Der Grund, warum wir vor allem in Deutschland immer noch so wenig Frauen an Entscheider-Positionen haben liegt sicher nicht an den Qualifikationen der Frauen. Aber eine Vielzahl von Faktoren trägt dazu bei, dass wir in Wirtschaft und Politik noch zu wenig weibliches Leadership erleben.
Die Arbeitswelt ist in Organisation und Struktur weitgehend noch immer auf Männerbedürfnisse ausgerichtet. Zu nennen sind hier nur mal die Arbeitszeiten und die Frage, wer hütet die Kinder. Kinderbetreuung müsste in viel höherem Masse steuerlich absetzbar sein, um den nach wie vor die Care-Arbeit tragenden Frauen mehr Freiräume zu ermöglichen.
Ein weiterer Faktor, warum wir so wenig Frauen in hohen Führungspositionen erleben: Frauen wollen anders führen und arbeiten, sie haben eine andere Herangehensweise an das Thema Macht. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. In den Medien wurde in jüngster Zeit ausführlich besprochen, dass in den Führungsetagen eine Führungskultur Einzug gehalten hat und auch noch immer Einzug erhält, die geprägt ist von Eigenschaften wie übersteigertem Selbstbewusstsein, narzisstischem Wesen und einer Neigung zu unethischem Verhalten. Machtmissbrauch ist oft kein Fremdwort. Eigener Status und Vorteil stehen oft im Vordergrund. Hinzu kommt eine Arbeitskultur, die auf Anwesenheit setzt in dem Sinne, dass 80 Stunden plus als der alternativlose Weg zum Erfolg auf dem Weg nach ganz oben gesehen werden.
Frauen wollen anders arbeiten. Sie wollen es schon deshalb, weil sie anders arbeiten müssen. Sie brauchen Flexibilität, tragen sie wie schon erwähnt die Hauptlast der Care-Arbeit. Sie haben aber auch eine andere Art der Führung, dazu unten mehr.
Nächster Faktor dafür, dass Frauen nicht in die Führungsrollen aufsteigen sind nach wie vor veraltete Rollenbilder und entsprechende Prägungen im Elternhaus und in der Schule. Für junge Mädchen fehlen nach wie vor schlicht die prägenden Vorbilder und Role Models.
Was macht weibliche Führung aus:
Wie schon erwähnt, Frauen führen anders und ihre Art zu führen lässt sich sehr konkret beschreiben. Spoiler: nein, Frauen sind nicht generell die besseren Menschen und noch mal, Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. In der Regel bringen Frauen aber schlicht andere Qualitäten mit in die Arbeitswelt.
Frauen möchten bewahren. Dabei geht es ihnen nicht darum, unbedingt Traditionen zu bewahren, sondern sie haben ein großes Interesse daran, unsere Lebensgrundlagen und unsere soziale Gesellschaft zu erhalten.
Während der Pandemie haben die Frauen das meiste gestemmt, es hat sich klar gezeigt, wer unsere Gesellschaft sozial zusammen hält.
Eine Untersuchung der EZB hat beispielsweise gezeigt, dass Unternehmen mit einer größeren Geschlechtervielfalt ihre CO2-Emissionen um etwa 5 % stärker reduzieren als Firmen mit mehr männlichen Managern.
Eine weitere wichtige Qualität, die Frauen in ihren Führungsstil einbringen: sie streben nach Verbundenheit im Sinne eines ganzheitlichen und komplexen Denkens. Sie fühlen sich verbunden mit dem Leben an sich. Aus dieser Verbundenheit heraus brechen sie auch mit dem Entweder-Oder um ein Sowohl-Als-Auch zuzulassen. Allein die Notwendigkeit, Care-Arbeit und Job unter einen Hut zu bringen bedingt ein Denken im Sowohl-Als-Auch, möchte Frau Karriere machen.
Wenn es um die Frage von Wachstum geht heißt das für Frauen in erste Linie auch Vernetzung. Sie denken gerne noch einen Schritt weiter, gerade wenn es um Innovation geht: Was bedeutet es für die Gesellschaft, welche Auswirkungen hat es auf den Planeten sind beispielsweise Fragen, die Frauen sich gerne stellen.
