Behindertenverband will künftig enger mit Selbsthilfewesen zusammenarbeiten

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Erste Kooperation mit dem Verein „Dystonie-und-Du“ soll auf den Weg gebracht werden

Der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland e.V. (ABiD) möchte eine intensivierte Zusammenarbeit mit dem Selbsthilfewesen eingehen. Der Vorstand sei sich einig gewesen, dass Synergien gefunden werden könnten, die dem Ansinnen beider Seiten entsprechen und die Bedürfnisse der gemeinsamen Klientel behinderter und chronisch kranker Menschen zusammenführen würden. Der Sozialberater des ABiD, Dennis Riehle, welcher selbst über zehn Jahre vier Selbsthilfegruppen leitete, Vorsitzender in einem kommunalen Selbsthilfenetzwerk gewesen und noch heute für mehr als zehn bundesweit tätige Selbsthilfeverbände ehrenamtlich engagiert ist, hatte die Initiative hierzu ergriffen und konnte Marcus Graubner, Andreas Scheibner und Klaus Heidrich als Vorstandsmitglieder des ABiD dahingehend überzeugen, dass vermehrte Anstrengungen der Zusammenarbeit und des Austausch unternommen werden sollen: „Denn vielfach ist ja nicht einmal bekannt, wonach Selbsthilfevereine und -gruppen Mitglied im ABiD werden können und damit das Fundament für gemeinsamen Lobbyismus gelegt werden würde“, führt Dennis Riehle aus.

Nun müsse eine Konzeption erarbeitet werden, wie der ABiD am Ende mit unterschiedlichen Selbsthilfegruppierungen „gematcht“ und beide Seiten im Sinne der Umsetzung ihrer Ziele zueinander geführt werden können. Zweck des Miteinanders sei die Schaffung einer breiten Basis zur stimmgewaltigen Forderung nach sozialpolitischen Veränderungen und darüber hinaus ein wechselseitiger Profit in Sachen Ergänzungen: „Während der ABiD vor allem in der Interessenvertretung Kompetenzen besitzt, sind die Selbsthilfeverbände vor Ort die praktischen Experten zur Bewältigung der Alltagsprobleme bei einer schweren Erkrankung“. Auf Geheiß von Dennis Riehle sei bereits eine erste Partnerschaft zustande gekommen: Dystonie-und-Du e.V., der Bundesverband der Selbsthilfe bei dystonen Bewegungsstörungen mit Sitz in Karlsruhe, begrüßt die Idee des Zusammenwirkens mit dem ABiD außerordentlich.

Wie die Vorsitzende von DYD, Ulrike Halsch, entsprechend äußert, seien Dystonie-Erkrankte durch ihre schmerzhaften Muskelverkrampfungen und -verdrehungen oft auf Hilfe und Unterstützung zur Durchsetzung ihrer Rechte angewiesen: „Deshalb glaube ich, dass wir mit dem ABiD ein ideales Gegenüber gefunden haben, mit dem wir uns gemeinsam an die Arbeit machen wollen und bessere Bedingungen für Menschen mit solch Behinderungen erzielen. Die Gemeinschaft wird besonders dann stark, wenn sie sich auf eine vielschichtige, diverse Anhängerschaft verlassen kann“. Und Dennis Riehle fügt abschließend an: „Wir werden nun in Ruhe klären, welche Projekte wir anstoßen werden. Insbesondere der Austausch von Erfahrungen und Informationen zwischen unseren Mitgliedern und den jeweiligen Vorständen dürfte ein wesentliches Ziel sein. Auch Konvergenz bei der Öffentlichkeitsarbeit und das Abstimmen beim Einsatz für politische Anliegen werden uns wechselseitig guttun“.