen Augen musterte ihn kalt – ohne jeglichen Anflug von Mitleid.
Vernon nickte und folgte dem Wesen zur Pyramide. Diese schien zu schweben und aus einem flexiblen Material zu bestehen. Interessiert betrachtete der Chemiker das eigenartige pulsierende Gebilde, bevor er mit gemischten Gefühlen eintrat.
Was er nun sah, verschlug ihm jedoch schier den Atem. Von innen wirkte die Materie beinahe fest, der Raum war mit allerlei technischem Gerät ausgestattet. Zwischen medizinischen Apparaten und Laboreinrichtungen liefen kleine Wesen in weißen Kitteln geschäftig hin und her. Vernon stellte sich auf einen Wink seines Begleiters in den abgeteilten Sektor zur Sterilisierung. Ein angenehmer Duft entströmte den Düsen, die auf ihn gerichtet waren. Alles hier war durchsichtig und durchlässig. Wie Membranen, durchfuhr es den Betrachter.
„Nun, ich sehe, Sie sind beeindruckt“, hallte die Stimme in seinem Kopf. Der Fremde kommunizierte, ohne den Mund zu bewegen, durch Gedankenkraft. Vernon hatte von Naturvölkern wie den Aborigines gehört, die diese auf der Erde fast ausgestorbene Fähigkeit noch beherrschen sollten.
„Schauen Sie, was wir hier für ein seltenes Exemplar haben …“
„Sie machen Menschenversuche?“, entfuhr es Smith. Voller Entsetzen wandte er sich ab. In einem gläsernen Käfig schwebte eine Frau, die mit einem Gerät verkabelt war, scheinbar schwerelos. Ihr Gesicht war verzerrt, die Augen geschlossen.
„Wundert Sie das? Erinnern Sie sich an das Dritte Reich oder an all die netten kleinen medizinischen Versuche mit Freiwilligen. Denken Sie daran, was die Menschen im Namen der Wissenschaft all den armen Kreaturen dieser Erde antun!“
Aufmerksam musterten ihn die stechenden Augen.
„Wenden sie den Blick nicht ab. Dies ist Ihre Zukunft. Sie sind doch Wissenschaftler?!“
„Ich soll mit Menschen experimentieren?“ Ungläubig sah Vernon die Gestalt, die ihn um gut einen Kopf überragte, an.
„Deshalb haben Sie mich hierher gebracht?“
Der Fremde schüttelte den Kopf.
„Nein, das ist nur ein kleiner Aspekt des Ganzen. Die Erde ist seit langem eine Art Experimentierplanet für uns. Vor langer Zeit setzten wir einigen Erdlingen Impulse und Ideen in den Kopf. Dies geschah durch Telepathie.“ Ein fast freundliches Lächeln huschte über sein Gesicht und war sogleich wieder verschwunden.
„Oder glauben Sie etwa immer noch, die Pyramiden beispielsweise seien auf menschlichem Mist gewachsen? Wie dem auch sei, wir lenkten ein wenig aus der Ferne, halfen nach, mischten uns zeitweise sogar unter die Bevölkerung. Wir sind befähigt, unsere Körper und Sprache den Gegebenheiten anzupassen, um nicht aufzufallen. Doch mit der Zeit mussten wir feststellen, dass die Menschen sich nicht so entwickeln, wie es uns vorschwebte. Sie vernichten ihren eigenen Planeten und damit auch sich selbst. Impulse, die wir ihnen ursprünglich zur Verbesserung ihres Daseins gaben, wurden zur Dezimierung ihrer eigenen Art und zur Vernichtung von Flora und Fauna eingesetzt. Habgier und Machthunger sind Dinge, die unserer Art fremd sind. Deshalb haben wir unter anderem mit Forschungen am menschlichen Hirn begonnen.“
Vernon wollte etwas sagen, doch der andere winkte ab.
„Sie sind hier, weil wir vor allem Forscher, Künstler, Chemiker, Physiker und Ärzte nicht dem Verfall preisgeben möchten. Wir brauchen die positiv eingestellten unter euch. Die Menschheit wird sich in Kürze selbst vernichten. Kriege, Umweltgifte …“
„Sie brauchen mich? Wozu? Wer sind Sie? Woher kommen Sie?“
Vernon wollte, musste Klarheit haben.
„So viele Fragen … Nun, es soll kein Geheimnis bleiben, jetzt, wo die Zeit gekommen ist. Wir stammen aus einem anderen Sonnensystem und sind auf einer langen Reise durch die Galaxien, um andere Kulturen zu finden. Wir wollen uns austauschen und voneinander lernen. Leider hat das mit den Bewohnern der Erde nicht besonders gut funktioniert. Hätten wir uns offenbart, so wäre unser Leben mit Sicherheit in Gefahr gewesen. Der Mensch neigt dazu, ihm Unbekanntes oder Andersartiges einfach zu beseitigen, auszumerzen. Das wissen Sie selbst doch am besten.“
Der Chemiker senkte den Blick angesichts des düsteren Szenarios, das der Außerirdische da zeichnete und das doch so sehr der Wahrheit entsprach. Die Welt konnte so, wie es im Moment war, nicht weiter existieren.
„Helfen Sie uns, stellen Sie uns Ihr Wissen zur Verfügung. Retten Sie Ihr eigenes Leben. Es ist kurz vor Zwölf, wie man bei Ihnen so schön sagt.“ Der Alien legte seine Hand fast freundschaftlich auf Vernons Schulter. „Übrigens, ich bin Helias.“
„Was wird aus meiner Familie, meinen Freunden?“
„Wir nutzen die Zeit, die uns bleibt, um das herauszufinden. Einige werden mit uns gehen, viele nicht. Sie wissen doch: Viele sind berufen, doch nur wenige sind auserwählt.“ Helias Lächeln hatte seine Augen erreicht.
„Wie haben Sie sich entschieden?“
„Ich komme mit“, lautete die leise aber feste Antwort. Die Pyramide schien sich zu verformen, wurde flacher, schneller. Vernon sah hinunter. Der Boden war durchsichtig. Unter ihm verschwand die Erde mit immer größer werdender Geschwindigkeit. Der blaue Planet war an vielen Stellen braun verfärbt, einige Teile brannten, dunkler Qualm stieg in die Atmosphäre auf. Es war ein trostloses Bild, das ihn noch lange begleiten sollte. Helias folgte seinem Blick und sagte:
„Machen Sie sich keine Sorgen. Wenn der letzte Mensch zu Erde geworden oder in Rauch aufgegangen ist, dann wird der Planet aufatmen und sich langsam erholen.“
Leseprobe aus dem Buch UNHEIMLICHE GESCHICHTEN

