Sommerzeit ist Geisterzeit

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Am 12. August wird es unheimlich in China: Dann beginnt nämlich das Fest der hungrigen Geister, eines der wichtigsten chinesischen Feste. Die Seelen der Toten kommen ihre lebende Verwandtschaft besuchen, ein Ereignis, auf das man sich aufwendig vorbereitet: Opfergaben sollen den Verstorbenen im Jenseits Freude bereiten oder sie von ihren Qualen erlösen, Konzerte und Laternen weisen ihnen den Weg zu ihren Familien.
Über die Durchlässigkeit zwischen der Welt der Lebenden und der Toten und Liebesbeziehungen zwischen dem Dies- und dem Jenseits berichten auch die zahlreichen Geschichten in dem bibliophilen Bändchen “Die schöne Füchsin – chinesische Geistergeschichten”.

Besuch aus dem Jenseits
Am 15. Tag des 7. Mondmonats, der dieses Jahr auf den 12. August fällt, beginnt in China mit dem “Fest der hungrigen Geister” der sogenannte “Geistermonat”. Die Vorstellung ist, dass während dieser Zeit die Seelen der Toten ihre Familien auf Erden besuchen. Das Fest hat daoistischen Ursprung, seine Tradition geht rund 2000 Jahre zurück.

Für die Geister nur das Beste!
Der bevorstehende Besuch der verstorbenen Familienmitglieder wird aufwendig vorbereitet: Opfergaben werden reichlich zubereitet und vor die Haustür gestellt. Man hofft, seinen Toten damit im Jenseits eine Freude zu bereiten oder zumindest dazu beizutragen, dass ihre Höllenqualen gelindert werden. Auch befürchtet man, dass die Geister, sollten sie unzufrieden mit den Maßnahmen der Familie sein, mit ihnen so manchen Schabernack treiben könnten.

Totengeld und Unterhaltung
Traditionell wird neben den Opfergaben auch Totengeld verbrannt, das durch den Rauch in die andere Welt gelangen soll. Schwimmende Laternen und kleine Papierboote dienen als Wegweiser, damit die Ahnen auch sicher zu ihren Familien finden. Theater und Konzerte, die allerorts veranstaltet werden, sollen die Seelen bei Laune halten.

Chinas Umgang mit den Ahnen
Auch wenn das Fest heute von jungen Chinesen eher als Halloween-Variante gefeiert wird, so nimmt es nach wie vor eine große Bedeutung in der Reihe der chinesischen Feiertage ein. Mehr über die unheimlichen, komischen und oft überaus skurrilen chinesischen Vorstellungen des Jenseits und den Umgang mit den Seelen der Toten ist in dem schön gestalteten, bibliophilen Bändchen “Die schöne Füchsin – Chinesische Geistergeschichten” nachzulesen.

Wissenswert: Hintergründe zu Buch und Autoren

Wang Min, Felix Winter, Franz König
DIE SCHÖNE FÜCHSIN
Chinesische Geistergeschichten
Hardcover, ca. 200 Seiten
Format: 12,5 cm x 19 cm
€ 16,00 (D)/ € 16,50 (A)
ISBN: 978-3-943314-61-8

Zum Buch
Geistergeschichten haben in China eine lange Erzähltradition. Sie berichten von merkwürdigen Ereignissen – v.a. von der Begegnung zwischen Geistern und Menschen. Dabei geht es zwar manchmal gruselig zu, oftmals auch heiter und nicht selten sogar pikant, denn zwischen den beiden Welten können sich hocherotische Beziehungen entwickeln – insbesondere, wenn Fuchsgeister im Spiel sind!
Den Hintergrund der Geschichten bilden die alten Vorstellungen vom Schicksal der Seelen Verstorbener, ihrem Aufenthalt in der Unterwelt und ihrer Wiedergeburt. Bei der kurzweiligen Lektüre der Geistergeschichten erfährt man viel über den Volksglauben im alten China, von dem manche Elemente bis heute – etwa in Bestattungsritualen und der Ahnenverehrung – eine Rolle spielen.
In dem Band "Die schöne Füchsin" sind 21 Geschichten neu übersetzt und nacherzählt. Zum tieferen Verständnis ist ein Nachwort beigefügt, in dem die Welt der chinesischen Geister und Götter erklärt und kulturelle Hintergründe von Geistergeschichten dargestellt werden.

Zu den Autoren
Min Wang ist Germanist und emeritierter Professor an der Nanking Universität. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, bekannte chinesische Mythen, die seine Kindheit und Jugend prägten, niederzuschreiben. Auf diese Weise möchte er die chinesische Kultur mit deutschen Leserinnen und Lesern teilen.

Franz König ist Germanist und Historiker und interessiert sich seit seiner Kindheit für Mythologie. Min Wang, der als zweisprachiger Führer unterschiedlichste chinesische Erzählungen mit der Reisegruppe teilte, lernte er auf einer Chinareise kennen. Durch Min Wangs unterhaltsame und raffinierte Erzählweise kam Franz König auf die Idee, eine Sammlung seiner Erzählungen zu publizieren.
Felix Winter ist Psychologe, Erziehungswissenschaftler und Märchenexperte. Durch die Zusammenarbeit mit Min Wang und Franz König hat er sein Fachgebiet, die europäische Märchenwelt, nun auch auf die chinesische Mythologie ausgeweitet und ist den beiden mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

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