Vergessene Berufe am Hochofen: Das Leben der Hüttenleute

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Das Hüttenwesen hat weltweit eine lange Tradition und bestimmte die Industrialisierung maßgeblich mit. Viele technische Entwicklungen, die unseren Wohlstand erst möglich gemacht haben, sind vom Roheisen abhängig gewesen. In den 1960er Jahren gab es allein in der Bundesrepublik Deutschland über 130 Hochöfen. Damit verbunden war eine schwere und gesundheitsgefährdende Arbeitswelt, die die Arbeiter, aber auch die betroffenen Regionen stark beeinflusste. Mittlerweile gibt es nur noch 20 Hochöfen an sieben Standorten, Tendenz sinkend. Helga Martens leistet in ihrer Publikation "Der Alltag des Hüttenmanns in Zeiten der Industrialisierung" einen wichtigen Beitrag, um die Berufe nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Das Buch ist im Juli 2022 im GRIN Verlag erschienen.

Aus den technischen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts entstanden neue Berufe am und um den Hochofen. Alle waren voneinander abhängig und mussten solidarisch zusammenarbeiten. Fehler in der Produktion konnten erhebliche Auswirkungen haben. Die Arbeiten waren insgesamt gefährlich und bargen große gesundheitliche Risiken. Trotzdem waren die Berufe im Betrieb angesehen und die Arbeiter stolz auf ihre Arbeit. Es entwickelte sich eine eingeschworene Gemeinschaft der Hüttenleute, die über die Arbeitszeit hinausging.

Entwicklung und Hintergründe der industriellen Arbeitswelt

Da nur noch wenige Zeitzeugen leben, ist eine Dokumentation der damaligen Lebensrealität der Hüttenleute dringend geworden. Die Entwicklung ihrer Arbeitswelt und die gesellschaftlich-politischen Umstände dieser Zeit machen ihre Geschichte erst begreifbar. Helga Martens beschreibt als Zeitzeugin nicht nur die einzelnen beruflichen Tätigkeiten der Gichter, Cowperwärter, Stopfmassemischer, Türenverkleber und anderer Arbeiter aus den unterschiedlichsten Bereichen, sondern auch die damals herrschenden Rahmenbedingungen. Das Buch richtet sich an all diejenigen, die sich mit der industriellen Geschichte der Schwerindustrie zu Beginn des 20. Jahrhundert befassen möchten. Es ist auch für den Einsatz an Schulen, die dieses Thema im Unterricht aufgreifen, geeignet.

Über die Autorin

Helga Martens wuchs im Lübecker Stadtteil Kücknitz auf. Ihre Kindheit war geprägt vom Hochofenwerk Lübeck, das die gesamte Region beeinflusste. Nach dessen Schließung 1981 entstand das Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk. Im Verein für Lübecker Industrie- und Arbeiterkultur e.V., der Förderverein des Museums, war die Autorin zuerst Mitglied, dann Beisitzerin im Vorstand, stellvertretende Vorsitzende und schließlich Vorsitzende von 2007 bis 2021. In diesen Jahren hat sie neben der Führung des Vereins die gesamte museumspädagogische Arbeit erheblich ausgeweitet. Um die Geschichte des Hochofenwerkes einem breiten Kreis von Interessierten zugänglich zu machen, wurden vom Verein außerdem verschiedene Publikationen zum Hochofenwerk herausgegeben. Einige davon wurden von Helga Martens verfasst.

Das Buch ist im Juli 2022 bei GRIN erschienen (ISBN: 978-3-346-67564-4)

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