Der kleine Macher

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Vor vielen, vielen Jahren lebte in Leningrad Wladimir Spiridonowitsch Putin mit seine Ehefrau Marija Iwanowna Putina (geb. Schelomowa) so vor sich hin. Triest und grau war das Leben, nur der Vodka half es tapfer zu ertragen. Eines Tages, Wladimir Spiridonowitsch kam gerade vom Treffen der vaterländischen Vodka-Freunde, fiel ihm auf: Meine Frau sieht eigentlich recht hübsch aus … was ihn zu etwas animierte, was der Fachmann später als klassischen F…fehler bezeichnen würde. Allerdings erst neun Monate später. Es wurde ihnen nämlich ein Sohn geboren, der kleine Vladimir Vladimirovič, wie man ihn nannte.
Nun machen kleine Kinder viel Mühe, gelegentlich auch Sorgen, wie man schnell an Vladimir erleben konnte. Das arme Kleinkind litt an Verstopfung. Über Stunden saß es auf seinem Töpfchen, stets ermuntert von Mama und Papa, nun mach doch mal …, drück ein wenig …, was den Kleinen ermutigte, später mal ein ganz großer Macher zu werden, mit viel Druck.
Meist werden aus Kindern Leute, doch aus manchen Kindern werden zuerst Problemfälle, dann richtige Monster. Schulkameraden verprügelte er, im heimischen Hinterhof bespitzelte Vladimir die Nachbarn und als er im Kino einen Agentenfilm sah, da wurde ihm klar: Es mangelte an großen vaterländischen Meisterspionen. Hier kommt Vladi, die Welt soll vor ihm zittern, spontan bewarb er sich beim Geheimdienst.
So recht begeistert war man dort nicht, da Großmannsstreben wurde erkannt, also schickte man ihn zwecks Abkühlung in die Provinz DDR. Schnell erwarb er sich bei den Kollegen den Spitznamen Giftzwerg. Einzig seine wirklich guten Deutschkenntnisse verhalfen ihm zu einem kleineren Ansehen. Noch heute wird darüber gerätselt, ob er in einem Anfall von jugendlichem Schwarm gar Hitler verehrte, daher die deutsche Sprache so mochte. Ohne linguale Schwierigkeiten konnte er in Dresden sein Bier in der Kneipe trinken. Zu seinem Ärger verblieb er völlig unbeachtet, einer grauen Maus gleich. Gut für den Job, schlecht für Vladi den Großen.
Selbstverständlich blieb er der häuslichen Tradition treu. Wenn er über etwas nachdenken wollte, so war das wie früher, als er noch auf dem Töpfchen saß. Zwischenzeitlich wurde es ein vergoldetes Klo, und Vladi machte und machte.
Die Jahre gingen ins Land. Er schritt von Posten zu Posten. Zeit der Welt mal zu zeigen, dass die wirklich harten Kerle in Mütterchen Russland zu finden sind. Also beauftragte er eine Tierarzt, einen altersschwachen Tiger so zu sedieren, dass der zwar noch laufen konnte, aber sonst nur seine Ruhe wollte. So kam der Ritt auf dem Tiger in die Weltpresse. Wow!!!
Mit zunehmendem Alter, zunehmendem Gewicht und abnehmender mentaler Klarheit sollte es nun ein lebensgroßer Kuscheltiger von Steiff sein. Dumm war nur, wegen nicht weiter redenswerter Spezialoperationen im Nachbarland gab es gerade Sanktionen, Steiff lehnte die Lieferung ab. Vladi ohne Tiger, ein Affront sondergleichen!!!
Nur gut, dass er noch seinen treuen Freund aus Deutschland hatte. Der zeigte seine Freundschaft offen dadurch, dass seine soundsovielte Ehefrau nur noch Schtschi, auch als Borschtsch bekannt, kochen durfte. Zur Abwechselung auch schon mal Kotlety oder Soljanka, doch immer mit einer Literflasche Vodka. Nastrovje und Ваше здоровье! Wie sagte schon der Volksmund? Kommen plötzlich Sorgen her, hilft nur Vodka beim Verzehr! Was für eine lupenreine Freundschaft! Wenn Vladi erst einmal Europa neu geordnet hat, lässt er sich zum Zar ausrufen und sein Freund wird oberster Vertrauter vom Zarewitsch! Selbstverständlich erhält er dann auch viele, viele Rubel, aber niemals genug, denn Freundschaft ist bekanntlich unbezahlbar.
Blicken wir in die ferne Zukunft, werden Großmütterchen und Großväterchen ihre Enkelkinder auf den Schoß nehmen und ein altes Märchen vorlesen: Vom kleinen Scheißerle zum ganz großen … äh, wie nennt man das nun?

Veröffentlicht von:

Ulli Zauner

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