Gruselspaß mit Hintergrund

  • Aktualisiert vor2 Monaten 
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  • 7Leser (ab 06/2022)

In dieser skurrilen Geschichte geht es in erster Linie um Toleranz und Empathie. Seltsame und zum Teil auch etwas unheimliche Charaktere treffen in einem alten Hotel aufeinander. Hierbei kommt jedoch der Humor keineswegs zu kurz, und nicht alles ist so, wie es im ersten Moment scheint. Fazit: Ein Gruselspaß mit Hintergrund für die ganze Familie!

Leseprobe aus dem Buch LUHG HOLIDAY
„Erzählen Sie uns doch mehr über das Hotel, seinen Besitzer und die Leute, die Sie in den Betten fanden”, sagte meine Mutter gerade.
„Aber gern, wir haben ja so selten Gäste hier, mit denen wir uns mal kultiviert unterhalten können”, sagte Erasmus mit einer krächzenden Stimme und wies auf zwei alte bordeauxrote Sofas in einer besonders schummerigen Ecke der Empfangshalle, die mir bisher gar nicht aufgefallen waren.
„Setzen wir uns doch erst einmal gemütlich hin, und dann will ich beginnen. Das ist nämlich eine interessante Geschichte.”
So saßen wir dann in zwei Gruppen auf den Sofas verteilt, die Ghule auf dem einen und wir auf dem anderen. Und plötzlich tauchten auch die Kinder wieder auf, lautlos setzten sie sich auf den Teppich zu unseren Füßen und lauschten aufmerksam.
„Also, es ist schon recht lange her, da begaben wir uns auf die Wanderschaft. In dem kleinen Dorf, in dem wir bis dahin friedlich gelebt hatten, war ein Mädchen verschwunden, und man hatte uns in Verdacht, obwohl wir damit wirklich nichts zu tun hatten. Sie durchsuchten unser Haus und fanden natürlich nichts. Trotzdem wurden wir fortan geschnitten und gemieden. Später fand man das Mädchen und entschuldigte sich, aber da hatten wir schon alles zusammengepackt und verließen jenen Ort, an dem wir nicht erwünscht waren. Wir wanderten lange durch die Wälder. Meine Schwiegertochter bekam plötzlich starke Wehen, sie war nämlich hochschwanger. Da entdeckten wir das Schild …”
„Das Luhg Holiday?”, unterbrach ich aufgeregt.
Der alte Mann nickte und schaute eine Weile sinnend vor sich hin, bevor er weitersprach.
„Ja, das Luhg Holiday. Wir klopften an die Tür, es war mitten in der Nacht. Ein hochgewachsener Mann in einem schwarzen Umhang öffnete die Tür. Er hieß uns willkommen und gab uns Zimmer und Nahrung. Noch in der selben Nacht kamen Rupert und Ruby zur Welt.”
„Zwillinge”, entfuhr es Jan.
„Ja, Zwillinge. Unser Wirtsehepaar kümmerte sich rührend um uns und unseren Nachwuchs. Doch wir waren nicht die einzigen Gäste im Hotel. Es gab noch zwei Familien hier, und sie hatten auch Kinder bei sich. Und sie waren … Menschen.”
Er schaute uns der Reihe nach prüfend an.
„Wir waren den Umgang mit Menschen vom Dorf her ja gewohnt, kannten ihre Gebräuche und Umgangsformen, so fielen wir ihnen nicht weiter auf.”
Ich versuchte, ein Lachen zu unterdrücken, doch Jan prustete los. Die Ghule lächelten höflich und machten verständnislose Gesichter dabei.
„Nun gut, unsere Geschmäcker was das Essen betraf, stimmten vielleicht nicht ganz überein, aber ansonsten gab es keinerlei Probleme. So gingen die Tage dahin, wir fühlten uns wohl. Die Hotelbesitzer kamen immer erst nach Sonnenuntergang hinunter und spielten Schach oder Klavier. Aber wir haben uns mit den anderen Gästen sehr gut unterhalten. Dann geschah es. Eines Morgens war die Halle leer, der Frühstückstisch nicht wie sonst gedeckt. Wir warteten, doch nichts geschah. Weder unsere Gastgeber noch die anderen Gäste tauchten auf. Die Sonne stand schon hoch am Horizont, als wir die Zimmer der Menschen endlich betraten. Dort lagen sie in ihren Gewändern in den Betten, völlig ausgesaugt und bleich. Unsere Wirte waren Vampire und hatten ganze Arbeit geleistet. Wir wickelten die Toten aus und begruben sie im Garten hinter dem Haus.” Mama und ich schauten uns entsetzt an.
„Am Abend erschienen unsere Gastgeber und sagten, dass sie zurück in die Stadt müssten. Sie machten uns den Vorschlag, hier umsonst zu wohnen und dafür das Hotel zu verwalten. Wir willigten ein. Wo sollten wir denn auch hingehen? Danach ließen sie sich nur noch selten blicken, um mal nach dem Rechten zu sehen. Doch es kamen in all den Jahren auch kaum Gäste, es ist einfach zu abgelegen hier. Nach und nach bekam Eusebia ihre anderen drei Kinder, eines schöner und kräftiger als das andere.” Der Großvater blickte voller Stolz auf seinen Nachwuchs am Boden.
„Was ihr da anhabt ist …” Jan räusperte sich.
Erasmus nickte.
„Ja, diese luftigen Gewänder der Menschen gefielen uns sehr gut, besser als unsere eigenen Sachen. Später fanden wir noch mehr davon in den Zimmern, aber nichts davon ist so bequem wie das hier.” Er fuhr liebevoll mit seinen klauenartigen Händen über sein langes rosa Rüschennachthemd.
Von Jan kam ein vernehmliches Glucksen. Er hockte noch immer inmitten der Ghulkinder und Ruby strahlte ihn an. Auch ich konnte mir ein Grinsen nicht länger verkneifen. Vater war damit beschäftigt, Erasmus auf einem Stück Papier zu verewigen und schaute kurz auf.
„Haben Sie je daran gedacht, das Hotel in ein Künstlercafé umzugestalten oder zumindest eines zu integrieren? Die Atmosphäre hier hat etwas Besonderes, man könnte …”
„Bertram!”, unterbrach ihn Mama entsetzt. Erasmus schlurfte zu Papa hinüber und legte ihm freundschaftlich die Klaue auf die Schulter. Wohlwollend betrachtete er die Skizze auf dem Block.
„Junger Mann, das ist gar nicht mal so eine schlechte Idee.”
„Damit käme wieder frisches Blut und Leben in das alte Gemäuer”, quiekte Eusebia, und Jeremias nickte heftig mit dem Kopf.
„Das würde doch sicherlich auch den Besitzer des Hotels freuen”, bemerkte Mutter zynisch.
Zum ersten Mal erhob Großmutter Konstanze ihre Stimme, sie klang überraschend dunkel und melodisch.
„In der Tat, das würde es, und vielleicht würde er sich mit seiner Gemahlin dann doch wieder hier niederlassen. Frisches Leben hat ihm so sehr gefehlt zum Schluss.”
„Ja, das kann ich mir vorstellen”, entgegnete Mama trocken, während Papa ganz verwirrt von einem zum anderen sah.
„Der Besitzer des Hotels ist ein Vampir”, zischte Angela ihm zu.
„Großer Gott!” Papa schüttelte seinen Kopf.
„Das meinst du doch nicht im Ernst. Ihr Kinder lest einfach zu viel Schundliteratur.”