Die Liste der weiblichen Führungsqualitäten lässt sich noch viel weiter fortführen. In ihrer Keynote „Standhaft trotz Gegenwind: Frauen. Macht. Karriere“ geht die Rednerin Dr. Caroline Dostal auf den Output, den weibliche Führung hat, vertiefend ein.
Dabei geht es beim Thema weiblicher Führung nicht darum, den Geschlechterkonflikt zu verschärfen oder Machtkämpfe zu führen. Vielmehr geht es im Sinne von vernetztem Wachstum darum, Synergien zu erzeugen und die besten Führungsqualitäten dort zu versammeln, wo es für unsere Gesellschaft um wichtige Entscheidungspositionen geht.
Warum es gerade in herausfordernden Zeiten weibliche Führung braucht
Eines ist wichtig zu wissen: Führungspotenzial hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, es gibt hier keinen Zusammenhang. Solange wir aber Frauen aus Top-Führungspositionen und genauso aus der Gründerszene heraus halten, verzichten Unternehmen, Institutionen und wir als Gesellschaft auf best qualifizierte und talentierte Führungspersönlichkeiten und damit Innovationskraft.
Was bringt aber nun weibliche Führung den Unternehmen und Organisationen in schwierigen und herausfordernden Zeiten:
Ganz einfach: Sie werden krisentauglich. In der heutigen Zeit sicher ein Ziel, dass jedes Unternehmen im Auge haben sollte.
Weibliche Führung baut auf Vertrauen auf. Frauen tragen in besonderem Maße einen vertrauensvollen Umgang und Verbundenheit (followership) in eine Gruppe. Im Schnitt schaffen es Frauen weitaus häufiger als Männer, eine Kommunikation herzustellen, in der ein gutes Gleichgewicht aus Fakten und Empathie herrscht. Ihr Führungsstil ist daher menschlicher und nicht hauptsächlich an Kennzahlen orientiert. Frauen sind damit besser aufgestellt, wenn es darum geht eine Kultur von psychologischer Sicherheit herzustellen.
Studien haben herausgefunden, dass Weisheit und Mitgefühl Eigenschaften außergewöhnlicher Führungspersönlichkeiten sind. Dabei hat eine aktuelle Studie von global agierenden Firmen heraus gefunden, dass 55% der weiblichen Führungskräfte von ihren Mitarbeitenden als weise und mitfühlend bewertet wurden und nur 27% der männlichen Führungspersönlichkeiten.
Frauen tragen dafür Sorge, dass die Potenziale der Mitarbeitenden zur Geltung kommen. Sie sind sehr viel mehr darauf ausgerichtet, andere Menschen zu fördern anstatt nur sich selbst nach vorne zu bringen.
Die Zahlen belegen es eindeutig: Frauen sind nach wie vor in Unternehmen, in der Gründerszene und in der Politik in den Führungsebenen unterrepräsentiert.
Der kurze Einblick dürfte deutlich gemacht haben: weibliche Kompetenzen haben eine essentielle Bedeutung für jede Organisation. Es stellt sich also angesichts der enormen Herausforderungen, vor denen wir stehen, die dringende Frage: will man wirklich, wenn es um Positionen mit Entscheidungsmacht geht, weiter auf diese ganzen Potenziale verzichten? Im Sinne unserer Zukunftstauglichkeit als Gesellschaft sollten wir das sehr genau überlegen.
Veröffentlicht von:
Caroline Dostal
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Ansprechpartner(in): Dr. Caroline Dostal
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Dr. jur. Caroline Dostal ist Keynote-Speakerin und Vortragsrednerin zu den Themen Macht, Demokratie, Politik und Freiheit. Im Sinne des Empowerments und der Future Skills spricht sie über Resilienz, Souveränität und Durchsetzungskraft und wie es gelingt, im Arbeits- und privaten Umfeld in herausfordernden Zeiten in die gute Richtung zu schauen.Informationen sind erhältlich bei:
Dr. Caroline Dostaloffice@carolinedostal.de
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