Unheimliche Geschichten
Aberglauben hatte stets seinen festen Platz in der menschlichen Gesellschaft. Tief verwurzelt scheint die Angst vor schwarzen Katzen, die von links unseren Weg überqueren, der Zahl 13 sowie Freitag dem Dreizehnten zu sein. Ebenso soll es Unglück bringen, unter einer Leiter hindurchzugehen oder einen Spiegel zu zerbrechen. Daher ist es also kein Zufall, dass dieses Buch genau 13 unheimliche Geschichten, eine schwarze Katze und einen Spiegel enthält. Wirken Flüche wirklich oder nur, wenn man an sie glaubt? Existieren Aliens und Zeittore ausschließlich in unserer Fantasie? Was ist möglich oder unmöglich, Wahrheit oder Fiction? Das müssen Sie, lieber Leser und liebe Leserin, selbst herausfinden. Doch Vorsicht! Verlieren Sie sich nicht zwischen den Zeilen dieses Buches.
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-1093338331
Auch als E-Book erhältlich!

©byChristine Erdic

Wichtiger Hinweis: Bücher, die bei Amazon derzeit nicht verfügbar sind, mit Versandgebühr oder zu überteuertem Preis von Zwischenhändlern angeboten werden finden Sie oftmals versandkostenfrei bei BoD, buch24.de, Thalia, Weltbild, bücher.de und anderen Anbietern.
Es kostet nichts, außer ein wenig Zeit, sich zu informieren.

Firmeninformation
Die deutsche Buchautorin Christine Erdic lebt zur Zeit hauptsächlich in der Türkei.
Beruflich unterrichtet sie in der Türkei Deutsch für Schüler (Nachhilfe), sie gab
Sprachtraining an der Uni und machte Übersetzungen für türkische Zeitungen.
Mehr Infos unter Meine Bücher- und Koboldecke
https://christineerdic.jimdofree.com/
https://literatur-reisetipps.blogspot.com/

Firmenprofil:

Die deutsche Buchautorin Christine Erdic lebt zur Zeit hauptsächlich in der Türkei.

Beruflich unterrichtet sie in der Türkei Deutsch für Schüler (Nachhilfe), sie gab Sprachtraining an der Uni und machte Übersetzungen für türkische Zeitungen.

Informationen sind erhältlich bei:

Christine Erdic
35050  Izmir 
info.christineerdic@yahoo.de
christineerdic.jimdo.com