Eine mysteriöse Geschichte

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Mysteriös und spannend geht es in diesem Roman zu, der Mittelalter und Gegenwart durch das unsichtbare Band eines Geheimordens miteinander verknüpft.

Mystica Venezia

Eine verschwundene Braut, ein Sensenmann als Gondoliere, eine blinde Malerin, ein seltsames Zeichen an einer Mauer und ein geheimnisvoller Orden, Guido hat sich seine Hochzeitsreise nach Venedig dann doch etwas anders vorgestellt. Verzweifelt macht er sich gemeinsam mit seiner Schwägerin Ana Karina in den Wirren des Karnevals, der durch die engen Gassen der Lagunenstadt tobt, auf die fast aussichtslose Suche nach Christina Maria und stößt dabei auf eine uralte Legende.

ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3903056701

Leseprobe:

Ana Karina starrte ins Kerzenlicht. Man sagte doch immer, ein Zwilling fühlt, wenn der andere in Gefahr ist. Zwillinge seien wie durch ein unsichtbares Band miteinander verbunden. Ana Karina hatte dieses Band nie gespürt, und auch jetzt war da nichts. Kein Zeichen, keinerlei Gefühl, wenn sie an die Schwester dachte. Die Kerze flackerte, als wolle sie Protest einlegen. Gedankenverloren spielte Karina am Wachsrand. Im Hintergrund klang leise Musik aus dem altertümlichen Volksempfänger.

Karina besaß, auch was ihre Wohnungseinrichtung betraf, einen Hang zu Antiquitäten. Sie hatte so lange daran herumgebastelt, bis das Radio wieder funktionstüchtig war.

Guido war notgedrungen in seine Villa am Stadtrand zurückgekehrt, nachdem er mit hängenden Armen herumgedruckst und vergebens auf eine Einladung Ana Karinas gewartet hatte. Sie wusste, es war nicht leicht für ihn, jetzt in das leere Haus zurückzukehren, aber sie brauchte unbedingt erst einmal Ruhe.

Wenn sie morgen ihren Eltern gegenübertrat, musste ihr Kopf klar sein. Sie musste genau abwägen, was sie erzählen konnte und was nicht. Die Wahrheit würde ihr ohnehin niemand abnehmen. Die Kerze flackerte und zischte. Irritiert zog Karina ihre Hand zurück und ein schmales Rinnsal heißes Wachs lief auf die blank polierte Platte des alten Eichentisches.

„Verd …” Das Telefon klingelte, doch sie ignorierte es. Morgen, dachte sie müde, morgen, nur nicht mehr heute. Nachdem es noch mehrmals geschrillt hatte, verstummte es schließlich. Wer immer es war, er hatte aufgegeben. Und wenn das nun … Nein! Energisch schüttelte sie den Kopf. Warum sollte Toni jetzt anrufen? Auch das Telefon stammte aus dem Antiquitätenladen, und die Nummer ließ sich nicht zurückverfolgen.

Karina kaute nervös an ihrer Unterlippe. Oder ob die Polizei einen Hinweis hatte? Vielleicht waren es die Eltern? Sie riefen nicht gern übers Handy an, es war zu teuer vom Festnetz aus. Oder es war einfach nur Guido.

Das Telefon schrillte erneut. Michas aufgeregte Stimme erklang vom anderen Ende der Leitung.

„Mensch, wieso gehste denn nicht ran?”

Ana Karina unterdrückte ein Grinsen. Sie war seit der ersten Klasse der Grundschule mit Michaela befreundet, und gemeinsam hatten sie schon einiges angestellt. Natürlich wusste Micha bereits haargenau, was vorgefallen war und auch, dass Karina heute nach München zurückgeflogen war.

„Na hör mal, ne alte Frau ist doch kein D-Zug”, erwiderte sie und fühlte sich auf einmal gar nicht mehr so müde.

„Sag, hast du Lust, auf einen Tee vorbeizukommen? Wir könnten einen Schlachtplan für morgen entwerfen, und als kleine Zugabe erzähl ich dir von Toni.”

„Wer ist denn Toni?”, kam es zurück.

„Der wunderbarste Mann, der mir je über den Weg gelaufen ist.” Grinsend hielt Karina den Hörer ein Stück vom Ohr ab.

Ein schriller Pfiff ertönte.

„Donnerwetter, dich scheint es ja erwischt zu haben! Bin schon unterwegs!”

Keine zehn Minuten später saßen die beiden Freundinnen einträchtig am Tisch bei Tee und Keksen. Michaela war klein und zierlich mit kurzen blonden Haaren, die kaum zu bändigen waren und meist wie eine lustige Bürste hochstanden. Oftmals erinnerten sie sich schmunzelnd und kichernd an all die Dinge, die sie bereits auf dem Kerbholz hatten, angefangen bei mit Kaugummi festgeklebten Klingelknöpfen unliebsamer Nachbarn über wilde Treppengeländerrutschpartien bis hin zum Pfeife rauchen im Keller.

Doch heute ging es um wesentlich ernstere Themen. Micha hatte nie viel für Christina übrig gehabt, sie war ihr einfach zu zimperlich.

„Wenn es nicht so offensichtlich wäre, man könnte kaum glauben, dass ihr Zwillinge seid”, hatte sie schon so oft gesagt. Aber jetzt war Not am Mann. Und dazu noch diese spannende Geschichte. Da konnte man Christina keinesfalls hängen lassen und Karina schon gar nicht. Kam nicht in die Tüte!

Die Zwei tuschelten und nickten … laut sprechen wäre nicht geheimnisvoll genug gewesen.

„So müsste es gehen”, Karina nickte zustimmend.

„Okay und jetzt erzähl mir von deinem Urlaubsflirt”, sagte Michaela ungeduldig.

„Urlaubsflirt ist gut! Mitten im Winter und Urlaub in dem Sinne war es ja nun auch nicht!” Karina lachte.

 „Also gut, dann spitz mal die Ohren.” Und ob Micha das tat. Sie wechselte aufs Sofa hinüber und lehnte sich bequem zurück. Unbemerkt von den beiden wurde es dunkel, nur die Kerze brannte ruhig vor sich hin und tauchte die Wohnküche in ein unwirkliches Licht.

©byChristine Erdic
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Die deutsche Buchautorin Christine Erdic lebt zur Zeit hauptsächlich in der Türkei.
Beruflich unterrichtet sie in der Türkei Deutsch für Schüler (Nachhilfe), sie gab
Sprachtraining an der Uni und machte Übersetzungen für türkische Zeitungen.

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