HPP MOBILITÄTSANBIETER-RANKING 2022/2023

PRESSEMITTEILUNG

HPP MOBILITÄTSANBIETER-RANKING 2022/2023: TIER IM MARKT FÜR MICRO MOBILITY AN DER SPITZE, ETABLIERTE UNTERNEHMEN DOMINIEREN CAR-SHARING, -HAILING UND -POOLING, START-UPS BEI AUTO-ABOS FÜHREND, WETTBEWERBSINTENSITÄT UND TENDENZ ZUR KONSOLIDIERUNG DES MARKTES WEITERHIN MODEÜBERGEIFEND HOCH.

– Tier übernimmt Marktführerschaft im Micro Mobility-Segment und setzt sich – u.a. durch die Übernahme von Nextbike – im Ranking für E-Scooter- und Bike-Sharing an die Spitze

– FreeNow (Ride-Hailing), MOIA (Ride-Pooling) und Flinkster (Car-Sharing) erzielen Top-Platzierungen und beherrschen weite Teile des Urban Mobility-Marktes

– Markt für Auto-Abos weiterhin von den Mehrmarkenanbietern Fleetpool und ViveLaCar angeführt, neue Anbieter aus verschiedenen Branchen fordern die Innovatoren heraus

– Wachsende Zahl lokaler MaaS-Plattformen erhöht die Attraktivität der Integration für Anbieter und ist neben veränderten Rahmenbedingungen (z.B. zunehmende Regulierung) einer der Beweggründe für Kooperationen zwischen Mobilitätsanbietern und ÖPNV

– Kooperation zwischen Mobilitätsanbietern und den lokalen Verkehrsbetrieben wird sich in 2023 weiter intensivieren – Treiber der Zusammenarbeit stellt vor allem die Integration auf den sich zunehmend etablierenden lokalen MaaS-Plattformen der ÖPNV-Anbieter dar

Frankfurt am Main, 03.02.2023 – Nach den vielbeachteten Veröffentlichungen der vergangenen Jahre veröffentlicht HPP Strategie- und Marketingberatung in diesem Jahr bereits die dritte Ausgabe des HPP Mobilitätsanbieter-Rankings. Darin wird der Markt für Mobilitätsdienstleistungen im DACH-Raum analysiert und dessen zentralen Akteure in einem Ranking gegenübergestellt. Tier setzt sich – auch durch die Übernahme von Nextbike – gegen US-Anbieter Lime durch und übernimmt die Führung im Micro Mobility-Segment. Im Markt für Urban Mobility sind mit FreeNow (Ride-Hailing), MOIA (Ride-Pooling) und Flinkster (Car-Sharing) Angebote etablierter Unternehmen führend. Im weiterhin boomenden Auto-Abo-Segment verteidigen Start-Ups ihre Vormachtstellung. Fleetpool erringt die Bestplatzierung, bekommt jedoch zunehmend Konkurrenz durch branchennahe (OEMs & Handel) und branchenfremde (z.B. Energieversorger, Versicherungen, Banken) Player, die mit eigenen Abo-Angeboten in den Markt eintreten. Mode-übergreifend ist der Markt weiterhin geprägt von zunehmender Konsolidierung. Dem entgegengesetzt profitiert Ride-Pooling derzeit jedoch von der Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes und verzeichnet besonders in Deutschland ein deutliches Wachstum. Darüber hinaus optimieren und diversifizieren Anbieter für Mobilitätsdienstleistungen ihr Angebot im Jahr 2022 sukzessive in Richtung Sicherheit und Nachhaltigkeit, Multimodalität und Geschäftsfelder abseits der klassischen Mobilität (z.B. Food Delivery), um ihre Profitabilität abzusichern und neue Umsatzströme zu generieren. Regulierungen und die wachsende Bedeutung von (lokalen) Mobilitätsplattformen erhöhen die Attraktivität der Integration für Anbieter und treiben Kooperationen zwischen ihnen und dem ÖPNV voran. Aus Kundensicht wird Mobilität in 2023 dadurch einfacher, flexibler und individueller.

