Schlagzeilen, bloß nicht lesen!

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Natürlich will ich damit die Wichtigkeit von Nachrichten keinesfalls negativieren, doch was man manchmal so liest …, animiert zu Fragen und Antworten wie sie in den vielfältigsten Kommentaren auch nicht besser zu finden sind.

Eigentlich begann das bereits als die Barden Schobert & Black musikalisch Fragen aufwarfen, welche zwischen absurd, befremdlich oder humorvoll agierten. Man erinnere sich: Hat die Mosel in der Regel einen rosaroten Pegel? Offen gestanden, muss man nicht wissen, aber dann kommen aktuelle Nachrichten und die werfen auch die seltsamsten Fragen auf.

Bierbrauer ringen um Flaschen!

Tatsächlich scheint die Rückgabe ins Stocken geraten zu sein. Ich hätte natürlich einen Tipp parat, um diese Misere zu beenden. Doch wieso kommen die nicht von selbst darauf? Es gibt da ein Gebäude in Berlin, dort trifft man viele, viele Flaschen … leider sind die aber nicht einmal das Pfandgeld wert. Darin dürfte wohl auch der Grund für ausbleibende Sammelwut liegen.

Affenpocken! Erste Fälle auch in Deutschland!

Klingt schlimm, jedoch beruhigen uns die Fachleute im Stil früherer Corona-Ansagen. Niemand muss sich Sorgen machen, nur milde Symptome. Schön so etwas zu wissen. Dennoch mache ich mir Sorgen, große Sorgen. Ich versuche nun einmal eine vorsichtige diplomatische Aussage, Eigenschutz tut in diesem Fall Not. Nämlich: Mein Chef! Ein echter Affe wie er im Buch steht! Wie sieht es unter solchen Umständen mit der Ansteckungsgefahr aus? Bin ich nicht gefährdeter als andere Menschen? Ich könnte ihn ggf. mit Bananen in Schach halten. Nur merkt er dann, ich habe ihn geoutet. Auch nicht so gesund für mich. Da hilft eigentlich allein eine Krankschreibung durch meinen Hausarzt, Haarspitzenkatarrh oder so ähnlich. Hauptsache ich bleibe dem Infektionsherd fern. Eigenschutz kommt vor Firmennutz! Hoffentlich verpetzt mich keiner.

Mann rettet Bierkasten aus seinem brennenden Auto!

Endlich mal eine Ansage die alle Herzen berührt. Ungeachtet eigener Gesundheitsgefährdung schreitet ein Held zur Tat. Sein Auto war wohl nicht mehr zu retten, also agiert er logisch denkend, indem rettenswerte Materialien in Sicherheit gebracht wurden. Nun stellt sich natürlich spontan die Frage, ob das nicht eher aus Kostengründen geschah? Bier wird immer teurer, war vielleicht unversichert im Kofferraum des brennenden Autos. Eventuell handelte es sich um einen Rentner, jeder Cent zählt! Aus medizinischer Sicht lässt sich gleichfalls sagen, Alkoholvernichtung über die Leber ist bezüglich notwendigen Brandschutzes geringfügig unbedenklicher. Selbst wenn man mal Kittelbrand hat …

Das 9-Euro Ticket ist da!

In einer Zeit wo sich alles nur noch um Geld dreht, eigentlich eine nette Geste. Eigentlich! Rentner Max Kräuschen schlurfte zum Ticket-Shop der städtischen Verkehrsbetriebe, ein solches Ticket zu erwerben. An der Kasse zeigte er seinen Rentnerausweis vor, Seniorenrabatte sind bekanntlich üblich. Doch nein, kein Rabatt, keine 36 Monatsraten, knallharte Barzahlung. Um ihn herum machte sich Schadenfreude breit. Besonders bei dem Multimillionär von Rumshagen, der sehr froh war endlich mal ein wenig sparen zu können, statt die hohen Monatspreise zu zahlen, die ihn sicherlich eines Tages in die Armut treiben würden. Er war aufgrund der gestiegenen Preise bereits gezwungen, eine seiner acht Wochenendvillen in der Toskana zu verkaufen. Die Preissteigerungen bedrohen uns alle, wie er anmerkte. Und da kommt so ein Rentner, meckert unzufrieden über die 9-Euro-Tickets, will noch dreist Rabatt einfordern. Wir wundern uns mal und zwar kräftig!

Apropos sparen. Es gibt tatsächlich noch Bereiche, dort sind Sonderangebote und zeitlich befristete Spezialpreise immer noch kein Thema. Gehen Sie einmal über die Reeperbahn. Für 9 Euro gibt es nicht einmal ein Lächeln, höchstens Gelächter! Die Sexarbeiterin Ilse Stengelschreck brachte es auf den Punkt: Ich verstehe die Politik nicht mehr. Aus Umweltschutzgründen lehnte ich Kondome ab, das Gummi dafür kommt immerhin aus dem Regenwald am Amazonas, prompt steht das Gesundheitsamt vor der Tür, droht mit Geldstrafe. Die von mir angeschriebenen Umweltparteien antworten nicht, ich bleibe auf mich allein gestellt. Jetzt habe ich maßvoll meine Preise angehoben, schon ab 500 Euro stehe ich zu Diensten und dann kommt so ein Politiker und schreit frech nach Entlastungen. Meine Kolleginnen und ich sind uns einig, der Laden wird geschlossen. Mal sehen, wie lange das Land unbefriedigte Bürger aushalten kann …

Ein Thema für die nächsten Wahlen, zweimal kostenlose Bezugsscheine monatlich. Der soziale Aspekt darf nicht zu kurz kommen.
Das garantiert dann neue Schlagzeilen in der Presse: Lustmolch geht zu seiner eigenen Frau! Lesen Sie bloß keine Schlagzeilen mehr, Ihr Leben wird dann viel entspannter sein.

Veröffentlicht von:

Ulli Zauner

Am Krausen Baum 6
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