Willkommen im Luhg Holiday
Als Familie Kohlmann wegen eines vorausgesagten Schneesturms ganz spontan im Hotel Luhg Holiday einkehrt, ahnt sie noch nicht, was sie dort erwartet. In dem alten unheimlichen Haus scheint nichts mit rechten Dingen zuzugehen und schon bald finden sich die drei Kinder und ihre Eltern im unglaublichsten Abenteuer ihres Lebens wieder.

Auf Wiedersehen im Luhg Holiday
Auf einer Urlaubsreise in den Süden fahren Sabrina, Gudrun und Betty im Nebel gegen einen Baum und müssen im Luhg Holiday einkehren. Das Hotel hat sich verändert, denn es sind 7 Jahre vergangen, seitdem Sabrina mit ihrer Familie dort unfreiwillig ihre Ferien verbrachte. Wer ist der nette junge Mann, der sich nach dem Unfall so rührend um sie kümmert und doch ein düsteres Geheimnis mit sich trägt? Und was ist aus den Ghulen geworden, die das Luhg Holiday verwalteten? Ein spannendes Abenteuer wartet auf die Freundinnen. Werden sie der Gefahr entkommen, die dort hinter den düsteren Mauern auf sie lauert?Eine Gruselkomödie der besonderen Art …

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©byChristine Erdic

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Die deutsche Buchautorin Christine Erdic lebt zur Zeit hauptsächlich in der Türkei.
Beruflich unterrichtet sie in der Türkei Deutsch für Schüler (Nachhilfe), sie gab
Sprachtraining an der Uni und machte Übersetzungen für türkische Zeitungen.
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