WACHSENDE POPULARITÄT UND ATTRAKTIVITÄT VON MAAS-PLATTFORMEN UNTER KUNDEN UND ANBIETERN, LOKALE VERKEHRSBETRIEBE ETABLIEREN EIGENE PLATTFORMEN, KOOPERATIONEN ZWISCHEN ÖPNV UND ANBIETERN NEHMEN ZU.
Vor dem Hintergrund einer stärkeren Regulierung der Sharing-Märkte durch die Städte wird die Zusammenarbeit mit Kommunen und lokalen Verkehrsbetrieben immer wichtiger und aus Sicht der Mobilitätsanbieter attraktiver. Für die Marktbearbeitung der Anbieter spielen MaaS-Plattformen der privaten Anbieter und der städtischen Verkehrsgesellschaften eine zentrale Rolle. Die Integration des Angebots auf diesen Plattformen sowie Kooperationen mit dem lokalen ÖPNV helfen bei der Absicherung der lokalen Marktmacht. Perspektivisch wird es für Anbieter immer wichtiger, in die ÖPNV-nahe Infrastruktur integriert zu sein. Derzeit gelingt es den multi-modalen Anbietern aus dem DACH-Raum wie etwa Tier, deren Angebote bereits jetzt in zahlreiche private (z.B. FreeNow, Sixt) und kommunale Plattformen (z.B. Leipzig Move, Jelbi, MVGO) integriert sind, ihren Heimvorteil auszuspielen. Tier konnte unteranderem dadurch Marktanteile von Lime zurückerobern. In 2023 ist zu erwarten, dass der Wettbewerb im Markt für Micro Mobility intensiv bleibt und außer-europäische Anbieter zunehmend verdrängt werden.

FÜHRUNGSWECHSEL BEI E-SCOOTER- UND BIKE-SHARING, ÜBERREGIONALE ANBIETER DOMINIEREN MOPED-SHARING, VIELE ANBIETER VERBESSERN IHRE POSITION UND SPRINGEN IN DIE TOP 10.
Im diesjährigen Ranking positioniert sich Tier als Marktführer für Micro Mobility im DACH-Raum. Der deutsche Anbieter erreicht die Erstplatzierung im E-Scooter-Sharing und verweist den amerikanischen Konkurrenten Lime auf den zweiten Rang. Nach der Übernahme von Nextbike im November 2021 gelingt Tier außerdem der Sprung an die Spitze der Bike-Sharing-Angebote. Im Bike-Sharing ebenfalls auf den zweiten Rang verwiesen, gelingt es Lime die Führungsposition im Moped-Sharing vor dem niederländischen Anbieter Felyx beizubehalten. Die Top 3 für Micro Mobility werden jeweils komplettiert durch das DB-Angebot Call a Bike für Bike-Sharing, dem schwedischen Anbieter Voi für E-Scooter-Sharing, der den estnischen Anbieter Bolt trotz dessen aggressiver Expansionsstrategie vom dritten Platz verdrängt hat, und dem deutschen Moped-Sharing-Pionier emmy. Die Top Player im Markt setzen den Trend zur multimodalen Diversifikation des Angebots weiterhin fort und erweitern ihr Portfolio durch Übernahmen und strategische Partnerschaften um weitere Modes.

FREENOW UND MOIA VERTEIDIGEN FÜHRUNGSPOSITIONEN BEI RIDE-HAILING UND RIDEPOOLING, FLINKSTER MIT BESTPLATZIERUNG IM CAR-SHARING.
Nachdem Flinkster im letzten Jahr die Führung an ShareNow abgeben musste, findet in diesem Jahr erneut ein Wechsel and der Spitze zwischen den beiden Car-Sharing-Anbietern statt. Flinkster positioniert sich vor ShareNow (Platz 2) und Miles (Platz 3). Im Bereich Ride-Hailing gelingt es FreeNow die Führungsposition vor US-Anbieter Uber (Platz 2) zu verteidigen. Sixt ride verbessert sich auf Rang 3. Mit MOIA führt ein weiteres Angebot aus dem Umfeld der deutschen Automobilhersteller in der Kategorie Ridepooling ein Ranking im Segment Urban Mobility an und verweist dabei die ÖPNV-Angebote Berlkönig und Flexa auf die weiteren Podiumsplätze. Auch in 2022 sind die Angebote der deutschen OEMs insbesondere für Ride-Hailing und -Pooling weiterhin marktbestimmend. Das Inkrafttreten der Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) im August 2021 erlaubt zwar den rechtssicheren Regelbetrieb von Ride-Hailing und -Pooling-Angeboten abseits von Experimentierklauseln, stärkt jedoch gleichzeitig den Gestaltungsspielraum der Städte und Kommunen gegenüber privaten Anbietern hinsichtlich der Begrenzung von Flottengrößen und Reglungen für Mindest- und Höchstpreise. Die Auswirkungen sind im Ranking bereits mit dem Eintritt vieler ÖPNV-integrierter Anbieter in die Top 10 klar erkennbar. Zukünftig wird die Marktmacht der Angebote aus dem ÖPNV-Umfeld weiter zunehmen.

