Was macht einen guten Film aus?

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Ein guter Film ist viel mehr als nur eine flüchtige Unterhaltung, werden eingefleischte Kinofans sagen. Und genau an dieser Stelle beginnt das größte Problem, denn der Begriff "guter Film" ist genauso schwer zu definieren wie "gutes Essen". Es ist ein relativer Begriff und es kann für jeden von uns etwas anderes bedeuten.

Es gibt jedoch eine Gruppe von Filmkritikern, die darauf besteht, dass jede Filmproduktion nach bestimmten strengen Kriterien beurteilt werden kann. Immerhin werden nach diesen Kriterien die größten Filmproduktionen der Welt beurteilt. Sie haben teilweise Recht – schließlich anhand von welchen Regeln werden dann die Oscars verliehen und die besten Filme beurteilt? Es muss doch Richtlinien geben, nach denen jeder Film beurteilt werden kann, oder nicht? Es muss eine Reihe von Kriterien geben, nach denen Filme beurteilt werden können, ansonsten würde alles im Chaos versinken, und es gäbe Anarchie in der Welt des Kinos.

Heutzutage erfreuen sich Nischen- und Low-Budget-Filme zunehmender Beliebtheit und dank der neuesten technologischen Lösungen ist es heute möglich, auch mit einem begrenzten Budget interessante visuelle Effekte zu erzeugen. Wie sich oft herausstellt, und das nicht nur im Fall von Mega-Blockbustern sind die audiovisuellen Effekte nicht das Wesentlichste, was einen guten Film ausmacht und das ist ein unwiderlegbares Argument.

Zu den Kriterien, nach denen professionelle Filmkritiker neue Filmproduktionen beurteilen, gehören u.a.: Handlung, Struktur, Originalität, Kreativität, Tempo der Handlungsentwicklung, Kinematographie, Tonqualität, Musik, Dialoge, Figuren, Botschaft und die Wahrscheinlichkeit, dass der Zuschauer den Film weiterempfehlen wird.

Also, wenn es schon bekannt ist, nach welchen Kriterien Fachleute Filme beurteilen, stellt sich die Frage, ob sie die einzigen unfehlbaren Bestimmungsfaktoren für einen guten Film sind. Oft geht es bei einem Film oder einem Buch darum, dass jeder etwas darin/für sich selbst findet. Wichtig ist das universelle Element, das es einem Film ermöglicht, ein breites Publikum zu erreichen und in Erinnerung zu bleiben.

In einer Zeit, in der das Kino und das Internet mit verschiedenen Produktionen gesättigt sind, ist es sehr schwierig, den sprichwörtlichen "guten" Film zu finden, an den man sich noch lange Zeit erinnern wird. Leider in der Menge von verschiedenen Meinungen, die im Internet zu finden sind, kann oft ein bemerkenswertes Werk in einem endlosen Meer von unvorteilhaften, oberflächlichen Kommentaren untergehen. Es gibt viele Beispiele für Filme, die erst Jahre später von einem Kreis leidenschaftlicher Filmfans gewürdigt und anerkannt wurden. Gegen das sog. Popcorn-Kino und das Kino der Filme, die man einmal anschauen und vergessen kann, auch bekannt als "Trash-Movies", ist nichts einzuwenden. Doch nur wenige Produktionen erlangen einen Kultstatus. Was macht sie also so besonders?

Neben der Zeitlosigkeit und der originellen Idee gibt es viele weitere Faktoren, die dazu beitragen, dass ein sog. guter Film im Gedächtnis bleibt. Wie ein Zuschauer einen Film wahrnimmt, kann sehr subjektiv sein, und für den einen ist er etwas Einzigartiges, für den anderen nichts Besonderes. Viele von uns identifizieren sich oft mit der Handlung und den Figuren. Wenn ein Film es schaffen kann, dass wir uns in die Lage der Protagonisten hineinversetzen können, dann gewinnt er bereits Pluspunkte. Ein Film sollte den Zuschauern vor allem eine gute Fluchtmöglichkeit von dem monotonnen Alltag bieten. Hier sollte man aber nicht die hyperrealistischen Produktionen, die auf authentischen Ereignissen beruhen, welche unglaubliche Emotionen hervorrufen können und sich lange in unser Gedächtnis einprägen können vergessen.

Von den zusätzlichen Faktoren kann auch das sog. metaphysische Element in Betracht gezogen werden – so wie man es von großer Kunst oft sagt, dass ein Gemälde eine Seele hat, so ist dies auch bei Filmen der Fall. Manche Filme sind in der Lage uns zu erschüttern oder tief zu berühren und es ist eine Mischung aus nicht nur einer guten Handlung, einer interessanten Idee, sondern oft auch der individuellen Identifikation des Zuschauers mit bestimmten Aspekten der Produktion, wie den Protagonisten oder den Situationen, denen sie sich stellen müssen und natürlich diesem "Etwas", das für jeden von uns etwas anderes bedeuten kann.

Im Allgemeinen gibt es keine klare Erklärung dafür, was einen guten Film auszeichnet oder definiert. Es gibt nur bestimmte Richtlinien, anhand derer wir feststellen können, ob eine bestimmte Filmproduktion unser Interesse wecken kann oder nicht. Alles andere bleibt der subjektiven Wahrnehmung eines Films durch den einzelnen Zuschauer überlassen.

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