IM AUTO-ABO RANKING EROBERT FLEETPOOL PLATZ 1, OEMS UND HANDEL LANCIEREN VERSTÄRKT E-AUTO-ABOS, DURCH DIE GESTIEGENE ANGEBOTSDICHTE TRETEN JEDOCH AUCH PLAYER AUS DEM WACHSENDEN MARKT AUS
An der Spitze rangieren weiterhin die großen Mehrmarkenanbieter, jedoch übernimmt Fleetpool auch aufgrund zahlreicher Kooperationen die Führung von ViveLaCar. Auf Platz 3 folgt mit Carvolution eine Schweizer Branchengröße vor dem deutschen Anbieter FINN. Faaren und SIXT+ auf Rang 5 bzw. 6 rutschen hingegen leicht ab. Das einzige OEM-Angebot im Top 10 Ranking, Care by Volvo, platziert sich hinter den führenden Anbietern. Dennoch erweitern Automobilhersteller sukzessive ihr Angebot, auch durch Kooperationen (z.B. Kia Flex in Zusammenarbeit mit Fleetpool). Speziell im Bereich E-Auto sehen OEMs und Handel eine Vermarktungschance durch die Flexibilität von Auto-Abos als verlängerte Testfahrt für E-Autos. Mit myEuropcar und Miles Abo haben zudem weitere Mobilitätsanbieter Angebote im Abo-Markt platziert. Branchenfremde Akteure, etwa aus den Bereichen Banken und Versicherungen, etablieren ebenso Angebote (Wabi als Angebot der Santander Bank). Immer mehr Anbieter möchten vom wachsenden Abo-Markt profitieren, wodurch es in Folge der gestiegenen Wettbewerbsintensität bereits zu ersten Exits und Konsolidierungen kam (z.B. Einstellung der Angebote von Allinonecars und Cluno). Darüber hinaus wird die Zukunft der Anbieterlandschaft maßgeblich davon geprägt werden, wie sich das Marktgleichgewicht zwischen OEM, Handel und Plattform-Partnern vor dem Hintergrund kommender Direktvertriebsmodelle gestalten wird.

MOBILITÄTSMARKT KÜNFTIG KONSOLIDIERTER, GESCHÄFTSMODELLE DIVERSIFIZIERTER UND ANGEBOTE OPTIMIERT SOWIE INTEGRIERT
Wie im Mobilitätsanbieter-Ranking 2021 prognostiziert, führen Regulierungen und intensiver Wettbewerb weiterhin zu einer merklichen Konsolidierung im Markt. Zahlreiche Anbieter halten dem Druck nicht mehr stand und ziehen sich aus dem Markt zurück, da ein profitabler Betrieb der Angebote nicht darstellbar ist. Als Reaktion auf diese Rahmenbedingungen diversifizieren zahlreiche Anbieter ihr Angebot und werden zunehmend multimodal. Neben zusätzlichen Modes werden auch neue Geschäftsfelder, etwa Food Delivery, erschlossen, um das Risiko im Angebotsportfolio zu verteilen. Zusätzliche Abo- und Flatrate-Modelle sowie Optimierung der Nachhaltigkeit und Sicherheit der Flotten bieten dabei unmittelbare Vorteile für Kunden. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Regulierung und Popularität von MaaS-Plattform erscheint die Angebotsintegration unabdingbar. Durch Kooperation bei Angeboten und der Integration auf den Plattformen der lokalen Verkehrsbetriebe sichern Anbieter zudem ihre
lokale Marktmacht ab, erhöhen die Reichweite des eigenen Angebots und erzielen einen zentralen Wettbewerbsvorteil gegenüber nichtintegrierten Anbietern. Mit der fortlaufenden Etablierung eigener Plattformen durch die lokalen Verkehrsbetriebe wird die Zusammenarbeit mit dem ÖPNV für Mobilitätsanbieter zum zentralen Faktor in der Marktbearbeitung. Aus Kundensicht wird der Zugang zu mulimodaler Mobilität im Jahr 2023 dadurch einfacher, flexibler und individueller.

Veröffentlicht von:

HPP Harnischfeger, Pietsch & Partner Strategie- und Marketingberatung GmbH

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